40 economía HISPANO - ALEMANA Nº 1/2026 überflutet. Der bereits verlassene Ortskern blieb oberhalb des Sicherheitsniveaus des Stausees erhalten – verlassen, aber vom Wasser verschont. Im Laufe der Jahre begannen die ehemaligen Bewohner von Lanuza über eine Rückkehr in ihr Dorf nachzudenken. So beschlossen sie in den 1990er Jahren, die nicht überfluteten Grundstücke zurückzuerlangen und einen Wiederaufbauprozess in Gang zu setzen, der bis heute andauert. Zur Förderung der Sanierung wurde ein Nachbarschaftsverein gegründet und nach und nach erhob sich das Dorf wie ein Phönix aus der Asche. Kirche, Rathaus und öffentliche Gebäude wurden restauriert und Trinkwasser wieder in den Ort geleitet. Auch die ältesten und tief verwurzelten Traditionen von Lanuza wurden in den letzten Jahren wiederbelebt. Dazu gehören insbesondere die am letzten Augustwochenende stattfindenden Dorffeste. Neben der außergewöhnlichen Geschichte bietet Lanuza inzwischen auch vielfältige Freizeitmöglichkeiten. Auf dem Lanuza-Stausee können verschiedenste Wassersportaktivitäten ausgeübt werden und die umliegende Berglandschaft macht das Dorf zu einem idealen Ausgangspunkt für Wanderungen. Granadilla – Insel der Erinnerung Die dritte und letzte verlassene Ortschaft, die wir Ihnen vorstellen möchten, ist Granadilla. Sie gehört zur Gemeinde Zarza de Granadilla und liegt im Norden der Provinz Cáceres. Umgeben von Wasser wirkt der Ort heute wie eine Insel der Erinnerung. Granadilla ist eine ehemalige, vollständig ummauerte Stadt feudalen Ursprungs. Sie war einst ein bedeutender Ort, Hauptstadt der Region und Sitz des Gerichtsbezirks. Mitte des 20. Jahrhunderts änderte sich ihr Schicksal jedoch grundlegend: Infolge des Baus des Gabriel-y-Galán-Stausees wurde Granadilla – ähnlich wie Lanuza – zu einem Überschwemmungsgebiet erklärt. Diese Einstufung besteht bis heute offiziell fort, obwohl der Ort ebenfalls zu keinem Zeitpunkt – auch nicht bei vollgefülltem Stausee – tatsächlich überflutet wurde. Nichtsdestotrotz wurde die Ortschaft unbewohnbar, da die fruchtbaren Böden der Vega Baja, die die Lebensgrundlage der Bevölkerung darstellten, unter dem Wasser verschwanden. Hinzu kam, dass Granadilla auch räumlich isoliert wurde. Durch die Überschwemmung der tiefergelegenen Flächen lag die Stadt fortan auf einer Halbinsel und war nur noch über einen schwer zugänglichen Weg im Norden erreichbar. So setzte sich zu Beginn der 1960er Jahre der massenhafte Exodus fort, bis im Jahr 1964 auch die letzten Bewohner endgültig den Ort verließen. 1980 erhielt die Granadilla eine neue Bestimmung. Der Ort wurde zum historisch-künstlerischen Ensemble erklärt und für die Aufnahme in das Programm zur Wiederherstellung verlassener Dörfer ausgewählt. Heute kehren die ehemaligen Einwohner von Granadilla sowie ihre Nachkommen zweimal im Jahr zurück: zur Wallfahrt zu Ehren der Virgen de Agosto am 15. August sowie am 1. November. Dann füllen sich die Gassen für kurze Zeit wieder mit Leben. Granadilla gilt für viele als das schönste verlassene Dorf Spaniens. Die mächtige Stadtmauer und die Burg können kostenfrei besichtigt werden. In der Umgebung laden charmante Hotels und idyllische Landhäuser zu einem mehrtägigen Aufenthalt in der Extremadura ein – ideal um die zahlreichen Freizeitaktivitäten der Region zu entdecken. w Panorama http://turismosallentdegallego.wn.gpisoftware.net/es/ nuestros-pueblos/lanuza ©Oficina de Turismo de Sallent de Gállego https://www.civitatis.com/es/granadilla/visita-guiadagranadilla Ciudad Romana de Cáparra Templete Romano, llamado « Piedras Labradas» Zarza de Granadilla Poblado del embalse de Gabriel y Galán Hervás Emblase de Gabrile y Galán Granadilla E-803 N-630 N-630 Escarrilla Formigal FormigalSarrios Tramacastilla de Tena Parque Faunístico Lacuniacha As Forcas Reserva natural El Saldo de Escarrilla El Salto de Sallent ARAMÓN Panticosa ESPAÑA FRANCIA Lanuza A-136 A-136 Embalse de Lanuza Pico Calama (Cerro de la Pitanilla) Puerto de Honduras Lagunilla Aldeanueva del Camino ©Civitatis
RkJQdWJsaXNoZXIy NjIyODI=