Revista / Zeitschrift Economía Hispano-Alemana 02-2022
38 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2022 2020 die Investitionen der spanischen Pharmaindustrie in F+E bei Medikamenten 1,1Milliarden Euro, das ist der zweithöchsteBetrag der Geschichte. Ich möchte auch hervorheben, dass wir, wie aus der Umfrage Arbeitsplätze in der innovativen Pharmaindustrie 2021 hervorgeht, Maßstäbe hinsichtlich stabiler, qualifizierter und egalitärer Arbeitsplätze setzen: 93,4% der Verträge sind unbefristet, und mehr als 53% der Beschäftigten sind Frauen. NichtnurdieTatsache,dass100%derWachstumshormone, die Merck für den Weltmarkt produziert, in Spanien hergestellt werden, sondern vor allem die enorm hohe Exportquote der hiesigen Produktionszentren zeugt von der starken internationalen Bindung Ihres spanischen Standorts. Wie wichtig ist Merck Spanien für das weltweite Geschäft Ihrer Gruppe? Ist Spanien auch an den F+E-Aktivitäten beteiligt? Zweifellos ist Spanien aufgrund seines Geschäftsvolumens für die Merck-Gruppe ein strategisch wichtiges Land. Von unseren 18 Fabriken in aller Welt befinden sich drei in Spanien, und in ihnen arbeiten mehr als 60% der 1.200 Angestellten von Merck in diesem Land. Ein Beispiel dafür, wie wichtig Spanien ist, ist die Tatsache, dass 100% des weltweit von uns produzierten Wachstumshormons und 75% der Fruchtbarkeitsbehandlungen in unserer biotechnologischen Fabrik in Tres Cantos hergestellt werden, womit wir auf globaler Ebene Maßstäbe setzen. Unsere pharmazeutische Fabrik in Mollet del Vallès, die auf Feststoffe, auflösbare Tabletten und Antibiotika spezialisiert ist, exportiert in mehr als 40 Länder der Welt, und in unserer chemischen Fabrik werden verschiedeneWirkstoffe hergestellt, die für unsereGruppe und für Dritte fundamental sind, darunter Hilfsstoffe, die für die Covid-19-Impfungen benötigt werden. Stellen Sie sich vor, unsere Exporte sind in den letzten Jahren um 150% gestiegen! Wir leisten auch einen Beitrag zu wissenschaftlichen und klinischen Fachbereichen und arbeiten mit diversen spanischen Forschungszentren zusammen, um den Bedarf bei der Behandlung von Krankheitenwie Krebs oder Multipler Sklerose zu decken. In Spanien nehmenwir derzeit an 39 klinischen Studien in Zusammenarbeit mit mehr als 300 Forschungszentren teil. Die Pandemie ist ja immer noch nicht ganz vorüber und hat uns bewusst gemacht, dass wir eine höchst innovative und effiziente Pharmaindustrie brauchen. Ende April brachte der Europäische Verband der Pharmazeutischen Industrien und Vereinigungen (EFPIA) eine gemeinsame europäische Strategie in Gang, um im Bereich der biomedizinischen Forschung den in den letzten Jahrzehnten gegenüber den USA und Asien verlorenen Boden wieder gutzumachen. Ist das eine strategische Neuorientierung Ihres Sektors aufgrund der Pandemie und der Probleme in der Versorgungskette? Wie reagiert die europäische Politik? Informationen des EFPIA zufolge ist die Pharmaindustrie in Europa der Sektor, der am meisten in Forschung und Entwicklung investiert. Auf ihn entfallen 15,4% aller F+E- Investitionen auf unserem Kontinent. Trotzdem zeigen die Zahlen von Farmaindustria, dass die EU in den letzten 25 Jahren die Führung in der biomedizinischen Forschung verloren hat. Die künftige EU-Pharmastrategie der Europäischen Kommission ist eine fantastische Gelegenheit, hier wieder aufzuholen. Aber damit dies auch gelingt, muss es einen wettbewerbsfähigen Rechtsrahmen geben, der sich an die wissenschaftlichen und technologischen Fortschritte anpasst und sich auf ein kollaboratives und flexibles Ökosystem zubewegt. Wir verstehen das so, dass die künftige Strategie Fortschritte bei drei grundlegenden Zielen der Gesundheitssysteme machen muss: Zugang, Nachhaltigkeit und Innovation. Wir müssen den Bürgern den Zugang zu allen verfügbaren Behandlungen ermöglichen, das System mithilfe einer öffentlich-privaten Zusammenarbeit nachhaltig machen und die Entwicklung innovativer und industrieller Tätigkeiten in den Pharmakonzernen fördern. Jede Innovation ist sinnlos, wenn sie nicht bei den Personen ankommt, die sie im entsprechenden „100% des weltweit von uns produziertenWachstums- hormons und 75%der Fruchtbar- keitsbehandlungen werden in unserer biotechnologischen Fabrik in Tres Cantos her- gestellt, womit wir auf globaler Ebene Maßstäbe setzen.“ Standort Spanien
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