Revista Economía Hispano-Alemana 03-2018
48 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2018 Sonne, Strand und Meer? Das findet man in Nordspanien nach den herkömmlichen Vorstellungen wohl eher nicht. Ganz im Gegenteil, man kommt sich aufgrund der grünen Landschaft, des Nebels, des feuchten Klimas und der star- ken Winde, die durch die Berge und Täler wehen, eher wie in Irland oder der französischen Bretagne vor. Die Rede ist von Galicien – eine Region in Spanien, die bislang vom Massentourismus verschont geblieben, jedoch Surferpara- dies und zugleich Ziel zahlreicher Pilger ist. Man spricht auch vom Land der Mythen und Legenden, die in myste- riöser Weise im Zusammenhang stehen mit seiner wahren Hauptattraktion, der Costa da Morte. Eine Reise entlang der Küste führt uns zu kleinen ländlichen Siedlungen, wo wir Geschichten über Schiffbrüche hören, salzige Meeresluft einatmen, vom Regen überrascht werden, zwischen steilen Felsen und einsamen Sandstränden wan- dern und dabei nie den Blick zum Atlantik verlieren, der der Region ihre Einzigartigkeit verleiht. Und selbst einem deut- schen Tischler kann man hier begegnen (s. Infobox). Riskanter Fang Offiziell erstreckt sich die Costa da Morte von Malpica de Ber- gantiños bis zum Kap Cabo Fister- ra über mehrere Dutzend Kilome- ter, wobei Malpica die nordöstliche Grenze der Küste bildet. Das Fischer- dorf liegt etwa 50 km westlich von der Provinzhauptstadt A Coruña entfernt und blickt auf den kleinen Archipel der Sisar- gas-Inseln im Norden, die man hervorragend vom Kap Cabo San Adrián aus bestaunen kann. Weiter geht es nach Corme, eine acht Kilometer westlich gelegene Teilgemeinde von Ponteceso. Der Hafenort ist in erster Linie bekannt für seine besonders schmackhaften Meeresfrüchte, den „percebes“, die vorran- gig an den Felsen umdie Punta do Roncudo herumwachsen. Eine äußerst umständliche und riskante Arbeit stellt das Fangen dieser Entenmuscheln dar, die eigenhändig von den Felsen abgekratzt werdenmüssen. Wie gefährlich die Arbeit wirklich sein kann, sieht Panorama Das Galicien – eine autonome Gemeinschaft im Nordwesten Spaniens. Hier be- findet sich die wohl gefährlichste und zugleich eindrucksvollste Küste des Landes: die Costa da Morte. So manch einer wird sich vor den starken Böen und meterhohen Wellen des Atlantiks fürchten, die mit beachtli- cher Kraft an die Küste schlagen und dem Betrachter ein atemberauben- des Naturspektakel bieten. Angesichts der steilen Klippen, die sich aus den dunklen Tiefen des Meeres erheben, wird einem mit etwas Schwindel zunehmend klar, dass die „Todesküste“ nicht ohne Grund diesen Namen verdient. nde der Welt an der Costa da Morte Ly Nguyen
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