34 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2024 Andererseits brauchen auch die Unternehmen mehr Unterstützung bei der Erneuerung ihrer Flotten, denn wir dürfen nicht vergessen, dass im Jahr 2023 die Hälfte der in Spanien gekauften E-Fahrzeuge von Unternehmen gekauft wurden. Deshalb schlagen wir steuerliche Maßnahmen vor wie zum Beispiel die Wiedereinführung des Abzugs der Körperschaftsteuer für den Kauf und das Aufladen von Elektrofahrzeugen oder den vollständigen Erlass der Mehrwertsteuer für den Kauf von Elektrofahrzeugen, wie beim portugiesischen Modell. Letztlich brauchen unsere Fabriken auch eine Vereinfachung der bürokratischen Verfahren, Zugang zu erneuerbaren Energien zu erschwinglichen Preisen und eine bessere steuerliche Behandlung von Innovationen. Für Mercedes-Benz stellte die Grundsteinlegung in Vitoria für die VAN.EA Produktion vergangenen März einen weiteren Meilenstein dar. Und auch auf Vertriebsseite wurden mit der Integration des spanischen und portugiesischen Marktes bei Mercedes-Benz Iberia die Weichen gestellt, um auf den sich in der Branche vollziehenden Wandel bestens vorbereitet zu sein. Wie stellt sich die Lage für Mercedes-Benz in Spanien dar, und welche Rolle spielt das Land in der globalen Strategie? Die Vergabe der neuen Elektrotransporter-Plattform VAN.EA an unser Werk in Vitoria ist in der Tat eine Anerkennung seiner Arbeit und bezeugt sein starkes Engagement für Innovation und Qualität. Unser Werk in Vitoria hat damit einmal mehr seine Vorbildfunktion für die Marke unter Beweis gestellt. Was unsere handelsbezogene Integration mit Portugal betrifft, so haben wir im April einen weiteren Schritt zur Konsolidierung getan. Unser Zusammenschluss macht uns zu einem stärkeren Unternehmen, das über mehr Möglichkeiten und Instrumente verfügt, um zu wachsen und wettbewerbsfähiger zu werden. Spanien und Portugal sind Länder, die in Bezug auf Kultur, Geografie, Vielfalt usw. viele Gemeinsamkeiten aufweisen, aber wir sind uns auch bewusst, dass jedes Land seine eigene Identität hat. Wir respektieren die Einzigartigkeit jedes Marktes und glauben, dass wir voneinander lernen und gemeinsam besser werden können. Nehmen wir nochmals das Thema Infrastruktur in Bezug auf die „neue“ elektrische Mobilität auf. Ist Spanien hierfür gut gerüstet? Kommt man beispielsweise beim Ausbau von Ladeinfrastruktur in diesem Bereich gut voran, auch in Form von Public Private Partnerships? Wie sehen hierzulande die Forderungen der Branche an die öffentliche Hand aus? Zunächst einmal würde es keinen Sinn machen, wenn Marken Elektromodelle auf den Markt bringen, solange die Kunden keinen Zugang zu Schnellladestationen auf der Straße haben. Laut dem jüngsten Elektromobilitätsbarometer von Anfac, dem spanischen Verband unserer Branche, waren am Ende des ersten Quartals 2024 32.422 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Betrieb. Für die derzeitige Flotte von Elektrofahrzeugen dürfte diese Infrastruktur ausreichend sein. Mit anderen Worten: Kunden, die heute den Kauf eines Elektrofahrzeugs erwägen, können sicher sein, dass es ihnen nicht an Ladepunkten mangeln wird. In Anbetracht der Wachstumsziele für die Elektromobilität in den kommenden Jahren und des von der Europäischen Union geschaffenen Rechtsrahmens (ab 2035 ausschließlicher Verkauf CO2-emissionsfreier Fahrzeuge im Straßenverkehr) müssen wir jedoch auf einen beschleunigten Ausbau dieser Infrastruktur, vor allem der Schnellladung, drängen. Heute verfügen nur 6 % des Straßennetzes über eine Ladeleistung von mehr als 150 kW oder eine Schnellladefunktion. Die „Wir brauchen eine starke Industrie und einen starken Binnenmarkt, um die Automobilindustrie in Spanien nicht zu gefährden.“ Standort Spanien
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