Zeitschrift / Revista Economía Hispano-Alemana 2023-02

38 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2023 Die starken Preiserhöhungen bei Lebensmitteln, die in Deutschland zeitweise die 20-Prozentmarke überschritten haben, haben die Nahrungsmittelindustrie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gebracht. Könnten Sie uns als Teil dieser Branche eine Erklärung dafür liefern? Welche Entwicklung sagen Sie in den nächsten Monaten voraus? InunseremFall hat sichderEnergiepreisdirekt auf dieProduktions- undVertriebskosten ausgewirkt. Es ist unbestreitbar, dass sichder Krieg in der Ukraine auf den Preis für Düngemittel ausgewirkt hat, der beispielsweise um bis zu 150% gestiegen ist. Dies hat einige landwirtschaftliche Betriebe unrentabel gemacht. Es wurden sogar staatliche Hilfen für den Kauf von Düngemitteln eingeführt, um die Lebensmittelpreise für die Verbraucher abzumildern. Zum heutigen Tag hat sich die Lage stabilisiert, und meiner Meinung nach werden die Preise nicht weiter steigen. Dies zumindest nicht über die üblichen Angebots-, Nachfrage- und saisonalen Schwankungen hinaus, an die wir gewöhnt sind. Im Jahr 2015 fiel die Entscheidung, die Niederlassung Gemüsering Iberia zu gründen und in den spanischen Markt einzusteigen. Welche waren seither die wichtigsten Meilensteine bei der Markterschließung, und gibt es für Spanien ein besonderes Geschäftsmodell innerhalb der Gemüseringgruppe? Unser klares Ziel ist es, das Leben der Menschen durch gute Ernährung zu verbessern. Dabei liegt unser Hauptaugenmerk darauf, uns als zuverlässiger Partner täglich zu behaupten, der vertrauensvoll mit Kunden und Lieferanten zusammenarbeitet. Stabile Partnerschaften und Engagement sind das Fundament, das stark genug seinmuss, umden Spannungen standzuhalten, die in der Lieferkette, bei Preisen und Prozessabläufen entstehen können. Unser wichtigster – völlig ungeplanter – Erfolg war jedoch die Überwindung der Pandemie, die uns alle daran erinnert hat, wie verwundbar wir sind. Wir haben aber auch vorher stets bewiesen, dass wir als Unternehmen mit Unsicherheiten umgehen können. Unsere Kunden erwarten von uns nicht, dass wir perfekt sind, sie erwarten nur, dass wir das erfüllen, was wir versprechen. In unserer Branchewird oft der Fehler begangen, sehr kurzfristig zu denken, weil unsere Aktivitäten äußerst kurzfristig sind. Aber bei Gemüsering haben wir kein Geschäftsmodell, sondern einen Unternehmensplan, der den Unterschied ausmacht, ob wir ein bleibendes Vermächtnis hinterlassen können oder nicht. Wir sind abhängig von unseren Feldern, den Landwirten, ihrem wirtschaftlichenWohlergehen und der Gewissheit, zuverlässige Partner zu haben. Wenn wir uns um diese Produktionskette ordentlich kümmern, so ist unsere Bedeutung für sie gesichert. Dies minimiert die Unsicherheit bei Entscheidungen, die unsere Wertschöpfungskette angehen. Einen Nutzen zu stiften ist unerlässlich, für Kollegen, Lieferanten, Kunden, aber auch für die Gesellschaft und den Planeten insgesamt. DasThemaNachhaltigkeit, welchesAnsätzewie«ZeroKM» verfolgt undsichauf lokaleProdukteundkurzeLieferketten konzentriert, wird von Ihrer Zentrale in Deutschland stark propagiert. Auch hier in Spanien macht sich das Unternehmen mit der Einführung von retournierbaren Obst- und Gemüsekisten für den Großhandel einen Namen in diesem Bereich. Wie sieht Ihre umfassendere Strategie im Bereich Nachhaltigkeit aus? Es stimmt, dass wir jeden Tag versuchen, ein engeres Verhältnis zu den Produzenten, in vielen Fällen Kleinbauern, aufzubauen und direkte Geschäftsbeziehungen zu fördern. Darüber hinaus aber sind Loyalität, Vertrauen und Mitverantwortung unsere wichtigsten Werte. Es ist eine sehr einfache Form, Dinge zu tun, aber dabei muss sich jeder engagieren, denn der Fehler eines einzelnen führt zumFehler imgesamten System. Es ist notwendig, technisch solvent zu sein und ernsthaft an der Nachhaltigkeit zu Es ist notwendig, technisch solvent zu sein und ernsthaft an der Nachhaltigkeit zu arbeiten und kein reines “Aufkleber”-Marketing zu betreiben Standort Spanien

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