Zeitschrift / Revista Economía Hispano-Alemana 2023-02
73 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2023 Portugal im Blick Laut einer Umfrage der AHK Spanien trägt jedes dritte deutsche Unternehmen in Spanien gleichzeitig die Verantwortung für die Aktivitäten der Unternehmensgruppe in Portugal. Der folgende Artikel informiert über die aktuelle Lage im Nachbarland. Portugals ehrgeizige Ziele bei erneuerbaren Energien Oliver Idem Germany Trade & Invest Als Mitglied der Europäischen Union (EU) arbeitet Portugal in die Richtung der übergeordneten Klimaziele. Der nationale Energie- und Klimaplan PNEC gibt den Rahmen bis 2030 vor. Er sieht unter anderem vor, erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu stär- ken. Insgesamt sind 21,9 Milliarden Euro für 72 Projekte, mit dem Schwerpunkt Transport und Mobilität eingeplant. Für den Energie- bereich sind 4,9 Milliarden Euro budgetiert. Erneuerbare Energien sollen 80 Prozent eines reduzierten Stromverbrauchs und 47 Pro- zent des Endenergieverbrauchs decken. Der portugiesische Staat setzt auf wettbewerbliche Fördermaß- nahmen für den Ausbau erneuerbarer Energien. In der jüngsten Ausschreibung vom April 2022 sicherten sich vier Bieter eine Erzeugungskapazität von insgesamt 183 Megawatt. Diese Aus- schreibung fokussierte sich erstmals auf schwimmende Fotovol- taikanlagen. Die Regierung von Ministerpräsident António Costa betont diese Ziele und will mit einer Vereinfachung der Umweltverträglichkeits- prüfung zu einer schnelleren Umsetzung von Projekten beitragen. Inselregionenund Industriepro tierenvonEU-Hilfsgeldern Die verstärkte Nutzung von erneuerbaren Energien ist auch Teil des portugiesischen Aufbau- und Resilienzplans. Der Kampf gegen den Klimawandel bildet einen der drei Schwerpunktbereiche. Die Förderung bezieht sich auf die Inselregionen Azoren und Madeira, die noch stark von Diesel und Erdöl für die Strom- erzeugung abhängig sind. Darum kam die Energiewende dort bislang langsamer voran als auf dem Festland. Auf den Azoren umfasst das Gesamtpaket der geplanten Subven- tionen 116 Millionen Euro. Als Energiequelle steht die Geothermie im In Portugal befinden sich derzeit zahlreiche Projekte im Bereich der Fotovoltaik in der Planungsphase. Ein bedeutender Fortschritt ergibt sich durch den teilweisen Wegfall der Umweltverträglichkeitsprüfung. Dies ermöglicht, Vorhaben schneller umzusetzen. Die portugiesische Regierung verfolgt eine ambitionierte Strategie zur Förderung erneuerbarer Energien und ebnet somit den Weg für eine verstärkte Nutzung der Solarenergie. Trotzdem können kurze Ausschreibungsfristen und begrenzte lokale Finanzierungsmöglichkeiten Hindernisse darstellen, die es zu überwinden gilt.
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