33 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2025 Ich bleibe dabei: Der Schlüssel liegt in der öffentlich-privaten Zusammenarbeit – mit dem Ziel, Begeisterung zu wecken in einem Markt, der sich bislang eher unter regulatorischem Zwang entwickelt hat. Eine steuerliche Reform, die mit den nationalen Zielen im Einklang steht; eine Regulierung, die Verwaltungsverfahren vereinfacht und beschleunigt; mehr Transparenz bei der Bereitstellung von Informationen und ein ganzheitlicher Blick auf das Elektrofahrzeug als Instrument nicht nur zur Dekarbonisierung und Luftreinhaltung im Verkehr, sondern auch zur Steigerung der Energieeffizienz: All das sind Schlüsselelemente einer Strategie, in der die öffentlich-private Partnerschaft so eng und effizient sein muss wie nie zuvor. Elektromobilität sollte dabei aus politischen oder ideologischen Debatten herausgehalten werden – deshalb verstehen wir sie als ein nationales Projekt. w Sie betonen regelmäßig, dass Elektromobilität nicht nur als technologischer Wandel, sondern als strategisch wichtiges nationales Projekt verstanden werden muss. Wie beurteilt AEDIVE den Grad der Koordination zwischen Behörden, Unternehmen und Zivilgesellschaft in Spanien? Welche Mechanismen wären Ihrer Meinung nach am wirksamsten, um die Einführung der Elektromobilität auf integrierte, inklusive und nachhaltige Weise zu beschleunigen? In Europa haben wir die Automobilindustrie im Allgemeinen auf die Hardware (das Fahrzeug) ausgerichtet, mit traditionellen Produktions- und Montagelinien, die zudem zu einem Anstieg der Fehlzeiten am Arbeitsplatz geführt haben. Uns hat es an Weitsicht gefehlt, um zu verstehen, dass Digitalisierung, Konnektivität und Elektrifizierung in Verbindung mit der Robotisierung der Produktionsketten die Automobilindustrie des 21. Jahrhunderts prägen würden. Darüber hinaus haben wir diese Schlüsselpositionen an andere Märkte wie den asiatischen abgegeben, weil wir davon ausgingen, dass die analoge Technologie weiterhin von grundlegender Bedeutung sein würde, und weil wir die billigen Arbeitskräfte in China ausnutzen wollten, ohne eine Strategie zu haben, die es uns ermöglicht hätte, uns auf die heutige Welt vorzubereiten. So haben wir durch Produktionsverlagerung und die Auslagerung zentraler Prozesse Chinas technologische Entwicklung mitfinanziert. China hat das Wissen übernommen, seine Wirtschaft gestärkt, die eigene Industrie unter Kontrolle gebracht und ist vom bloßen Nachahmer zum Innovator aufgestiegen – mit einer klaren Strategie, die auf Elektrifizierung, Digitalisierung und Konnektivität setzt. Jetzt gilt es, sich dieser Fehlentscheidungen in Europa bewusst zu werden und neue Wege der Zusammenarbeit, der gemeinsamen Synergienutzung und strategischer Partnerschaften mit der chinesischen Industrie zu entwickeln. Und genau das geschieht bereits, wie etwa an den Vereinbarungen zwischen BYD und Castrosua, Chery und Ebro, Zengzhou Nissan Automobile und Santana Motors, Leapmotor und CATL mit Stellantis oder dem Engagement von Lum Auto in Extremadura deutlich wird. Die Elektromobilität entwickelt sich zunehmend in Richtung eines Modells, in dem Software, Konnektivität und künstliche Intelligenz den zentralen Mehrwert darstellen. Ist die spanische Industrie bereit, in diesem neuen Umfeld zu bestehen? Wie beurteilen Sie diese Entwicklung im Kontext der großen europäischen Automobilgruppen, insbesondere der deutschen, die auch in Spanien Werke betreiben?
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