Revista/Zeitschrift Economía 2026-01 | Cámara de Comercio Alemana para España | AHK Spanien

34 economía HISPANO - ALEMANA Nº 1/2026 Als deutsches Familienunternehmen und Teil des industriellen Mittelstands verfolgt GEZE sicher die aktuelle Diskussion zur Reindustrialisierung Europas, die auch in Spanien an Fahrt aufnimmt und das Titelthema dieser Ausgabe prägt. Wie bewerten Sie die bisherigen Bemühungen in diese Richtung, und welche Lehren lassen sich aus der unternehmerischen Praxis von Familienunternehmen wie GEZE für eine langfristig wettbewerbsfähige und resiliente Industrie ziehen? Die Diskussion um die Reindustrialisierung Europas ist essenziell für unsere technologische Souveränität. Als Familienunternehmen verfolgt GEZE hierbei einen klaren Kurs: Wir sind unseren Wurzeln treu geblieben, statt auf den kurzfristig günstigsten Standort zu setzen. „Made in Germany“ bleibt unser zentrales Qualitätsversprechen, da gerade bei sicherheitsrelevanten Produkten die Nähe zur Produktion entscheidend ist. Unsere internationale Aufstellung ist kein Ergebnis moderner Trends, sondern das Resultat aus fundierter unternehmerischer Analyse, Intuition und einem proaktiven Risikomanagement. Bereits vor über einem Jahrzehnt – lange vor der heutigen Debatte – haben wir Standorte in Serbien und der Türkei gegründet und sukzessive ausgebaut. Diese Entscheidung basierte darauf, Marktchancen frühzeitig zu nutzen, schneller auf lokale Kundenwünsche zu reagieren und unsere Lösungen preislich attraktiv zu halten. Ergänzt durch Standorte wie in China für länderspezifische Anforderungen, sichern wir so kurze Lieferketten und stärken unsere Resilienz. Die wichtigste Lehre aus unserer Praxis ist das Denken in Generationen: Langfristige Wettbewerbsfähigkeit entsteht durch eine strategische Balance zwischen Heimatverbundenheit und einer klug analysierten globalen Präsenz. Eine starke Industrie braucht diese Beständigkeit und den Mut, strategische Unabhängigkeit über kurzfristige Quartalserfolge zu stellen. Spanien ist seit vielen Jahren Teil der internationalen Präsenz von GEZE. Neben Vertrieb und Service verfügt GEZE in Spanien auch über kleinere Produktionsstandorte. Welche Rolle spielt der Standort Spanien heute innerhalb der GEZE-Gruppe? Spanien nimmt innerhalb der GEZE-Gruppe eine strategische Schlüsselrolle ein, die weit über Vertrieb und Service hinausgeht. Mit unseren Produktionsstandorten in Barcelona und Vigo, an denen wir Schiebetürsysteme fertigen, sichern wir einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Geschwindigkeit. Wir liefern unsere Standardprodukte innerhalb von 24 bis 72 Stunden auf der gesamten Iberischen Halbinsel aus. In unserer Branche sind solche Lieferzeiten fundamental für den Projekterfolg. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist zudem unsere lokale Adaptionsfähigkeit. Trotz europaweiter Normen unterscheidet sich die Bauweise automatischer Türen regional in Spanien und Portugal erheblich. GEZE folgt hier dem Prinzip: Global denken, lokal handeln. Wir passen uns den spezifischen Anforderungen unserer Kunden vor Ort an, insbesondere bei individuellen, projektierten Lösungen, wo kurze Lieferzeiten den Ausschlag geben. Ein Beleg für diese tiefe lokale Verankerung ist unsere seit über zehn Jahren bestehende Zertifizierung für Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (NRWG), die wir in Kooperation mit einem führenden spanischen Aluminium-Profilsystemhaus realisieren – Lösungen, die heute im Zuge nachhaltiger Architektur gefragter denn je sind. Gleichzeitig ist Spanien ein bedeutender Innovations-Hub. Unsere F&E-Abteilung in Barcelona entwickelt mit 17 Experten Software und Applikationen für den Weltmarkt. In unserem eigenen Labor führen wir Validierungstests und Benchmarks durch, die in enger Zusammenarbeit mit den deutschen Teams entstehen. Spanien ist somit nicht nur ein Absatzmarkt, sondern ein Motor für den Erfolg auf der Iberischen Halbinsel und ein Gestalter der globalen Lösungen der Zukunft. Standort Spanien „Die Reindustrialisierung Europas ist essenziell für unsere technologische Souveränität. Als Familienunternehmen sind wir unseren Wurzeln treu geblieben – statt auf den kurzfristig günstigsten Standort zu setzen.“ Team F&E Foto: GEZE

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