Revista de la Cámara de Comercio Alemana para España / Zeitschrift der Deutschen Handelskammer für Spanien 03-2021
36 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2021 Die hiesige Automobilindustrie ist als die zweitgrößte in Europa ein Schlüsselsektor für Spaniens Wirtschaft. Aus Herstellersicht bremst der aktuelle Chipmangel den viel erwarteten Wiederaufschwung und der spanische Absatzmarkt lahmt unter anderem aufgrund steuerrechtlicher Neuerungen. Wie präsentiert sich heute die Lage des spanischen Automobilsektors? Sind alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Reaktivierung erfüllt? Wie fällt der Blick der Konzernzentralen auf Spanien aus? Es stimmt, dass die Automobilbranche eine sehr schwierige Zeit durchlebt. Die Pandemie hatte nicht nur negative Auswirkungen auf die Nachfrage, sondern dazu kommt ein weiteres konjunkturelles Problem, nämlich der Mangel an Halbleitern. Sie haben Recht, dass die Automobilindustrie in Europa und Spanien eine sehr wichtige Rolle spielt, aber für die Hersteller von Halbleitern sind wir nicht der wichtigste Kunde, da unser Sektor nur 12% des weltweiten Bedarfs stellt, obwohl Fahrzeuge immer mehr Chips benötigen. Diese Situation betrifft alle Hersteller und kann sich noch längere Zeit hinziehen. Unddiese zwei konjunkturellenProbleme, diePandemieunddie Halbleiterkrise, sind gerade zum Zeitpunkt eines strukturellen Wandels eingetreten, indemsichdieAutomobilindustrie radikal verändert – mit neuen Modellen im Bereich der Produktion, des Fahrzeugantriebs und des Vertriebs. In der vom DIHK in diesem Sommer unter deutschen Unternehmen weltweit durchgeführten Umfrage „Lieferengpässe und Rohstoffknappheit“ gaben auch in Spanien über 60% der Firmen an, aufgrund von Lieferengpässen Anpassungen in den eigenen Lieferketten vorzunehmen. Ist dies auch für Volkswagen in Europa von Bedeutung? Welche Rolle spielt hierbei Spanien im Konzernverbund? Bei der Volkswagen AG tun wir alles in unserer Macht Stehende, um die Krise durch die Unterversorgung mit Halbleitern zu überwinden. Das Ziel der Gruppe ist es, die Ausfälle durch eine Zusatzproduktion zu kompensieren, indem wir zusätzliche Schichten einfügen, wann immer es möglich ist. In den letzten Monaten hat die Gruppe intensiv daran gearbeitet, die Auswirkungen des Halbleitermangels in unseren Fabriken in aller Welt zu minimieren. Dank dieser Bemühungen und trotz der angespannten aktuellen Situation musste die Produktion in den Anlagen der Gruppe nur punktuell angepasst werden. Trotz des Mangels an Chips konnte die Volkswagen AG im ersten Halbjahr 2021 mehr Fahrzeuge ausliefern als im selben Zeitraum des Vorjahres. Die Bestellungen der Marken befinden sich außerdem auf einem sehr hohen Niveau. Was die Rolle Spaniens innerhalb der Volkswagen AG angeht, so kann ich Ihnen versichern, dass Spanien in der Strategie unseres Unternehmens eine Schlüsselrolle spielt und auch in Zukunft spielen wird. Die kommende Reaktivierung wird stark von der zunehmenden Elektrifizierung der Baureihen geprägt sein. Auch Volkswagen steckt hierbei in einem umfassenden Transformationsprozess, wie der „Go to Zero“ Ihres Unternehmens zeigt. Auch inHinblickauf unser Jahresthema Nachhaltigkeit, wie sieht dieserWeg genau aus? Nachhaltigkeit ist ein entscheidender Grundpfeiler der neuen „New Auto“-Strategie der Volkswagen AG. Genauer gesagt hat es sich unsere Firma zum Vorsatz gemacht, Mobilität für die kommenden Generationen zu entwickeln und zu gestalten. Das sieht man daran, dass wir auf E-Fahrzeuge setzen und uns als Unternehmen verpflichtet haben, bis 2050 CO2-neutral zu werden. Wir waren sogar der erste Hersteller, der sich im Sinne des Pariser Abkommens dazu verpflichtet hat. Am deutlichsten wird dieses Engagement für Nachhaltigkeit in unseren Investitionen: Bis 2025 werden wir 46 Milliarden Euro in „Spanien spielt jetzt und in der Zukunft eine Schlüsselrolle in der Strategie unseres Unternehmens“ Standort Spanien
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