Revista 2024-02 Economía Hispano-Alemana | Cámara de Comercio Alemana para España

33 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2024 Herr Hoeps, die Frühjahrsausgabe unseres im April erschienenen AHK-Barometer Spanien malt ein optimistisches Bild der aktuellen Konjunktur seitens der deutschen Unternehmen in Spanien. 97% aller befragten Unternehmen schätzen ihre Lage gut bzw. befriedigend ein. Nur 3% sprechen von einer schlechten Lage. Auch die Einschätzung der spanischen Wirtschaft hat sich seit Herbst letzten Jahres maßgeblich verbessert. Teilen Sie diese Einschätzung der deutschen Unternehmen und welche sind Ihrer Meinung nach die Grundpfeiler dieses Optimismus auf dem spanischen Markt? Ohne tiefer auf die allgemeine Wirtschaftslage in Spanien einzugehen, kann ich bestätigen, dass sich der Markt und unser Geschäft günstig entwickeln. Dies spiegelt sich im anhaltenden Wachstum unserer Geschäftstätigkeit wider. So waren beispielsweise die Neuwagenverkäufe sowohl im vergangenen Jahr 2023 als auch im ersten Quartal dieses Jahres mit einem Wachstum von 10 % bzw. 14 % positiv für die Marke. Mit einem Volumen von rund einer Million Fahrzeugen bleibt der spanische Markt dabei trotzdem unter seiner natürlichen Größe von 1,2 bis 1,3 Millionen Einheiten, die notwendig wären, um die Überalterung der Flotte, die bereits über 14 Jahre alt ist, abzubremsen. Wir sehen also, dass es noch Raum für Wachstum gibt, und ich bin optimistisch, dass diese Erholung bald eintreten wird. Dafür brauchen wir natürlich die Unterstützung der Verwaltungen, um günstige Rahmenbedingungen für unseren Sektor zu schaffen, der so viel Gewicht in der Wirtschaft unseres Landes hat. Mein Optimismus beruht aber auch auf all den Vorzügen, die Spanien als Land zu bieten hat: Die strategisch günstige geografische Lage, qualifizierte Arbeitskräfte, gute Infrastrukturen, ein Wettbewerbsvorteil bei den erneuerbaren Energien und natürlich das Klima, die Lebensqualität usw. sind zunehmend wichtige Faktoren, um Investitionen anzuziehen und Talente zu halten. Spanien hält Rang zwei als Autoproduzent in Europa und Rang acht in der Welt. 2023 wurden bei einem Zuwachs von rund 10% gegenüber 2022 2,45 Millionen Fahrzeuge produziert. Mit 2,2 Millionen gingen dabei 9 von 10 Fahrzeugen in den Export. Können Sie uns ein genaueres Bild von Spanien als Produzent und Absatzmarkt zeichnen? Vor welchen Herausforderungen steht die Branche hierzulande? Die Automobilindustrie steht in Spanien und in Europa vor schwierigen Herausforderungen. Die vielleicht wichtigste ist der Übergang zur Elektromobilität und die Entwicklung der dafür notwendigen Infrastrukturen. In diesem Zusammenhang und angesichts des Auftretens neuer Wettbewerber dürfen wir uns nicht zurücklehnen, sondern müssen ständig weiter lernen und uns an die neuen Anforderungen der Kunden anpassen. Um die Automobilindustrie in Spanien langfristig nicht zu gefährden, brauchen wir nicht nur einen starken Binnenmarkt, sondern auch eine starke Industrie. Was den Markt anbelangt, so müssen wir den Kunden den Kauf von emissionsfreien und emissionsarmen Fahrzeugen erleichtern. Dazu muss nicht nur die Schnellladeinfrastruktur auf der Straße ausgebaut werden, sondern es muss auch die Effizienz von Programmen zur Unterstützung der Nachfrage wie dem MOVESPlan erhöht werden. Meiner Meinung nach wäre es sehr hilfreich, wenn Kunden, die sich für ein Elektrofahrzeug entscheiden, die entsprechende Unterstützung zum Zeitpunkt des Kaufs erhielten, also eine direkte Förderung. Fotos: Mercedes-Benz Standort Spanien

RkJQdWJsaXNoZXIy NjIyODI=