REVISTA/ZEITSCHRIFT ECONOMÍA HISPANO-ALEMANA 01/2020
46 economía HISPANO - ALEMANA Nº 1/2020 Unberührte Natur und alte Kulturen In der Umgebung rund um Ponferrada und das Weinbaugebiet lassen sich bei einer Wanderung zahlreiche weitere Naturräume erkunden. Rund eine Stunde Autofahrt von Ponferrada entfernt er- hebt sich im äußersten Südwesten von El Bierzo die Gebirgskette Montes Aquilanos , deren elf Berggipfel teils eine Höhe von 2.000 Metern erreichen. Hier lässt es sich aus- giebig wandern und ganz nebenbei kommt man noch in den Genuss einer vom Menschen annähernd unberührten Natur. Durch die Täler der Montes Aquilanos fließen etliche Flüsse und Bäche, die einen idealen Lebensraum für Auen-, Eichen- und Kastanienwälder sowie für Steinadler, Wölfe und Otter geschaf- fen haben. In der entgegengesetzten Richtung, im äußersten Nordwesten, befindet sich rund eine 1,5 Stunden Autofahrt von Ponferrada die Gebirgskette Sierra de los Ancares. Sie ist sowohl Naturschutzge- biet, als auch die natürliche Grenze der drei autonomen Gemein- schaften Galicien, Kastilien und León sowie Asturien. Durch die geografisch bedingte Iso- lation konnten in den vielen kleinen Dörfern die Traditio- nen und die Architektur der sog. Castrokultur bis heute erhalten bleiben. So kann man bei einem Tagesausflug in die Region unter anderem die bestens erhaltenen Pallozas , rundliche Landhäuser mit Strohdä- chern, bestaunen - gilt die Castrokultur doch als eine der ältesten Kulturen Europas. Die Ribeira Sacra – das heilige Tal der Mönche Unweit von El Bierzo in Galicien, im Süden der Provinz Orense, befindet sich das zweite Ziel unserer Weinexpedition: die Ribeira Sacra , die Wiege des galizischen Mönchtums und der spanischen Weine. Die Rebflächen befinden sich an fast senkrechtenTerrassen, den sogenannten Socalcos , entlang der beiden Flüssen Miño und Sil. Diese bahnen sich ihren Weg quer durch die Berge und verlei- hen der Region somit ihr einzigartiges Profil, das im ersten Augen- blick eher an norwegische Fjorde als an Spanien erinnert. Das Klima ist, abhängig vom jeweiligen Aufenthaltsort, atlantisch bis medi- terran geprägt. Auf rund 1.217 Hektar wachsen in einer Höhe von 400 bis 500 Metern unter anderem die dominierende Mencía und die Godello, eine Traubensorte zur Herstellung von Weißwein. Seit 1997 tragen die aus der Region stammenden Weine die Herkunfts- bezeichnung Denominación de Origen (D.O.), das heißt, sie werden nach den offiziellen Regularien des Anbaugebiets hergestellt. Mittelpunkt der Ribeira Sacra ist die Stadt Monforte de Lemos , die sowohl für Weinkenner als auch Kulturinteressierte einiges be- reithält. Auf dem Berg San Vincente bilden das Klos- ter Monasterio San Vicente do Pino , der Palacio Condes de Lemos sowie der T orre de Homenaxe unter dem Namen Parador Nacional de Turismo de Monforte eine beeindruckende his- torische Kulisse. Wer es einmal nach oben geschafft hat, kann gleichzeitig auch den Blick über die Stadt ge- nießen. Und falls Sie immer schon mal wissen wollten, wie Wein hergestellt wird und wie viele verschiedene Weinsorten es gibt, dann sind Sie im Informationszentrum Centro de Interpretación do Viño da Ribeira Sacra genau richtig. Hier kann man nicht nur die zahlreichenWeinsorten der Region probieren und kaufen, man erfährt auch noch eine ganze Menge über die kulturellen und na- türlichen Schätze der Region. In der Tapería des Hauses kann man neben einem Tropfen Mencía kleine galicische Tapas wie Empa- nadas, gekochten Schweineschinken (span.: Lacón ), frittierte Pa- prikaschoten (span.: Pimientos de Padrón ), den bekannten galici- schen Käse Tetilla oder den Bica Mantecada , einen biskuitartigen Nachtisch mit leichtem Zimtgeschmack, genießen. Die heiligen Flussufer der Ribeira Sacra Und auch außerhalb von Monforte de Lemos kann sich dieGegend rund umdasWeinbaugebiet sehen lassen, weist sie doch eine der größten Dichten an romanischen Sakralbauten auf. Nicht umsonst wird die Ribeira Sacra (dt. heiliges Flussufer) daher auch als die Wiege des galicischen Mönchtums bezeichnet. Da wäre zum Bei- spiel das von Felsformationen umgebene Monasterio de San Pe- dro de Rocas , dessen Grundsteine im Jahre 573 gelegt wurden. Die Fassade des heutigen Klosters wurde im 19. Jahrhundert er- baut, nachdem unter anderemmehrere Brände das ursprüngliche Kloster stark beschädigt hatten. Der Innenraum erinnert an eine Höhle und auf dem Boden lassen sich menschenähnliche Gräber wiederfinden. Einen Besuch wert ist weiterhin der Fuente de San Benito (dt.: San Benito-Brunnen), dessen Wasser man wundersa- me Kräfte nachsagt und der einer natürlichen Quelle entspringt. Auf Ihrem Weg entlang der Klosterroute sollten Sie auch das im 9. Jahrhun- dert entstandene Monasterio de Santa Cristina de Ribas de Sil besuchen, welches im Mit- telalter zu den wichtigsten Klöstern der Ribeira Sacra gehörte. Das Innere der Kirche beherbergt eini- ge Wandmalereien aus der Renaissance des 16. Jahrhunderts und im nörd- lichen Teil befindet sich der Glockenturm, der mit seinen zinnbewehrten Mauern an einen Panorama Castillo de los Templarios, Oficina Municipal de Turismo de Ponferrada Nuestra Señora de la Antigua, Consorcio de Turismo Ribeira Sacra Wein aus Ribeira Sacra, Consorcio de Turismo Ribeira Sacra
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