Revista Economía Hispano-Alemana 03-2018
94 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2018 Z I V I L R E C H T Bitcoins und andere Kryptowährungen haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen und immer noch ist der Handel weitgehend unreguliert. Die digitale Transformation kann nicht losgelöst von dem Rechtsrahmen betrachtet werden, in dem sich neue Technologien, Produkte und Geschäftsmodelle bewegen. Es verwundert daher nicht, dass auch über die Juristen das Thema hereingebrochen ist und in diesem Zusammenhang nun auch über so genannte „Smart Contracts“ gesprochen wird. Bitcoins und Digitalwährungen – Recht und Technik im Überblick Zur Klärung der Begriffsverwirrung sei zunächst vorangestellt, worum es sich bei diesem nicht nur für Juristen wenig greifbaren Gebiet, als eine weitere Folge der Digitalisierung, handelt. Der Name Kryptowährungen leitet sich von den Authentifizierungsmechanismen der Netzwerkteilnehmer ab, die erfüllt sein müssen, um die vollen Rechte innerhalb eines Netzwerkes zu erhalten. Im November 2011 teilte Satoshi Nakamoto mit, dass er seit 2008 an einer elektronischen Zah- lungsmethode arbeite, die „Bitcoin“ genannt wurde. Zum einen sollte durch diese Zahlungs- methode erreicht werden, dass digitale Zahlun- gen vorgenommen werden können, ohne dass Finanzdienstleister dazwischen geschaltet wer- den. Von Beginn an galt es zum anderen auch der Gefahr von Doppelzahlungen zu begegnen, d.h. der Ausgabe von elektronischem Geld, weil nicht öffentlich registriert wurde, bei welcher Partei sich dieses befand. Es wurde hierfür ein System mittels eines Verschlüsselungsalgorithmus entwickelt, welches aus dem Block einen ein- deutigen Wert (sog. Hash) errechnet. Damit hatte Nakamoto auch erstmalig die Blockchain, also eine referenzierte Kette von signierten und verschlüsselten Transaktionen in die Praxis um- gesetzt. Die Blockchain ist eine Technologie, mit der sich Transaktionen besonders gut abbilden und umsetzen lassen. Sie bietet der Finanzindus- trie eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkei- ten. EffizienzsteigerndeWirkungen könnte diese Technologie künftig vor allem in den Bereichen Wertpapierabwicklung, dem grenzüberschrei- tenden Zahlungsverkehr, dem Gesundheits- und Energiesektor und in der Versicherungsbranche entfalten. Die Preise von Kryptowährungen fol- gen aktuell dem typischen Auf- und Ab von Spe- kulationen getriebener Assets. Keine regulierende Stelle für Bitcoin Mittlerweile ist der Bitcoin nur noch eine von vielen Währungen, deren Zahl seit Jahren rasant zunimmt. Aktuell gibt es knapp eintausend unterschiedliche Kryptowährungen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 1 Mio. US- Dollar. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Während der Bitcoin als ein digitales und dezentral organisiertes Zahlungsmittel geschaffen wurde, bieten andere Digitalwährungen (z.B. Ripple, Ethereum) Plattformen für den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr in verschiedenen Währungen und für selbstausführendeVerträge(sog.SmartContracts), bei denen Zahlungen automatisiert, an bestimmte Bedingungen geknüpft, vorgenommen werden. Es gibt keine regulierende Stelle, die zentral die MengeoderTransaktionender Bitcoinsüberwacht. Vorteil: keine nachträgliche Änderung von Information Das Erzeugen eines neuen Blocks wird Mining genannt, die Erzeuger der Blöcke Miner. Dabei werden Transaktionen, die bisher noch nicht in der Blockchain gespeichert sind, in den
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy NjIyODI=