Revista CCA 2-2020 web v.22 junio
22 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2020 Finanzen, Versicherungen). Daten des Spanischen Verbands der Pkw- und Lkw-Hersteller (ANFAC) zufolge wurden 2019 an den spanischen Standorten 2,8 Millionen Fahrzeuge hergestellt, 0,1% mehr als im Vorjahr, von denen 82% in mehr als hundert Länder exportiert wurden, vor allem nach Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien. Die Automobilbranche zeichnet für etwa 19% aller Exporte der spanischen Wirtschaft verantwortlich und leistet mit einem Überhang an Kfz-Exporten von mehr als 14 Milliarden Euro (2019) den wichtigsten Beitrag zu seiner Handelsbilanz. Wie der Arbeitgeberverband des Kraftfahrzeugwesens angibt, beschäftigt die Automobilindustrie derzeit 9% aller aktiven spanischen Arbeitskräfte. Der Blick auf die Situation unmittelbar vor der Covid-19-Krise lässt erkennen, dass die Nachfrage nach neuen Fahrzeugen in Spanien Ende 2019 eine leicht sinkende Tendenz aufwies, wenn auch in geringerem Umfang als in anderen europäischen Ländern. Diese lässt sich darauf zurückführen, dass „Kaufent- scheidungen aufgrund von Unsicherheit, was die künftige Ent- wicklung der Besteuerung und der Umweltvorschriften angeht, verschoben wurden“, wie die Unternehmensberatung DBK in der letzten Ausgabe ihrer Sektorstudie über das Automobil er- klärt. Die Zweifel, die diese beiden Faktoren umgeben, lenken potenzielle Käufer außerdem Richtung Gebrauchtwagenmarkt, was zu einer Veralterung des Pkw-Bestands beiträgt. Der spanische Automobilsektor umfasst auch eine wichtige Komponenten- und Ausrüstungsindustrie, die europaweit an 4. Stelle liegt. Sie setzt sich aus etwa tausend Herstellern zusammen, die für eine reibungslose Zulieferung an die Fahrzeugfabriken sorgen. 2019 stellte die Komponentenin- dustrie 35,822 Milliarden Euro in Rechnung, wovon mehr als 58% auf Exporte entfielen, wie der spanische Verband der Automobilzulieferindustrie (SERNAUTO) informiert. Zu- gleich beliefen sich die Investitionen in F+E+I auf 4,1% des Umsatzes, was dem Dreifachen des Durchschnitts in der Industrie entspricht. Diese Investitionensindnotwendig inmittendes tiefgreifenden Wandels, in dem sich die Branche aufgrund des Fortschreitens der Industrie 4.0 befindet. Auch wenn sie bei weitem noch nicht den Grad der Verbreitung und die Kapazitäten ihrer deutschen Pendants erreicht haben, so tragen die spanischen Smart Factories doch schon jetzt dazu bei, Ressourcen und Produktionskosten zu optimieren – dank eines flexiblen und in sich vernetzten Ökosystems auf Grundlage der Integration von Abläufen, Maschinen, Anwendungen und Personen. Ein Beispiel dafür ist die 2019 von der Automobilzulieferfirma Benteler in Mos (Pontevedra) eingeweihte Fabrik, weltweit die erste Smart Factory des deutschen Unternehmens, von der aus die französische PSA-Gruppe mithilfe von 3D-Druck, Robotern und intelligenten autonomen Fahrzeugen mit Komponenten versorgt wird. Auch der spanische Komponentenhersteller Gestamp teilte im vergangenen Jahr die Inbetriebnahme seines Industriezentrums 4.0 im Baskenland mit, wo F+E+I- Projekte durchgeführt werden sollen, die sich mit der „Battery Box“ elektrischer Fahrzeuge beschäftigen. Ranking der Wettbewerbsfähigkeit im Automobilsektor (2018) Quelle: KPMG Análisis 59,2 52,9 50,1 3º 5º 8º3º 2º 49,3 44,7 39,6 35,9 13,8 0 10 20 30 40 50 60 70 Deutschland Tschechische Republik Spanien China Frankreich Vereinigtes Königreich Marokko Brasilien Produktionsfaktoren Kontextbedingte Faktoren Innovationsfähigkeit Humankapital Stärke im Ausland Foto: Volkswagen
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