Zeitschrift / Revista Economía Hispano-Alemana 2023-02

19 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2023 Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung geförderte Kampagne „Lebensmittel aus Spanien“ stellt nicht nur den guten Zustand des spanischen Agrar- und Lebensmittelsektors auf dem ausländischen Markt zur Schau, sondern bezeugt auch dessen Funktion als treibende Kraft für die spanische Wirtschaft, sowohl in Bezug auf die Anzahl der Unternehmen als auch auf die Schaffung von Arbeitsplätzen. Hier kommen Mühe und Erfahrung zusammen, vom Saft bis zum Steak, von Trockenfrüchten bis zur Konservendose. Jenseits des „wishful thinking“ und des institutionellen Slogans „El país más rico del mundo“ (der sich des Wortspiels „Das reichste/leckerste Land der Welt“ bedient), stützt sich die Kampagne auf den Wesenskern der mediterranen Ernährung (seit 2010 immaterielles Kulturerbe der UNESCO) und auf Pfeiler wie die Obst- und Gemüseproduktion, die unter Bezeichnungen wie, zum Beispiel in Almería, „Gemüsegarten Europas“ bekannt ist. Vom Beginn der Produktionskette bis hin zur enormen logistischen Kapazität des Vertriebs muss sich der Sektor Wellen der Unsicherheit infolge des Kriegs in der Ukraine stellen. Inflation und steigende Energiepreise gehören in Zeiten der unverzichtbaren Nachhaltigkeit und digitalen Transformation zum aktuellen Menü von Produzenten und Händlern. Das sind große Herausforderungen für die Lebensmittelindustrie, die laut dem Bericht „Food and Drink Europe 2022” ihren Stellenwert als Hauptaktivität des verarbeitenden Gewerbes in Europa – mit einem Anteil von 14,3% und einem Umsatzwert von über 1,121 Billionen Euro – festigen konnte (Daten von 2020). Und mit Blick in die Zukunft unseres Planeten prognostiziert die FAO eine Weltbevölkerung von 10 Milliarden Menschen im Jahr 2050, die zu einer Steigerung der Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten von über 60% führen wird. In Spanien repräsentiert der Spanische Verband der Lebensmittel- und Getränkeindustrie (FIAB) 45 Verbände der Branche. Diese besteht nach Angaben der Institution „aus über 30.000 Betrieben, die meisten davon kleine und mittlereUnternehmen,die imgesamtenLandverteilt sind.Sie beschäftigt mehr als 450.000 Personen direkt und mehr als zwei Millionen indirekt.“ Der FIAB bestätigt die derzeitigen Bemühungen, wieder in den alten Gang zurückzufinden: Während die reale Produktion der Lebensmittel- und Getränkeindustrie im Jahr 2022 einen Wert von 144,955 Mrd. Euro erreichte (eine Steigerung um 1,5%), betrug die entsprechende Wachstumsrate zwischen 2015 und 2019 4,5%. In Bezug auf die Geschlechterverteilung konnte die Lebensmittel- und Getränkeindustrie den Anteil der Frauen bei 39,1% aller Beschäftigten halten, was deutlich über dem Durchschnitt aller verarbeitenden Gewerbe (28,4%) liegt. Der Anteil junger Beschäftigter (unter 35 Jahren) beträgt indes 27,2%. Die vom

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