Zeitschrift / Revista Economiía Hispano-Alemana 2022-03
20 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2022 Mitteleuropa transportieren soll – ihre Inbetriebnahme wird derzeit allerdings noch von Frankreich blockiert. Auf diese Weise hat sich die Energiesouveränität auf der Prioritätenlisteder politisch-wirtschaftlichenAgenda immerweiter hinaufgearbeitet und nimmt nun neben den Herausforderungen, die die internationalen Klimaverpflichtungenmit sich bringen, und dem Entkarbonisierungsprozess, der 2050 in einem elektrischen SystemderNullemissionensowieeinerkomplettenElektrifizierung des Bodentransports kulminieren soll, einen hohen Stellenwert ein. Dieser ökologische Wandel wird immer klarer als der richtige Weg wahrgenommen, der zur Energiesouveränität führt, wie die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen bereits mehrfach betont hat. Die Energiewende erlebte im vergangenen Jahr 2021 einen gewaltigen Schub, indem 257 GW an erneuerbaren Energien installiert wurden, wodurch sich die installierte Kapazität weltweit um 9,1% erhöhte, so die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA). An erster Stelle stand auch in diesem Jahr wieder die Photovoltaik, die zum vierten Mal in Folge 100 GW überstieg und einen kumulativenWert von 760 GW erreichte. Informationen der Spanischen Vereinigung für Photovoltaik (UNEF) zufolge stellte Solarenergie im vergangenen Geschäftsjahr einen neuen historischen Rekord auf: Die Kapazität der installierten Anlagen legte um25,9 GWzu und lag damit 34%über den 19,3 GW, die 2020 installiert wurden. Am Wachstum des Sektors gemessen konnte Spanien im europäischen Vergleich die zweite Position halten und gab sich damit nur Deutschland geschlagen, das seine Führungsrolle der letzten zwei Jahrzehnte weiter ausbauen konnte. Allein in Spanien trug die Photovoltaikbranche über 4,9 Milliarden Euro zumBIP bei und stellte 89.644 Arbeitsplätze bereit, so UNEF. Dazu gehören Initiativen wie die Inbetriebnahme des Francisco- Pizarro-Projekts im letzten August, der größten PV-Anlage Europas, die von Iberdrola in Cáceres gebaut wurde und aus 1,5 Millionen Solarmodulenbesteht,welchegenügendsaubereEnergieerzeugen, um mehr als 334.000 Haushalte zu versorgen. „Wir stehen in Europa vor einem historischen Moment: Covid-19 und der Krieg in der Ukraine haben uns die Augen geöffnet und uns unsere enorme Abhängigkeit von Energie aus dem Ausland ebenso aufgezeigt wie die Notwendigkeit, die goldene Gelegenheit beim Schopf zu packen und die Next-Generation-Fonds zu nutzen, um mithilfe von Investitionen in F&E&I ein starkes Fundament zu bauen“, machte vor kurzem José Donoso, Geschäftsführer der UNEF, bei einer von der AHK Spanien organisierten Debatte deutlich. Eine Photovoltaik-Industrie “made in Europe” Der Krieg in der Ukraine hat aber nicht nur zu neuen Debatten über die starke Abhängigkeit der EU von Energieimporten geführt, sondern auch zu Debatten über die Abhängigkeit von anderen damit verbundenen Elementen wie Solarmodulen und weiteren Komponenten der PV-Industrie. Der aggressiveWettbewerb, der zu Ranking der Länder mit der höchsten jährlichen (links) und kumulativen (rechts) installierten PV-Leistung (GW) Quelle: Internationale Energieagentur / Spanischer Photovoltaikverband (UNEF) China Vereinigte Staaten Europäische Union Indien Japan Brasilien Deutschland Spanien Australien Korea Frankreich 54,9 GW 26,9 GW 26,8 GW 13 GW 6,5 GW 5,5 GW 5,3 GW 4,9 GW 4,6 GW 4,2 GW 3,3 GW 1 2 (3) 3 4 5 6 7 8 9 10 China Europäische Union Vereinigte Staaten Japan Indien Deutschland Australien Italien Korea Spanien Vietnam 308,5 GW 178,7 GW 123 GW 78,2 GW 60,4 GW 59,2 GW 25,4 GW 22,6 GW 21,5 GW 18,5 GW 17,4 GW 1 (2) 2 3 4 5 6 7 8 9 10 von Amerika von Amerika
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