Revista / Zeitschrift 2025-02 | Cámara de Comercio Alemana para España | AHK

31 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2025 In den letzten Jahren ist die Elektromobilität zu einem zentralen Thema in der Politik geworden, wenn es um Dekarbonisierung, industrielle Entwicklung und die Förderung der globalen Wettbewerbsfähigkeit geht. Die Entwicklung dieser neuen Mobilität ist jedoch nicht nur eine Reaktion auf ökologische Erfordernisse, sondern auch auf strategische, technologische und wirtschaftliche Faktoren, die das Produktionsmodell, die Wertschöpfungsketten und die Konsumgewohnheiten weltweit neu definieren. Spanien steht in diesem Prozess vor einer doppelten Herausforderung: Zum einen muss die Transformation hin zu nachhaltiger Mobilität beschleunigt werden, zum anderen soll dieser Wandel das industrielle Gefüge stärken, zur Energieunabhängigkeit beitragen und die Position Spaniens als einer der führenden Automobilhersteller Europas sichern. In diesem Kontext ist die Elektrifizierung des Verkehrs zu einem nationalen Zukunftsprojekt geworden, das eine enge öffentlich-private Koordination, Innovation, Investitionen und langfristige strategische Planung erfordert. Seit 2011 steht Arturo Pérez de Lucía González an der Spitze von AEDIVE, dem Unternehmensverband für die Entwicklung und Förderung der Elektromobilität, der die gesamte Wertschöpfungskette des Sektors in Spanien und Portugal repräsentiert. Unter seiner Leitung hat sich AEDIVE als maßgebliche Stimme der Elektromobilität auf der iberischen Halbinsel etabliert. Ziel ist es, die Einführung von Elektrofahrzeugen zu beschleunigen und den Sektor als zentralen Hebel für Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und industrielle Transformation zu positionieren. Spanien ist ein global bedeutender Industriestandort im Automobilbau und auch führend bei der Erzeugung erneuerbarer Energien sowie in den Bereichen Digitalisierung und Konnektivität. Das heißt, wir verfügen über die nötigen Voraussetzungen, um die Mobilität des 21. Jahrhunderts anzuführen – mit elektrischen, vernetzten und autonomen Fahrzeugen. Sich für Elektrofahrzeuge zu entscheiden, bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur, sich für nachhaltige Mobilität zu entscheiden, sondern auch für Energieeffizienz, denn Europa – und damit auch Spanien – ist stark abhängig von fossilen Energieimporten aus Drittstaaten, ist aber zugleich in der Lage, saubere und reichlich verfügbare Energie selbst zu erzeugen – für Gebäude, Industrie und Mobilität. Wenn wir diesen Vorteil nutzen, werden wir energie- und wirtschaftspolitisch resilienter und unabhängiger. Andererseits exportiert unsere Automobilindustrie 90% ihrer Produktion in Drittländer, in denen der Kauf von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor in zehn Jahren verboten sein wird. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, auf elektrische Produktionsketten zu setzen, wenn wir unsere industrielle Führungsposition und ein attraktives Produktangebot behalten wollen. Herr Pérez de Lucía, Elektromobilität ist heute weit mehr als eine technologische Revolution – sie ist sozusagen ein geopolitisches, industrielles und wirtschaftliches Schlachtfeld. Welche konkrete Rolle kann und sollte Spanien Ihrer Erfahrung nach in diesem wettbewerbsintensiven Umfeld spielen? Und welche Risiken drohen dem Land, wenn die industrielle Transformation zur Elektromobilität nicht zügig erfolgt? Spanien verfügt über die nötigen Voraussetzungen, um die Mobilität des 21. Jahrhunderts anzuführen – mit elektrischen, vernetzten und autonomen Fahrzeugen

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