75 economía HISPANO - ALEMANA Nº 1/2026 Trump. Die Dienstleistungsexporte wiederum profitieren vom anhaltenden Tourismusboom. Die Importe sollen 2026 um 2,8% zunehmen. Deutsche Perspektive: Portugal als Beschaffungsmarkt immer wichtiger Deutschland importierte 2024 Waren im Wert von 9,6 Milliarden Euro aus Portugal, ein Plus von rund 25% gegenüber dem Vorjahr. Treiber waren vor allem mehr Kfz-Importe, aber auch eine signifikante Zunahme der Importe von Maschinen und Haushaltsgeräten. Diese Entwicklung setzt sich 2025 fort. Die Wareneinfuhren aus Portugal beliefen sich laut Destatis von Januar bis September 2025 bereits auf 7,4 Milliarden Euro. In die andere Richtung exportierten deutsche Unternehmen bis September 2025 bereits Waren im Wert von 9,7 Milliarden Euro. Am Jahresende könnte somit ein beachtliches Exportplus von etwa 7% gegenüber 2024 erzielt worden sein. Laut Angaben der Deutschen Bundesbank hatten Ende 2023 insgesamt 387 deutsche Unternehmen, die eine Bilanzsumme von mindestens 3 Millionen Euro aufweisen, in Portugal investiert. Diese beschäftigten 83.000 Mitarbeitende und erzielten einen Jahresumsatz von rund 28 Milliarden Euro im Land. dann dürften die größten Summen aus den NextGenerationEUFonds der aktuellen Finanzperiode 2021 bis 2026 bei den begünstigten Unternehmen ankommen. Von den 22,2 Milliarden Euro an Zuschüssen und Krediten, mit denen Portugal insgesamt planen kann, sind bis November 2025 etwa 62% bei der EU abgerufen worden. Insbesondere bei den Bauinvestitionen rechnet die EU-Kommission deshalb mit einem größeren Plus von jeweils rund 5%. Hier sorgen Projekte im Infrastrukturbereich für Impulse, häufig kofinanziert durch europäische Fördermittel. So laufen beispielsweise Arbeiten an der Schnellzugstrecke zwischen Évora und Elvas. Die Trasse ist ein wichtiges Verbindungsstück für die künftige Direktverbindung zwischen Lissabon und Madrid und damit ein Puzzlestück für den Ausbau der europäischen Verkehrskorridore im Schienenbereich (Atlantikkorridor). Konsum: Ausblick für die private Nachfrage bleibt positiv Ein Wachstumstreiber für die portugiesische Wirtschaft bleibt der private Konsum. Ihn stärkt ein weiterer Anstieg der Beschäftigung, auch wenn der Zuwachs etwas nachlässt. Höhere Löhne und eine gesunkene Inflation sorgen für eine Zunahme bei den Reallöhnen. Insgesamt fallen die Aussichten für die private Nachfrage mit einem Plus von 3,5% für 2025 und 2,6% für 2026 positiv aus. Problematisch bleibt jedoch das immer teurere Wohnen. Im Jahr 2024 sind die Mietpreise im Landesdurchschnitt um 9,3% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. In der Hauptstadt Lissabon ist die Miete für eine Zweizimmerwohnung mittlerweile höher als das monatliche Durchschnittseinkommen in Portugal. Außenhandel: Prognose nach unten revidiert Die Prognose der EU-Kommission vom November 2025 sieht beide Seiten der Außenhandelsbilanz zwar im Plus. Gegenüber der vorangegangenen Prognose hat sie den Zuwachs bei den Exporten für das Jahr 2026 aber von 2,8% auf 1,5% gesenkt. Grund dafür ist vor allem die größere Unsicherheit im Welthandel, unter anderem durch die Zollpolitik von US-Präsident Wirtschaftliche Entwicklung 2024 bis 2026 in Portugal Reale Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent Warenhandel Deutschland–Portugal In Milliarden Euro 1) * Prognose Quelle: Europäische Kommission, November 2025 1 Warenhandel; 2 Free on Board (fob); 3 Cost, Insurance, Freight (cif) Quelle: Eurostat November 2025 12 11 10 9 8 7 Deutsche Ausfuhren 2) Deutsche Einfuhren 3) 2020 2021 2022 2023 2024 Indikator 2024 2025* 2026* Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2,1 1,9 2,2 Leistungsbilanzsaldo (in % des BIP) 1,7 1,1 1,0 Bruttoanlageinvestitionen 4,2 3,3 4,4 Indikator 2024 2025* 2026* Privater Verbrauch 3,0 3,5 2,6
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