Revista Economía Hispano-Alemana 03-2018
23 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2018 aber in viele weitere Bereiche der Volkswirtschaft hinein. Den Kernbereich bilden die Gesundheitsdienstleistungen stationärer und ambulanter Einrichtungen (Krankenhäuser, Rehabilitations-, Vorsorge- und Pflegeeinrichtungen, Arzt-, Zahnarzt- und andere Praxen, ambulante Pflegedienste, Apo- theken) sowie die industrielle Gesundheitswirtschaft (Ferti- gung von Arzneimitteln, Medizinprodukten, orthopädischen und optischen Erzeugnissen und ihr Vertrieb). In erweitertem Bezug zur Gesundheitswirtschaft stehen auch Krankenhausbau, Medizintechnik und Spezialausrüstungen bis hin zu Praxismöbeln, Beratungs- und Ingenieursdienste, die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln und anderen Wa- ren zur Gesundheitsversorgung, dazu der entsprechende Groß- und Einzelhandel. Nicht zu vergessen sind die Dienstleistungen rund um Sport, Wellness und Gesundheitstourismus oder die mit der Digitalisierung des Sektors zu tun haben. Spanien erfasst seinen Tourismussektor in einer getrenn- ten Gesamtrechnung. Bei der Gesundheitswirtschaft ist das noch nicht der Fall. Der Blick in die volkswirtschaftli- che Gesamtrechnung des Landes gibt nur über die größten Segmente Gesundheits- und Sozialwesen sowie Arzneimit- telproduktion Auskunft. Die Bruttowertschöpfung beider Bereiche zusammen machte 2015 rund 6,4 Prozent des BIP aus. Um den Beitrag der gesamten Gesundheitswirtschaft zum spanischen BIP zu erhalten, müsste die Bruttowert- schöpfung weiterer dazugehörender Teilsegmente aus an- deren Branchen herausgefiltert werden – etwa F+E, Versi- cherungen, Bauwirtschaft, Produktion elektronischer und optischer Geräte, IT-Dienstleistungen, Handel. Medizintechnikhersteller steigern Exporte Spaniens Hersteller und Distributoren von Medizintechnik ha- ben laut ihrem Verband Fenin 2017 über 7,5 Milliarden Euro umgesetzt. Das war ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, reichte aber noch nicht ganz an das Vorkrisenniveau heran. Die Branche hat 2017 erneut mehr Personal eingestellt und beschäftigt 24.200 Mitarbeiter. Wie in der Pharmaindustrie finden sich auch unter den Medizintechnikherstellern viele internationale, darunter deutsche Namen. Auf die Krise ha- ben die Firmen mit Fusionen und verstärkter Exportaktivität reagiert. Die Ausfuhr elektromedizinischer Geräte, medizinischer Apparate und Materialien stieg 2017 gegenüber 2016 um 6 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro an. Im Vergleich zum Vorkri- senjahr 2008 ergibt sich ein beachtliches Plus von 72 Pro- zent. Siemens Healthcare war 2016 mit 254 Millionen Euro das umsatzstärkste Unternehmen, wie eine Aufstellung der
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