Zeitschrift / Revista Economiía Hispano-Alemana 2022-03
39 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2022 Der 1993 in Dresden gegründete Hersteller und Anbieter von Photovoltaikanlagen für Pri- vathaushalte und Kleingewerbe gilt als eine der beständigsten Größen der deutschen So- larindustrie. Mit der Entwicklung des ersten Glas-Glas-Moduls der Photovoltaikbranche erwies Solarwatt bereits 1998 eine hohe In- novationskraft, die das Unternehmen zum Marktführer in diesem Bereich machte. Dabei spielten auch Aspekte der Nachhaltigkeit im- mer eine Rolle. So erhielt Solarwatt 2022 als erster Hersteller in Deutschland eine silberne „ Cradle to Cradle“ -Zertifizierung für diese in Deutschland hergestellten Glas-Glas-Module. Eine Auszeichnung, welche die Nachhaltigkeit dieser Produkte über den gesamten Lebens- zyklus – von der Materialbeschaffung bis zum Recycling – würdigt. Nach dem Wachstum der 2000er Jahre, die eine florierende Solarindustrie in Deutschland hervorbrachten, folgte innerhalb weniger Jahre der Totalabsturz der Branche. So auch für Solarwatt, das 2012 Insolvenz an- melden musste und die Gelegenheit nutzte, das Unternehmen neu auszurichten. So wandelte sich Solarwatt vom reinen Modulhersteller zum Systemanbieter. Das Produktportfolio wurde schrittweise um Komponenten zur Installation von vollständigen energetischen Systemen ergänzt. Dies umfasst die Energieerzeugung über Photovoltaikmodule, das Energiemanagement imHaus und das lokale Speichern des erzeugten Solarstroms. Als weiteren Wachstumsschritt nahm Solarwatt ab 2015 eine umfangreiche Internationalisierung mit Ausrich- tung auf Europa und Australien in Angriff. Derzeit unterhält Solarwatt mit seinen weltweit 700 Mitarbeitern Niederlassungen in Dresden, Hürth, Frankreich, Holland, Italien, Spanien, Australien und Großbritannien. Die Niederlassung inSpanienwirdseit derenEröffnung imJahr 2016vonGeschäftsführer ErnestoMacíasGalángeleitet. Herr Macías, die Wahl von Energy4Europe zu unserem Jahresthema fand schon letzten Herbst lange vor der aktuellen Energiekrise statt. Bereits damals zeigten unsere Umfragen eine steigende Beunruhigung der Unternehmen in Anbetracht des Themas Energie. Dass es dann durch den Ukrainekrieg zu einer derartigen Implosion der existierenden Regeln am Energiemarkt kam, sprengte selbst die pessimistischsten Prognosen. Wie schätzen Sie die Lage in Europamit Stand vonheute ein?Welche Spezifika angesichts der Versorgungssicherheit sind für Spanien zu beachten? Es ist ja so, dass das komplexe Thema Energie den Unternehmen, Bürgern und Regierungen schon seit vielen Jahren Sorgen bereitet. Ich habe mehr als 20 Jahre am Zugang zu Energie in Entwick- lungsländern gearbeitet, da ist die Situation ganz anders als bei uns, aber sie stellt eine enorme Hürde dar, um die Jahrtausend- ziele zu erreichen und ausgewogenere Verhältnisse in der Welt zu schaffen. Zweifellos verschlechtert die derzeitige Krise die Pers- pektiven dort noch. Aber um auf unsere Länder und besonders Spanien zurückzukommen: Die Abhängigkeit von Energie aus dem Ausland war immer eine Bürde und hat – so wie jetzt – die Wirtschaft hart getroffen, wenn die Preise für fossile Brennstoffe plötzlich stark gestiegen sind, das ist schon seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts so. Aber darüber hinaus stehen wir im 21. Jahrhundert auch noch vor der Herausforderung, schnell gegen den Klimawandel in Aktion treten zu müssen; dadurch sind wir gezwungen, mit größter Dringlichkeit unser gesamtes Energiemodell zu überdenken. Fotos: Solarwatt Standort Spanien
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