Revista/Zeitschrift Economía 2026-01 | Cámara de Comercio Alemana para España | AHK Spanien

33 economía HISPANO - ALEMANA Nº 1/2026 Frau Zondler, der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose für Spanien Mitte Januar auf 2,3% für 2026 angehoben und sieht die spanische Wirtschaft damit weiterhin dynamischer als den Durchschnitt der Eurozone. Gleichzeitig ist das internationale Umfeld von zunehmenden Unsicherheiten geprägt. Wie bewerten Sie vor diesem Hintergrund die aktuelle wirtschaftliche Lage Spaniens und die Attraktivität des Standorts für Industrie- und Investitionsentscheidungen? Sehen Sie Parallelen zu den 2000er-Jahren, in denen es zu einer konjunkturellen Überhitzung mit den bekannten Folgen kam, oder unterscheidet sich die heutige Situation – insbesondere mit Blick auf den Bausektor – grundlegend davon? Die wirtschaftliche Lage Spaniens bewerten wir bei GEZE Iberia als bemerkenswert robust. Mit einer IWF-Prognose von 2,3% für 2026 behauptet sich das Land als Wachstumsmotor der Eurozone. Diese Dynamik spiegelt sich auch im aktuellen AHK Barometer Herbst 2025 wider: Trotz globaler Unsicherheiten bewertet die Mehrheit der deutschen Unternehmen in Spanien ihre eigene Lage als gut oder stabil und blickt zuversichtlich auf das kommende Jahr. Laut Eurostat stützt sich diese Dynamik auf eine solide Binnennachfrage und stabile Investitionen, trotz des volatilen internationalen Umfelds. Eine Parallele zur Überhitzung der 2000er-Jahre sehe ich aktuell nicht. Durch unser eigenes Lead-Management für Chancen in öffentlichen Gebäuden haben wir einen sehr direkten Blick auf die Projektlandschaft in ganz Spanien; hier zeichnen sich momentan keine Anzeichen einer spekulativen Blase ab. Auch bestätigt der Branchenverband AECOC einen Trend zu Qualität und Nachhaltigkeit. Der Index für das Vertrauen in die Bauindustrie in Spanien erfasst durch die EU steht im IV. Quartal 2025 auf einem Jahreshoch von 20, in der Krise lag dieser Wert im Oktober 2013 bei minus 70, oder im Mai 2020, während der Pandemie, bei minus 41. Doch Vorsicht ist geboten: Wie die Erfahrung zeigt, zeichnen sich Krisen in Spanien selten langfristig ab – wir werden oft von ihrem plötzlichen Zeitpunkt und ihrer Virulenz überrascht. Zudem birgt das Auslaufen der Next-Generation-EU-Fonds im Juni 2026 Risiken für den Nicht-Wohnbau. Es gilt, diese potenzielle investive Delle durch private Projekte abzufedern. Für GEZE bleibt der Standort jedoch attraktiv, da der Bedarf an intelligenter Gebäudetechnik ein langfristiger, struktureller Trend bleibt, der über temporäre Förderzyklen hinausgeht. Das in Leonberg bei Stuttgart ansässige Familienunternehmen GEZE entwickelt seit mehr als 160 Jahren Lösungen rund um Tür-, Fenster- und Sicherheitstechnik. Verankert in Baden-Württemberg, einer der zentralen Industrieregionen Deutschlands, ist GEZE heute international tätig. Das Unternehmen entwickelt und produziert Produkte sowie Systemlösungen für moderne, vernetzte Gebäude und begleitet Projekte über den gesamten Gebäudelebenszyklus hinweg – von der Planung über die Umsetzung bis hin zu Service- und Wartungsleistungen. Vor dem Hintergrund der aktuellen europäischen Debatte über Reindustrialisierung, Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Resilienz steht GEZE exemplarisch für einen langfristig orientierten industriellen Mittelstand. Spanien ist seit vielen Jahren Teil der internationalen Präsenz von GEZE. Mit der Gründung von GEZE Iberia im Jahr 2001 wurde die Marktpräsenz auf der iberischen Halbinsel gezielt ausgebaut, um Kundennähe, technische Beratung und Serviceleistungen vor Ort zu stärken. Seit der Gründung leitet Birgit Zondler als Managing Director die Geschäfte von GEZE Iberia und hat die Entwicklung des Unternehmens in Spanien maßgeblich begleitet. Standort Spanien GEZE-Zentrale in Leonberg Foto: GEZE

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