Revista/Zeitschrift 2025-03 | Cámara de Comercio Alemana para España | AHK Spanien

73 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2025 Migration sorgt dafür, dass neue Arbeitskräfte auf dem portugiesischen Arbeitsmarkt aktiv werden. Insgesamt leben bereits rund 1 Million Migranten in Portugal. Häufig sind Zugewanderte in Dienstleistungsjobs tätig. Auch die Landwirtschaft setzt zunehmend auf Arbeitskräfte aus dem Ausland. Die Arbeitslosenquote sank laut portugiesischem Statistikamt INE im 2. Quartal 2025 auf 5,9%. Das ist der niedrigste Wert seit 20 Jahren. Konsum: Ausblick für die private Nachfrage bleibt positiv Ein Wachstumstreiber für die portugiesische Wirtschaft bleibt der private Konsum. Ihn stärkt ein weiterer Anstieg der Beschäftigung, auch wenn der Zuwachs etwas nachlässt. Auch höhere Löhne und eine gesunkene Inflation sorgen für höhere Reallöhne. Insgesamt fallen die Aussichten für die private Nachfrage mit einem Plus von jeweils etwa 3% für 2025 und 2026 positiv aus. Problematisch bleibt jedoch das immer teurere Wohnen. Im Jahr 2024 sind die Mietpreise im Landesdurchschnitt um 9,3% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Medianmiete allein in der Hauptstadt Lissabon betrug zum Jahresende 2024 laut Statistikamt INE 16,04 Euro pro Quadratmeter. Außenhandel: Prognose nach unten revidiert Die Prognose der EU-Kommission vom Mai 2025 sieht beide Seiten der Außenhandelsbilanz zwar im Plus. Gegenüber der vorangegangenen Prognose hat sie das Plus bei den Exporten für das Jahr 2025 aber von 3% auf 1,7% abgesenkt. Grund dafür sind vor allem die größeren Unsicherheiten im Welthandel. Die Dienstleistungsexporte wiederum profitieren weiterhin vom anhaltenden Tourismusboom. Deutsche Perspektive: Portugal als Beschaffungsmarkt immer wichtiger Die bilateralen Handelsstatistiken für das Jahr 2024 können mit einer Überraschung aufwarten: Deutschland importierte sind bisher erst etwa 8 Milliarden Euro an die endbegünstigten Unternehmen ausgezahlt worden. Insbesondere bei den Bauinvestitionen rechnet die EU-Kommission deshalb mit einem größeren Plus von jeweils rund 5%. Hier sorgen Projekte im Infrastrukturbereich für Impulse, häufig kofinanziert durch europäische Fördermittel. So laufen beispielsweise Arbeiten an der Schnellzugstrecke zwischen Évora und Elvas. Die Trasse ist ein wichtiges Verbindungsstück für die künftige Direktverbindung zwischen Lissabon und Madrid, über die Städte Badajoz und Mérida in der spanischen Region Extremadura. Arbeitsmarkt: Hohe Beschäftigung erschwert Suche nach Fachkräften Das Lohnniveau in Portugal fällt im europäischen Vergleich eher niedrig aus. Die Tendenz zeigt jedoch nach oben, auch wegen des zunehmenden Fachkräftemangels. Der Statistikdatenbank Pordata zufolge schlossen 2023 rund 95.600 Menschen in Portugal Universitätsstudiengänge ab. Das ist ein Zuwachs von 6,7% gegenüber dem Vorjahr. Darunter befanden sich 21.000 aus dem Spektrum Finanzen/Wirtschaft/Recht und 17.400 aus den Ingenieurwissenschaften. Angesichts einer geringen Arbeitslosigkeit und einer hohen Beschäftigungsquote stellt aber die Verfügbarkeit von Arbeitskräften für Arbeitgeber eine Herausforderung dar. Laut einer Umfrage der Manpower Group von Februar 2025 sagen 84% der Arbeitgeber in Portugal, dass sie Probleme beim Recruiting hätten. In den untersuchten 42 Ländern steht Portugal damit auf Platz 3. Wirtschaftliche Entwicklung 2024 bis 2026 in Portugal Reale Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent Die deutschen Einfuhren aus Portugal haben stark zugenommen In Milliarden Euro 1) * Prognose Quelle: Europäische Kommission, Mai 2025 1 Warenhandel; 2 Free on Board (fob); 3 Cost, Insurance, Freight (cif) Quelle: Eurostat Juni 2025 BIP Leistungsbilanzsaldo (in % des BIP) Bruttoanlageinvestitionen Privater Verbrauch 2024 2025*) 2026*) 2,0 1,5 1,0 0,5 12 11 10 9 8 7 Deutsche Ausfuhren 2) Deutsche Einfuhren 3) 2020 2021 2022 2023 2024

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