35 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2025 Standort Spanien und andererseits die Talentgewinnung erleichtert – ein entscheidender Faktor angesichts des Mangels an Fachkräften. Zweitens setzen wir auf Upskilling und Reskilling. Wir haben eine vollständige Kompetenzanalyse im Unternehmen durchgeführt, um zu ermitteln, welche Kenntnisse und Fähigkeiten unsere Mitarbeitenden heute besitzen und welche in naher Zukunft gebraucht werden. So können wir Qualifikationslücken erkennen und gezielt entscheiden, ob wir in interne Weiterbildung oder externe Rekrutierung investieren. Die Talentgewinnung wird dadurch zu einer weiteren entscheidenden Säule. Aus organisatorischer Sicht arbeiten wir mit agileren und kooperativen Strukturen, die mit der traditionellen Tendenz brechen, Unternehmen in funktionale Silos zu organisieren, in denen Wissen die Grenze zwischen den einzelnen Funktionen bildet. Das Ziel ist es, multidisziplinäre und horizontale Strukturen zu fördern, die Innovation und eine schnelle Entscheidungsfindung begünstigen. Und schließlich legen wir großen Wert auf Leadership. Wir brauchen Führungskräfte, die diese Transformation steuern können, mit einer klaren Vision für die nächsten zwei bis vier Jahre und der Fähigkeit, diese Vision an ihre Teams weiterzugeben. Mit dem Projekt des künftigen Smart Campus in Madrid investiert Siemens 160 Millionen Euro in eine neue, CO2-neutrale und vollständig digitalisierte Unternehmenszentrale. Welche strategische Bedeutung hat dieses Projekt für Siemens Spanien, und kann es als Modell für andere Unternehmen dienen? Unser Smart Campus Madrid wird weit mehr sein als ein CO2 -neutrales Gebäude – er wird ein lebendes Innovationslabor sein, das modernste Technologien integriert und als Modell und Katalysator für übertragbare Lösungen dient. Wir beschreiben ihn mit drei Schlüsselbegriffen: nachhaltig, digital und inklusiv. Der Campus wird fortschrittliche Systeme zur Datenerfassung und -analyse in Echtzeit integrieren, um Energieverbrauch, Luftqualität und Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu optimieren. Dadurch können vorausschauende Wartung und ein hocheffizientes Betriebsmanagement umgesetzt werden. Das Projekt ist vollständig im Einklang mit den Zielen des Plan España 2050, der eine grünere, digitalere und produktivere Zukunft in Spanien fördert. Es wird ein greifbares Beispiel dafür sein, wie Technologie unsere städtische und industrielle Zukunft verändern kann. Sie haben die Leitung von Siemens Spanien im Dezember 2024 in einer Phase großer globaler Umbrüche übernommen. Welche strategischen Prioritäten setzen Sie für die kommenden Jahre, und welche persönlichen Akzente möchten Sie in Ihrer Führung setzen? In einem Umfeld, das von fragmentierten Lieferketten und globaler Volatilität geprägt ist, konzentrieren sich meine strategischen Prioritäten auf drei miteinander verbundene Säulen: Erstens auf die Beschleunigung einer gerechten Energiewende – durch Förderung der industriellen Dekarbonisierung, intelligente Elektrifizierung und fairen Zugang zu sauberer Energie. Zweitens auf industrielle Resilienz und technologische Autonomie – durch Stärkung der Produktionskapazitäten Spaniens „Wir brauchen Führungskräfte, die diese Transformation steuern können, mit einer klaren Vision für die nächsten zwei bis vier Jahre und der Fähigkeit, diese Vision an ihre Teams weiterzugeben“
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