Revista/Zeitschrift Economía 2026-01 | Cámara de Comercio Alemana para España | AHK Spanien

20 economía HISPANO - ALEMANA Nº 1/2026 betonte, „erstmals seit 1992 den industriepolitischen Regulierungsrahmen aktualisiert, um die öffentlich-private Zusammenarbeit zu stärken und kritische industrielle Kapazitäten abzusichern“. Den Schätzungen des sogenannten „Draghi-Berichts“ zufolge besteht das Ziel darin, den Industrieanteil auf 20 % des BIP zu steigern (derzeit liegt er bei rund 14–15%). Zumindest zeigen die Indizes der Industrieproduktion und Konjunktur (IPI), dass sich in Spanien im Jahr 2025 eine leichte, aber stetige Erholung abzeichnet (etwa 1,2% bis 1,7% jährlich), mit wachsenden Sektoren wie der Energie- und der Chemieindustrie. Gleichzeitig wuchs die spanische Wirtschaft um 2,8%, getragen von Konsum und Investitionen, während die Eurozone nach Angaben von Eurostat trotz der Zölle ein Wachstum von 1,5% verzeichnete. Salvador Marín, Direktor des Studienservices im Allgemeinen Rat der Wirtschaftswissenschaftler Spaniens (CGE), ist der Auffassung, dass „die Reindustrialisierung Spaniens als strategische Priorität des Landes angegangen werden muss – insbesondere in einem europäischen Kontext, der von der Neudefinition der sogenannten Wertschöpfungsketten, der Energie- und Digitalwende sowie der Stärkung der strategischen Autonomie geprägt ist“. So steht es in einem der Jahresberichte der Institution mit dem Titel „Eine wirtschaftliche Perspektive zur Lage der Industrie in Spanien: Aktualisierung 2024“ (veröffentlicht im Juni 2025). Darin wird ausgeführt, dass „die Industrie weiterhin eine tragende Säule für Produktivität, Beschäftigungsstabilität und die außenwirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft darstellt, auch wenn ihr relativer Anteil am BIP nach wie vor strukturelle Schwächen aufweist“. Vor diesem Hintergrund betont Marín, wie wichtig es ist, einer doppelten Herausforderung zu begegnen: „Einerseits gilt es, sich an ein zunehmend anspruchsvolles regulatorisches und technologisches Umfeld anzupassen; andererseits muss dies geschehen, ohne an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Volkswirtschaften zu verlieren, die womöglich ehrgeizigere industriepolitische Maßßnahmen zur Förderung von Investitionen, Innovation und unternehmerischem Wachstum umsetzen.“ Darüber hinaus erklärt der Experte, dass man seitens des Studienservices des CGE „nachdrücklich unterstreicht, dass sich die Reindustrialisierung nicht ausschließlich auf große Leitprojekte beschränken darf, sondern auch entschlossen die kleinen und mittleren Unternehmen einbeziehen muss, da sie das Fundament des Produktionsgefüges und den wichtigsten Träger industrieller Beschäftigung darstellen. Die Industriepolitik muss mit dem neuen europäischen Rahmen kohärent sein und Anreize für produktive Investitionen, einen verbesserten Zugang zu Finanzierung, vereinfachte Regulierungen sowie eine wirksame Unterstützung der Digitalisierung (selbstverständlich einschließlich der künstlichen Intelligenz) und der Dekarbonisierung miteinander verbinden.“ Größe als Faktor Vor diesem Hintergrund sollte Spanien den Blick auf Deutschland richten, um sich stärker dem Konzept des „Mittelstands“ anzunähern – der in Deutschland die breite Mitte bildet, während Unternehmen in Spanien häufig noch als „klein“ oder sogar „mikro“ einzustufen sind. Rafael Vaquero, Geschäftsführer der Stiftung CRE100DO, die 2014 als landesweites Programm von der Fundación Innovación Bankinter, ICEX und dem Unternehmerverband ins Leben gerufen wurde, nutzt diesen Vergleich im Hinblick auf eine wachsende strategische Autonomie: „Für Spanien sollte die Stärkung seiner industriellen Basis eine strategische Priorität sein, wenn wir mit Europa konvergieren und den Abstand zu Ländern wie Quelle: Spanisches Statistikamt (INE), März 2025 Industriesektor. Jahr 2023. Wichtigste Kennzahlen Wichtigste Kennzahlen Millionen Euro Jährliche Veränderung (%) Umsatz Gesamtaufwand für den Einkauf von Waren und Dienstleistungen Wertschöpfung zu Faktorkosten Personalaufwand Löhne und Gehälter Bruttobetriebsüberschuss Investitionen in Sachanlagen Anzahl der Unternehmen Beschäftigte (Jahresdurchschnitt, in Tausend Personen) 864.728 681.256 197.991 100.990 77.488 97.001 35.544 187.759 2.391 -6,8 -11,6 3,2 7,4 6,6 -0,8 15,1 -2,0 1,0

RkJQdWJsaXNoZXIy NjIyODI=