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28 economía HISPANO - ALEMANA Nº 4/2018 Diese Zahlen geben einem Land wie Spanien, in dem die Arbeitslosenquote unter Jugendlichen der letzten Datenerhebung durch die EPA (Encuesta de Población Activa) zufolge bis zu 41,65% beträgt, zu denken. Der bessere Zugang zur Beschäftigung wird außerdem von besseren Arbeitsbedingungen und einem besseren Gehalt begleitet, wie aus der Studie „Auswirkungen der dualen Berufsausbildung auf die Eingliederung Jugendlicher in den Arbeitsmarkt im Fall der Autonomen Gemeinschaft Madrid“ hervorgeht, die Fedea in Zusammenarbeit mit der JPMorgan Chase Foundation durchgeführt hat. Der Bericht macht deutlich, dass „30% der Abgänger eines dualen Berufsausbildungsprogramms innerhalb des ersten Jahres eine Festanstellung finden und ein 32% höheres Einkommen haben als Abgänger eines Präsenzprogramms für berufliche Bildung“, wie Marcel Jansen, außerordentlicher Professor an der Autonomen Universität Madrid und einer der Autoren des Berichts, bei dessenVorstellung vor der Presse erklärte. Ein Beweis dafür ist, dass die meisten jungen Leute in Ländern wie Deutschland oder Österreich, wo die duale Berufsausbildung auf eine lange Tradition zurückblicken kann, direkt in den Arbeitsmarkt einsteigen, ohne zuvor arbeitslos gemeldet gewesen zu sein. Neben diesem leichteren Übergang von der Schule in den Beruf trägt die duale Berufsausbildung Jansens Meinung nach außerdem dazu bei, „einige der strukturellen Probleme im Bildungssystem zu lösen, darunter dessen mühsame Anpassung an die realen Bedürfnisse der Unternehmen oder die hohe Schulabbrecherquote, die in Spanien fast doppelt so hoch ist wie in anderen Ländern.“ Tatsächlich hat Spanien – aller Fortschritte der letzten zehn Jahre zum Trotz – mit 18,3% nach wie vor von allen EU-Ländern die zweithöchste Schulabbrecherquote und liegt damit weit über dem europäischen Durchschnitt (10,6%) und über Ländern wie Deutschland (10,1%) und Österreich (7%). DankdieserErgebnisselässtdiebetrieblicheBerufsausbildung allmählich das soziale Stigma, mit dem sie in Spanien jahrelang als „Option für diejenigen, die nicht studieren wollen“ belegt war, hinter sich. Ganz im Gegenteil „zieht die duale Berufsausbildung inzwischen auch Studierende an Universitäten immer mehr in ihren Bann, die sich nach dem Studienabschluss spezialisieren und ein technisch stärkeres Profil zulegen wollen“, macht Alfonso Mateos Antón, Leiter der Berufsbildungszentren und Förderschulen der Autonomen Gemeinschaft Madrid deutlich. Zudem bietet die betriebliche Berufsausbildung eine Chance für viele Personen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht qualifiziert sind und weiterhin auf einem Arbeitsmarkt bestehen müssen, der hohe technische Kompetenzen erfordert. Spezialisierung und Innovation beim Nachwuchs Seit der Rechtsrahmen 2012 in Kraft getreten ist, haben viele spanische Unternehmen duale Programme in ihr Bildungsangebot aufgenommen, darunter Repsol, El Corte Inglés, Grupo Vips, Gestamp, IVECO, Deloitte, Iberia, Volvo und Bankia. Sie haben sich damit einer großen Gruppe deutscher Firmen angeschlossen, die in Zusammenarbeit mit Foto: MAN

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