Revista de la Cámara de Comercio Alemana para España / Zeitschrift der Deutschen Handelskammer für Spanien 03-2021

22 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2021 Rangliste nach dem Anteil der Beschäftigten im Umfeld der Kreislaufwirtschaft in der EU im Jahr 2015 Quelle: Deutsche Handelskammer für Spanien auf Basis von EUROSTAT 2020 3,00 2,50 2,00 1,50 1,00 0,50 0,00 % der Gesamtbeschäftigten Lettland Litauen Kroatien Polen Slowenien Italien Spanien Zypern Ungarn Estland** Portugal Slowakei Finnland Bulgarien EU-28 Vereinigtes Königreich Schweden Frankreich Rumänien Österreich Deutschland Griechenland Dänemark Niederlande Belgien Foto: BASF Fußabdruck des Produkts in all seinen Lebensphasen zu minimieren, vom Abbau der Rohstoffe über den Transport, die Herstellung, den Vertrieb und den Konsum bis zum Ende der Verwendbarkeit des Produkts. „Wir müssen Produkte so entwerfen, dass sie modernisiert, recycelt und repariert werden können, indem wir nach Möglichkeit erneuerbare Rohstoffe und Energien bei der Herstellung, Wartung und Reparatur einsetzen“, stellt Ángel Fernández fest. Er spricht sich dafür aus, in den Universitäten Ökodesign als Fach einzuführen, damit die Lebensdauer von Produkten quasi durch eine Veränderung ihrer DNA verlängert wird. Dabei stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, zum Beispiel die Nutzung natürlicher Rohstoffe anstelle von Plastik und Erdölprodukten, die Reduzierung von Material ohne Verlust an Funktionalität oder die Entwicklung eines Designs, das repariert, modernisiert oder recycelt werden kann. Wie María López Palacín, CEO von Industrias López Soriano, erläutert, geht es also darum, Produkte so zu entwerfen, dass die Rückführung der Rohstoffe ins System gewährleistet ist – das Ökodesign muss „vertikal sein und alle Akteure in der Produktionskette mit einbinden“. Die Chefin des Unternehmens, das Abfälle sammelt und klassifiziert, stellt fest: „Es nützt nicht viel, wenn wir zum Beispiel Plastik vermeiden, sie aber dann durch andere Materialien ersetzen, die nicht recycelt werden können.“ Für López Palacín besteht die große Herausforderung darin, dass „Rohstoffe der zweiten Generation gleichberechtigt mit denen der ersten Generation in die Fabriken kommen und dort vergleichbare Bedingungen schaffen.“ Auch die Cotec-Stiftung sieht den Handlungsbedarf an dieser Stelle, wie aus dem Bericht „Situation und Entwicklung der Kreislaufwirtschaft in Spanien“ hervorgeht. Sie fordert eine Erhöhung der Steuern auf den Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen inFormvon fossilenMaterialienundBrennstoffen, wobei „aus sekundären Materialien hergestellte Güter, auf die bereits einmal Mehrwertsteuer bezahlt wurde, von dieser Steuer ausgenommen bleiben“. Damit soll die Nutzung von Sekundärmaterialien gefördert und eine Situation korrigiert werden, in der es oft billiger ist, neue Materialien zu nutzen als diese zu recyceln. Es zeigt sich, dass über die wichtige Finanzspritze aus Brüssel hinaus, mit deren Hilfe ein nachhaltigeres Produktionsmodell in die Realität umgesetzt werden soll, immer mehr Stimmen laut werden, die eine ganzheitliche Zusammenarbeit ebenso einfordern wie eine zunehmende Bewusstmachung bei allen sozialen Akteuren. So soll gelingen, dass die SDG nicht einfach nur Ziele bleiben, sondern bald eine reale Dimension erhalten, die dem Planeten und all seinen Bewohnern zugutekommt. Diese Herausforderung betrifft uns alle und kann vielleicht schneller Realität werden, als wir uns hätten vorstellen können.

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