31 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2024 „Der Übergang zu erneuerbarem Wasserstoff bietet eine historische Chance, dass Spanien Energieexporteur wird.“ INTERVIEW MIT TOMÁS MALANGO, PRÄSIDENT DER STRATEGISCHEN ALLIANZ FÜR ERNEUERBAREN WASSERSTOFF SHYNE (SPANISH HYDROGEN NETWORK) Shyne (Spanish Hydrogen Network) wurde im Januar 2022 als größtes branchenübergreifendes Konsortium in Spanien mit dem Ziel gegründet, die Dekarbonisierung der Wirtschaft durch erneuerbaren Wasserstoff zu fördern. Es verbindet die Unternehmen Alsa, Bosch, Enagás, Enagás Renovable, Navantia Seanergies, Repsol und Talgo als Projektträger einerseits mit verschiedenen Kooperationspartnern andererseits, darunter Verbände, öffentliche und private Unternehmen, Technologiezentren und Universitäten wie zum Beispiel der spanische Wasserstoffverband (AeH2) und TECNALIA. Die Initiative, die im Mai dieses Jahres offiziell als Verein mit eigenem Vorstand unter Präsident Tomás Malango gegründet wurde, bringt Unternehmen mit einem gemeinsamen Ziel zusammen: Die Wertschöpfungskette für erneuerbaren Wasserstoff zu stärken, indem sie die Dekarbonisierung der spanischen Wirtschaft fördert und dazu beiträgt, Spanien zu einem wichtigen Akteur auf dem H2Markt zu machen. „In den Arbeitsgruppen arbeiten die Mitglieder zusammen, tauschen bewährte Verfahren aus und nehmen konkrete Projekte in Angriff. Diese Synergie beschleunigt die Umsetzung und das gegenseitige Lernen“, erklärt Malango und führt aus: „Einige Shyne-Projektträger, zum Beispiel Enagás Renovable und Repsol, treiben Projekte für eine realistische Produktion mit großen Elektrolyseuren voran. Andere, wie Navantia Seanergies, untersuchen die Möglichkeit der Produktion von Elektrolyseuren, und Bosch wird bald mit der Serienproduktion von PEM-Stacks für Elektrolyseure beginnen.“ Für das Konsortium, so Malango, ist eine einheitliche Kommunikation der wichtigste Schlüssel, damit Behörden und andere Unternehmen die Vision und die Bedürfnisse der Wertschöpfungskette klar verstehen, wenn es um die erfolgreiche Einführung von erneuerbarem Wasserstoff in Spanien geht. Aus Malangos Sicht befindet sich Spanien in einer privilegierten Position für eine Produktion zu wettbewerbsfähigen Kosten. Dadurch bietet sich „eine historische Chance, dass Spanien Energieexporteur wird. Wenn wir unser Potenzial an erneuerbarem Wasserstoff nutzen, können wir nicht nur unsere Energieunabhängigkeit sichern, sondern auch den weltweiten Übergang zu einer nachhaltigeren Energie und Industrie anführen.“ Um dieses Potenzial zu realisieren, ist die Entwicklung der Infrastruktur entscheidend. Daher, so der Präsident von Shyne, „unterstützt das Konsortium die Entwicklung von Wasserstoff durch Wasserstoff-Täler, und wir verstehen, dass die Verbindung zwischen den Tälern für die Entwicklung einer wettbewerbsfähigen Infrastruktur das Hauptkriterium sein muss, sowohl auf nationaler als auch auf regionaler Ebene. Spanien ist gut positioniert, um bei der Produktion und beim Export von Wasserstoff eine führende Rolle zu übernehmen. Sein Netz von Erdgasinfrastrukturen, seine konsolidierte chemische Industrie und seine wachsende Inlandsnachfrage sind entscheidende Stärken.“ In diesem Zusammenhang hebt Malango die Rolle der deutschen Industrie bei der Entwicklung und Industrialisierung der Elektrolyseurtechnologie hervor und erklärt: „Unternehmen wie Bosch, Sunfire und Siemens sind der Schlüssel dafür, dass Europa in diesem aufstrebenden Markt eine wichtige Rolle spielen kann, so wie es vor einigen Jahrzehnten in der Automobilindustrie der Fall war. Vor allem Bosch liefert mit seiner umfassenden Erfahrung im Automobilsektor hochwertige Komponenten für die Wasserstoff-Wertschöpfungskette.“ Darüber hinaus betont Malango auch die Bedeutung von Initiativen wie dem von Shyne geförderten Ebro-Wasserstoffkorridor, der sich über ein großes Gebiet erstreckt, das Aragonien, Katalonien, Navarra und das Baskenland umfasst und seiner Aussage nach das Potenzial hat, zu einem „Epizentrum für die Entwicklung von Wasserstoff zu werden, von der Produktion bis hin zu verschiedenen Anwendungen, einschließlich der Speicherung und des Transports.“ Er schlussfolgert: „Diese Vereinbarungen und Projekte markieren den Weg in eine nachhaltigere Zukunft voller Möglichkeiten.“
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