Revista de la Cámara de Comercio Alemana para España / Zeitschrift der Deutschen Handelskammer für Spanien 03-2021
29 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2021 „Wirmüssenverstehen, dassdieAgenda 2030unsereeinzige Überlebenschance ist“ INTERVIEW MIT BEGOÑA DE BENITO, DIREKTORIN FÜR AUSSENBEZIEHUNGEN UND CSR BEI ECOEMBES Als Reaktion auf die in den neunziger Jahren entstandene Umweltgesetzgebung bzgl. steigender Verpackungsabfälle wurde Ecoem- balajes – kurz ECOEMBES – 1996 als gemeinnützige Organisation der Verpackungsindustrie gegründet. Deklariertes Hauptziel des Unternehmens ist die Reduzierung der Auswirkungen von Verpackungen auf die Umwelt. Zu diesem Zweck koordiniert ECOEMBES das Recycling von Kunststoffen, Metallen und folienbeschichteten Kartons, die in Spanien in der gelben Tonne, sowie von Papier und Pappe, die in der blauen Tonne gesammelt werden. Wichtigstes Erkennungsmerkmal von ECOEMBES gegenüber Bürgern ist der Grüne Punkt, der den Verbraucher darüber informiert, dass die Händler und ihre Produkte den Rechtsvorschriften entsprechen und Teil eines eigens dafür ins Leben gerufenen Entsorgungssystems namens SCRAP sind. Diese Abkürzung steht für Sistema Colectivo de Responsabilidad Ampliada del Producto und stellt nach spanischer Umweltgesetzgebung ein sogenanntes kollektives System der erweiterten Herstellerverantwortung dar. Gleichzeitig konzentriert sich ECOEMBES auf Themen wie Ökodesign, Umwelterziehung innerhalb und außerhalb von Schulen, auf den Kampf gegen die Entsorgung von Abfällen in der Natur oder die strukturellenVeränderungen, die inHandel und Industrie erforderlich sind, umsoziale und ökologische Werte in einer zunehmend kreislauforientiertenWirtschaft zu fördern. Für Begoña de Benito, seit 2013 Direktorin für Außenbeziehungen und CSR bei ECOEMBES, besteht die wichtigste Errungenschaft in diesem Vierteljahrhundert darin, „dass es uns gelungen ist, ein kollaboratives Arbeitsmodell zu schaffen, an dem mehr als 12.000 Unternehmen, über 8.000 Stadtverwaltungen und 47 Millionen Bürger beteiligt sind, die alle dasselbe Ziel verfolgen: Den Umweltschutz durch ökologisches Design und Recycling von Haushaltsverpackungen zu fördern“. Eine Mitverantwortung, die es allein im Jahr 2020 ermöglicht hat, 1,5 Millionen Tonnen Haushaltsverpackungen zu recyceln und ihnen ein zweites Leben zu geben. Trotz des langenWeges, der noch zu beschreiten ist, ist Benito der Meinung, dass der Unternehmenssektor größtenteils bereit und engagiert ist, die Kreislaufwirtschaft und das Verpackungsrecycling zu fördern. Dennoch erfordert, so betont sie, der Übergang zur Kreislaufwirtschaft einen systemischen Wandel, der die Zusammenarbeit und die Unterstützung durch die öffentliche Hand und die Gesellschaft voraussetzt, damit der Wechsel des Modells wirksam werden kann. „Allianzen zwischen verschiedenen Ländern, Unternehmen, Bürgern sind unerlässlich, wenn es darum geht, Herausforderungen wie die Einführung der Kreislaufwirtschaft oder die Bekämpfung des Klimawandels anzugehen. In diesem Sinne ist es wichtig, dass wir verstehen, dass die Agenda 2030mehr ist als ein Fahrplan: Sie ist unsere einzige Überlebenschance“, sagt sie. UmdiesenÜbergangunddenAufbaueiner kreislauforientiertenGesellschaft zuunterstützen, engagiert sichECOEMBES für dieUmwelterziehung und -sensibilisierung auf allen Ebenen der Gesellschaft durch Initiativen wie Naturaliza, die das Thema Umwelt als Querschnittsthema in die Grundschulbildung einführt und Lehrern Ressourcen zur Verfügung stellt, damit sie ihre Klassen unter Berücksichtigung von Umweltaspekten unterrichten können. „Wir stellen seit mehr als 20 Jahren Instrumente zur Verfügung, damit Bürger nicht nur aktiv am Recycling teilnehmen, sondernauchverstehen, wiewichtig ihr Beitrag zumUmweltschutz ist, und sich ihres eigenenEinflusses bewusstwerden“, soBegoñadeBenito. Auch das Thema Innovation spielt für ECOEMBES eine wichtige Rolle: Vor vier Jahren wurde TheCircularLab gegründet, eines der ersten Innovationszentren für Kreislaufwirtschaft in Europa. Dort werden speziell Innovationen erforscht und getestet, umbeispielsweiseVerpackungenmit geringeren Umweltauswirkungen herzustellen, die wirksamsten Wege zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit durch Digitalisierung zu untersuchen odereffizienteSammel-undSortierlösungenfüröffentlicheVerwaltungenanzubieten.WieBegoñadeBenitoerklärt, istTheCircularLabverantwortlich für Projekte wie RECICLOS, das erste Rückgabe- und Belohnungssystem, das die Bürger für ihr Recycling-Engagement durch nachhaltige Anreize belohnt. Außerdemwurdemit AIR-Eeinkostenloser Bot entwickelt, der alle Fragen zumThemaRecyclingper Text, StimmeundBildbeantwortet.
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