Revista/Zeitschrift 2025-01 | Cámara de Comercio Alemana para España | AHK Spanien

20 economía HISPANO - ALEMANA Nº 1/2025 mit Hochschulbildung in Spanien um 9,3% über dem EU-Durchschnitt, was dem Land eine vorteilhafte Position bei der Ausbildung seiner Arbeitskräfte verschafft. Dadurch wird die Wettbewerbsfähigkeit langfristig gestärkt.“ Die Leistungsbilanz – „seit 2012 dauerhaft positiv, dank der Stärkung des Tourismus und der Diversifizierung hin zu nicht-touristischen Dienstleistungen“ –, der Handelsüberschuss bei Waren und Dienstleistungen – „im Jahr 2023 auf einem historischen Niveau von etwa 5% des BIP konsolidiert, was die Widerstandsfähigkeit und Kapazität des spanischen Außenhandelssektors widerspiegelt“ – und die Verbesserung der Finanzierungsbedingungen tragen laut Izquierdo zu diesen positiven Aussichten bei. Es gibt aus seiner Sicht allerdings auch „Herausforderungen wie das Defizitsaldo, das sich von nahezu -100% des BIP im Jahr 2009 auf derzeit etwa -52% deutlich verbessert hat.“ Darüber hinaus muss Izquierdo zufolge „die Leistung in Bereichen wie Unternehmenseffizienz und Effizienz der Regierung verbessert werden. Dazu gilt es, die Steuerlast zu senken, einen stabilen Regulierungsrahmen für Unternehmen zu gewährleisten und die europäischen Fördermittel effizient zu investieren“: Die Rede ist von den NextGen-Fonds, die im Dezember 2026 auslaufen. Externe Projektion Raúl Mínguez, Direktor der Forschungsabteilung der spanischen Handelskammer, unterstreicht die Bedeutung des „externen Faktors“ als treibende Kraft für die wirtschaftliche Entwicklung Spaniens: „Wir müssen die Produkt- und Prozessinnovation verbessern (Marketing-Verkaufskanäle, Effizienz im Vertrieb usw.), denn Wettbewerbsfähigkeit ist ein Spiegelbild der Produktivität. Außerdem müssen wir das Wachstum der Außenhandelszahlen festigen, die seit der Finanzkrise von 2008 gestiegen sind: Sie sind stabil gestartet, während sie vorher rückläufig waren.“ Mínguez hebt auch hervor, dass der Leistungsbilanzüberschuss (also die Möglichkeit der Außenfinanzierung) in den letzten 15 Jahren kontinuierlich zugenommen hat, ein bislang beispielloses Phänomen in der Geschichte der spanischen Wirtschaft. Der Experte betont zudem die Notwendigkeit der preislichen Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere in einer Zeit, in der China an Einfluss gewinnt: „Wir müssen lernen, uns in einem Umfeld niedrigerer Inflation innerhalb eines europäischen Rahmens mit kontrollierten Margen und Löhnen zu behaupten.“ Gleichzeitig müsse Spanien seine Vorinvestitionen wieder auf das frühere Niveau bringen, das erst 2024 wieder das Vorkrisenniveau erreicht habe. Außerdem unterstreicht er, wie entscheidend es ist, die Herausforderung der Talentgewinnung gezielt anzugehen: „Die ‘Business Outlook Survey aller Handelskammern in Europa – eine Umfrage unter fast 42.000 europäischen Unternehmen, darunter 1.765 spanische – zeigt, dass die Arbeitskosten für 78% ein entscheidender Faktor sind, ebenso wie der zunehmende Fachkräftemangel.“ In diesem globalen Szenario besteht Izquierdos Ansicht nach eine Tendenz zur „Neuausrichtung der Investitionsströme im Zuge der Globalisierung“. Die Meinung deutscher Unternehmen Die Digitalisierung der Unternehmen – insbesondere der kleinen und mittleren Betriebe, die 99% der spanischen Unternehmenslandschaft ausmachen –, die Anpassung des Bildungssystems an die neuen Bedürfnisse der Firmen, eine verstärkte Investition in Forschung und Entwicklung, eine bessere Koordination zwischen den verschiedenen Akteuren sowie die Förderung des Wissenstransfers sind zentrale Faktoren für eine wettbewerbsfähigere Wirtschaft. Diese Aspekte haben auch deutsche Unternehmen wie Siemens im Blick. Dessen CEO, Fernando Silva, verweist auf das „enorme Potenzial Spaniens in Schlüsselbranchen, darunter Rechenzentren, erneuerbare Energien, OECD-Prognose (Dezember 2024) Veränderung gegenüber dem Vorjahr Global OECD USA Eurozone Deutschland Frankreich Spanien Italien Japan Vereinigtes Königreich (UK) China Indien Brasilien Mexiko Welthandel 3,2 1,7 2,8 0,8 0,0 1,1 3,0 0,5 -0,3 0,9 4,9 6,8 3,2 1,4 3,5 5,4 2,5 2,4 2,4 2,4 2,8 1,2 2,6 2,6 0,4 4,8 4,5 4,7 3,3 1,9 2,4 1,3 0,7 0,9 2,3 0,9 1,5 1,7 4,7 6,9 2,3 1,2 3,6 3,8 2,1 2,1 2,0 1,6 2,1 2,1 1,9 2,7 1,1 4,2 4,2 3,3 3,3 1,9 2,1 1,5 1,2 1,0 2,0 1,2 0,6 1,3 4,4 6,8 1,9 1,6 3,5 3,0 2,0 2,0 1,9 1,8 2,0 2,0 2,1 2,3 1,4 4,0 3,6 3,0 BIP 2024 2025 2026 2024 2025 2026 Inflation

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