Revista 2024-02 Economía Hispano-Alemana | Cámara de Comercio Alemana para España

24 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2024 Biomethan, eine Notwendigkeit Bei seiner Rede im Rahmen der von ABC und Acciona im Unternehmenssitz von Vocento organisierten Tagung „Nachhaltige Technologien für die Abfallwirtschaft“ legte vor kurzem Joan Batalla, Präsident von Sedigas, den Schwerpunkt auf Biomethan. „Wir befinden uns in einer Zeit der drastischen Umgestaltung der Geschäftsmodelle, in der Länder wie Spanien, Frankreich und Deutschland ihre enorme Fähigkeit zur Erzeugung von Biomethan unter Beweis stellen können. Dies würde der Gesellschaft eine ganze Reihe von Umweltvorteilen bringen und wäre für das Land eine Chance, Energie aus einheimischen Quellen zu gewinnen, die zur Energiesouveränität beitragen würde.“ Auf der 50. Jahrestagung von Sedigas bezeichnete die Institution Wasserstoff nicht nur als „grüne Energiequelle, sondern auch [als] Schlüssel zur effizienten Verwaltung von Abfällen und zur Förderung einer robusten Kreislaufwirtschaft“. Dieser Faktor muss beim Thema Nachhaltigkeit berücksichtigt werden und kann mithilfe von Technologie und einer (erhofften) institutionellen Unterstützung gelingen. Das sagt Íñigo Palacio Prada, Director Business Development von Genia Bioenergy, einem Unternehmen, an dem sich Repsol vor kurzem mit 40 % beteiligt hat und das mehr als 30 Projekte in Spanien und Portugal entwickeln will: Diese Allianz ermöglicht es dem Multi-Energieunternehmen – dem einzigen spanischen Unternehmen, das die gesamte Wertschöpfungskette von Biogas und Biomethan abdeckt – , „bedeutende menschliche und technische Fähigkeiten zu integrieren, um sich frühzeitig in diesem Sektor zu positionieren und eine einzigartige Plattform für agroindustrielle Ökosysteme zu schaffen, die in der Lage sind, die lokale Wirtschaft anzukurbeln und Lösungen für die Verwertung ihrer Abfälle anzubieten.“ Biomethan ist ein erneuerbares Gas, das im Gegensatz zu fossilem Erdgas nicht in anderen Ländern, sondern vor Ort erzeugt wird. Laut Palacio Prada trägt die in Spanien und Portugal aufstrebende Biomethanindustrie dazu bei, „das Problem zu lösen, das derzeit die organischen Abfälle darstellen, die ansonsten bei ihrem Abbau in der freien Natur Emissionen in die Atmosphäre abgeben würden“. Seiner Meinung nach ist der Abbau dieser Abfälle durch Vergärung zur Erzeugung von Biomethan ein Hebel der Kreislaufwirtschaft, da eines der Nebenprodukte, die Gärrückstände, zu Vorläufern von organischen Düngemitteln werden können. Auf diese Weise können wichtige Synergien zwischen Viehzucht, Landwirtschaft und Energiebranche gebildet werden, „was zur Schaffung von Arbeitsplätzen und wirtschaftlicher Aktivität im ländlichen Raum führt“. Darüber hinaus kann Biomethan durch ein Reforming-Verfahren und unter Verwendung vorhandener Anlagen zur Herstellung von erneuerbarem Wasserstoff verwendet werden, einem Schlüsselvektor der Energiewende. w in die Entwicklung und Produktion seiner H2-Technologien: Von Brennstoffzellen für Elektrolyseure und hydraulischen Antriebsteilen für die Speicherung von Wasserstoff unter einem bestimmten Druck über Heizkessel für Privathaushalte, Gewerbe und Industrie, Gaskocher, Brennstoffzellen für mobile und stationäre Anwendungen bis hin zum H2-Verbrennungsmotor für eine nachhaltige Mobilität“. Fernando Trucharte, Business Developer des Wasserstoffgeschäfts bei Siemens Digital Industries, fasst den Beitrag des Unternehmens in dieser Hinsicht so zusammen: „Innerhalb seines Produktportfolios für Wasserstoff bietet Siemens Messlösungen, die in der SITRANS-Palette enthalten sind; Werkzeuge für die Gasreinheitsanalyse als Teil des Calomat-Analysator-Portfolio; sowie Prozesssteuerung und Produktionsoptimierung, die zur SIMATIC-Palette gehören. Mit all diesen Lösungen erreichen wir mehr Effizienz und Kosteneinsparungen.“ Trucharte fügt hinzu: „Sowohl die Produktion als auch die Nutzung von Wasserstoff als Energiequelle der Zukunft stellen die Energiewirtschaft vor neue Herausforderungen. Intelligente Feldmessgeräte und Analysatoren helfen, die verschiedenen Prozesse effizient und sicher zu optimieren, um die Energiewende voranzubringen.“ So stellt sich die Gegenwart der Zukunft dar, an der auch andere deutsche Unternehmen bereits arbeiten, zum Beispiel Wystrach/Hexagon Purus (Tanks und leichte Hochdruckbehälter aus Verbundmaterialien für die Speicherung und Verteilung von Wasserstoff, Erdgas und Biogas), TÜV SÜD (arbeitet entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette) oder Thyssenkrupp (mit patentierter Wasserelektrolyse-Technologie zur Herstellung von grünem Wasserstoff). H steht für Wasserstoff, H steht auch für Horizont. Im Kontext des Berichts „Geopolitics of the Energy Transition: Energy Security“ der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA), demzufolge der Anteil der erneuerbaren Energien am globalen Energiemix von 16 % im Jahr 2020 auf 77 % im Jahr 2050 steigen wird, ist klar, dass Wasserstoff Teil dieses neuen sauberen Energiemixes sein muss. Er wird in der chemischen Industrie als Rohstoff gebraucht, in der Petrochemie für die Erdölraffination und in der Metallurgie für die Stahlerzeugung, dient aber auch als Kraftstoff für die Dekarbonisierung des Verkehrs (vor allem des Fern- und Luftverkehrs), der Stromversorgung und der Heizung in Privathaushalten. Eine Chance, die nicht verpasst werden darf.

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