Revista Economía Hispano-Alemana 03-2018

85 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2018 Portugals volkswirtschaftliche Gesamtleistung ist 2017 gegenüber dem Vorjahr um real 2,7 Prozent gestiegen, so stark wie seit 17 Jahren nicht mehr. Diese Dynamik wird im Jahresverlauf etwas abschwächen. Für das Gesamt- jahr erwarten die Europäische Kommission und Portugals Zentralbank einen Zuwachs des BIP um 2,3 Prozent. Dies läge etwas höher, als für den Durchschnitt der Eurozone veranschlagt. Im Jahr 2019 stehen die Zeichen auf mode- rates Wachstum. Die Kommission geht von 2 Prozent aus, Portugals Zentralbank ist mit 1,9 Prozent etwas vorsichti- ger. Wichtig bleiben für das exportorientierte und zugleich hochverschuldete Land ein günstiges internationales Um- feld und stabile Finanzierungsbedingungen. Der Zentralbank zufolge dürfte Portugals BIP 2018 – im fünf- ten Erholungsjahr nach der zweiphasigen Rezession zwischen 2009 und 2013 – real an das Vorkrisenniveau anschließen und dieses bis 2020 um 5 Prozent übersteigen. Die Erholung auf wichtigen Märkten im Verbund mit einer verbesserten Wettbewerbsfähigkeit Portugals begünstigt die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen sowie Anlagein- vestitionen weiterhin. Das wirkt sich positiv auf die Importe aus, deren Zuwachsrate bis 2020 höher bleiben dürfte als die der Exporte. Der Anteil der Ausfuhren am BIP hat ent- sprechend zugenommen, von 32 Prozent im Jahr 2008 auf 44 Prozent 2017. Die Leistungsbilanz Portugals verzeichnet seit 2016 ein leichtes Plus (Prognose 2018: 0,6 Prozent). Die Haushaltsdisziplin der Regierung wirkt sich positiv auf das Investorenvertrauen aus. Finanzminister Mário Centeno, seit Januar 2018 auch Vorsitzender der Eurogruppe, konnte für 2017 ein Defizit von -0,9 Prozent des BIP vorweisen. Es war das beste Ergebnis seit Jahrzehnten. Für 2018 sind -0,7 Prozent eingeplant. Die Ratingagenturen S&P und Fitch füh- ren seit Ende 2017 portugiesische Staatsanleihen wieder im Investment-Grade-Rating. Von günstigeren Finanzierungsbedingungen profitieren Inves- titionen und Konsum. Gebremst wird die relativ kleine Volks- wirtschaft vor allem durch ihre Schuldenlast. Doch sinkt laut portugiesischer Zentralbank der hohe Verschuldungsgrad der privaten Nichtfinanzunternehmen stetig (März 2018: 133,8 Prozent des BIP). Ebenso sieht es bei den privaten Haushal- ten aus (72,7 Prozent des BIP). Die Staatsverschuldung aus der Maastrichtperspektive soll laut Finanzministerium 2018 auf 123,1 Prozent des BIP fallen. Trotz der positiven Tendenz ist die Verschuldungsrate noch extrem hoch. Investitionen: Deutlich höhere Dynamik als das BIP Portugals Bruttoanlageinvestitionen haben 2017 mit einem Zu- wachs um real 9,1 Prozent zum Vorjahr einen Sprung gemacht, der sich so nicht wiederholen kann. Die Anlageinvestitionen in Maschinen waren mit einem Plus von real 13,1 Prozent ge- genüber 2016 sehr kräftig auf 8,4 Milliarden Euro gestiegen. Das hatte auch mit dem Abschluss einer Großinvestition bei Volkswagen Autoeuropa zu tun, einer der größten Produkti- onsstätten des Landes. Noch stärker legten mit 14,1 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro die Investitionen in Verkehrsmittel zu. Nachdem die öffentliche Hand für mehr Infrastrukturvorhaben sorgt, sind auch die Bauinvestitionen in Schwung gekommen, mit einem Plus von 9,2 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro. Die Ausrüstungszuwächse bleiben den Prognosen der EU-Kom- mission zufolge auch 2018 und 2019 dynamisch, mit jeweils 7,7 und 8,5 Prozent. Es gibt einiges aufzuholen, da das Investitions- niveau generell immer noch um ein Viertel unter dem von vor 10 Jahren liegt. Mit einem Anteil von 16,2 Prozent am BIP ist es das Wirtschaftliche Eckdaten Portugal Indikator 2016 2017 Vergleichsdaten Deutschland2017 BIP(nominal,Mrd. Euro) 185,5 193,1 3.263 BIPproKopf (Euro) 17.937 18.724 39.475 Bevölkerung (Mio.) 10,34 10,31 82,7 Quellen: Portugiesisches Statistikamt INE; Statistisches Bundesamt 1) Waren und Dienstleistungen; 2) vorläufig; 3) Prognose Quellen: Nationales Statistikamt INE; Portugiesische Zentralbank (Juni-Prognose); © 2018 Germany Trade & Invest Wirtschaftliche Entwicklung Portugals 2017 bis 2019 (reale Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %) 2,7 2,3 1,9 7,9 5,7 5,0 9,1 5,8 5,5 2,3 2,2 1,9 BIP 2017 2) 2018 3) 2019 3) Einfuhr 1) Bruttoanlage- investitionen Privater verbrauch

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