Revista/Zeitschrift Economia Hispano-Alemana 05-2018/01-2019

40 economía HISPANO - ALEMANA Nº 5/2018 - 1/2019 Viele der hier ansässigen deutschen Unternehmen betreuen von Spanien aus den lateinamerikanischen Markt. Trifft dies auch auf Ihre Niederlassung in Spanien zu? Als Munich Re in Spanien betreuen wir natürlich die Märkte der Iberischen Halbinsel, daneben aber auch in der Lebens- und Krankenrückversicherung die Märkte Lateinamerikas sowie den italienischen Markt. Jedoch sind wir auch vor Ort in Lateinamerika aktiv vertreten, unter anderem in Mexiko, Kolumbien und Brasilien. Rückversicherung ist zwar ein glo- bales Geschäft, jedoch braucht es immer wieder regionale Expertise und Zugang zu Kunden und gerade heutzutage auch Zugang zu digitalen Playern, die nicht nur in Silikon Valley anzutreffen sind. Unsere Beziehung zu Lateinamerika ist naturgemäß sehr eng, nicht nur innerhalb der Munich Re, sondern auch bei unseren Geschäftspartnern. Als weiteres entscheidendes Thema gilt auch für die Versicherungsbranche die voranschreitende Digitalisierung der Wirtschaft. Einerseits ergeben sich neue Geschäftsfelder, wie das der Cyberversicherungen, die das wirtschaftliche Risiko von Cyberattacken für Unternehmen versuchen zu minimieren, anderseits verändert sich durch den Online-Markt ganz grundsätzlich die Art und Weise, in der Kunden mit Versicherungen in Kontakt treten. Welche Ansätze wählt ein Unternehmen von der Größe einer MunichRe, um sich in diesemwandelnden Umfeld zu behaupten? Welche Chancen und Risiken birgt die Digitalisierung für Ihr Geschäft? Wir leben in einer spannenden Zeit. Die Digitalisierung ist in jedem Bereich unseres täglichen Lebens angekommen und wird insbesondere die industrielle Entwicklung der nächsten Jahre stark beeinflussen. Die verfügbaren Technologien sind weit weniger kostspielig, so dass die Eintrittsbarrieren in ei- nigen Branchen deutlich gesunken sind. Als global agierende Rück- und Erstversicherungsgruppe sind wir in der Lage, die Entwicklung an vielen Standor- ten zu verfolgen, und haben sehr früh damit begonnen, so genannte Innoscouts nach Hotspots wie Silicon Valley, Tel Aviv und Singapore zu entsenden. Unsere Ambition ist es nicht nur zuzusehen, sondern Teil der Entwicklung zu sein, um dementsprechende Versicherungslösungen an- bieten zu können. Wie vorher schon erwähnt, ergeben sich dabei auch durchaus Chancen, das Geschäftsmodell Ver- sicherung zu erweitern, vom reinen Zahlungsdienstleister hin zum Servicedienstleister. Das Kundenverhalten spielt hier eine zentrale Rolle, wenngleich die Komplexität unse- rer Produkte und unserer Fähigkeit, diese auf die immer individuelleren Bedürfnisse der Kunden anzupassen, heu- te noch eine sehr persönliche Beratung voraussetzt. Durch Partnerschaften mit Digitalen Playern weltweit versuchen wir hier uns breit aufzustellen. Was man darüber hinaus nicht vergessen darf, ist natürlich die Tatsache, dass wir interne Prozessabläufe ebenfalls un- ter die Lupe nehmen und schauen, wie Digitalisierung uns hier voranbringen kann. Ein anderes Beispiel ist unsere Ko- operation mit Bosch, einem der führenden Industrieunter- nehmen aus Deutschland, welches auch stark in Spanien engagiert ist. Hier versuchen wir gemeinsam neue Versiche- rungsmodelle für die Industrie4.0 zu entwickeln. Neben den alteingesessenen Playern am Versiche- rungsmarkt entsteht zurzeit außerdem noch ein sehr lebendiges Insurtech-Ökosystem, das mit neuen He- rangehensweisen viele Marktgewohnheiten auf den Kopf stellt. Sehen Sie diese Start-ups als Bedrohung oder eher als notwendige Impulsbringer für eine ganze Branche? „Konkurrenz belebt das Geschäft“, und so fordern uns neue Player über Konventionen nachzudenken und neue Lösun- gen zu suchen. Die Versicherungsbranche ist jedoch eine Standort Spanien

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