Revista / Zeitschrift Economía Hispano-Alemana 02-2022

37 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2022 Das börsennotierteWissenschafts- und Technologieunternehmen Merck mit Hauptsitz in Darmstadt kann auf eine 350jährige Geschich- te zurückblicken. Im Lauf dieser Zeit verwandelte sich die ehema- lige Engel-Apotheke , die Friedrich Jacob Merck 1668 in derselben Stadt gründete, in einen großen, auf die Bereiche Healthcare, Life Sciences und Electronics spe- zialisierten Wissenschafts- und Technologiekonzern, der in 66 Ländern vertreten ist und mehr als 60.000 Personen in aller Welt beschäftigt. Aus geschäftlicher Perspektive ist Spanien eines der vier wich- tigsten Länder für das Unterneh- men in Europa. Merck Spanien beschäftigt mehr als 1.200 Angestellte und unterhält drei Produktionszentren: Zwei befinden sich in Mollet de Vallès bei Barcelona, wo Pharma- und Chemieerzeugnisse hergestellt werden; das dritte, eine biotechnologische Fabrik in Tres Cantos, Madrid, ist eine von sieben Anlagen dieser Art, die das Unter- nehmen in Europa betreibt. Von hier aus wird der Weltmarkt mit Wachstumshormonen versorgt und sie ist auch weltweit führend bei der Herstellung von Fruchtbarkeitshormonen. Miguel Fernández Alcalde ist seit Februar 2020 Geschäftsführer von Merck in Spanien. HerrFernándezAlcalde,unser letztesWirtschaftsbarometer hat in diesem Frühjahr deutlich die Skepsis deutscher Firmen bezüglich der Entwicklung der spanischen Wirtschaft ans Licht gebracht. Dennoch bewerten die Befragten die Situation ihrer eigenen Unternehmen viel positiver. Wie sehen Sie die derzeitige Lage in Spanien? Wie geht es dem Standort Spanien im internationalen Vergleich vor dem Hintergrund der Pandemie und der aktuellen geopolitischen Veränderungen? Die aktuelle geopolitische Konjunktur und die Pandemie haben weitreichende Auswirkungen auf die Volkswirtschaften der Länder im Allgemeinen und auf Unternehmen im Besonderen; diese rühren unter anderem von den höheren Preisen für Energie, Rohstoffe und Betriebsmittel oder von ihrem Einfluss auf die Versorgungsketten her, wie es das letzte Barometer der AHK zeigt. Das ändert jedoch nichts daran, dass Spanien weiterhin eine Wirtschaftsmacht erster Klasse ist. Es bestehen einige Umstände, die unser Land für ausländische Investoren attraktiv machen, zum Beispiel die Wirtschaft, die Infrastruktur, die Stärke im digitalen Bereich, das hohe Niveau an Talenten, die Rechtssicherheit sowie die Lebensqualität, die man hier vorfindet. Unser Land hat sich sehr bemüht, äußerst fortschrittliche Infrastrukturen zu schaffen und das künftige Wachstum der spanischen Wirtschaft zu erleichtern. Dazu hat man hier stark auf F+E gesetzt. Es werden Fortschritte in die richtige Richtung gemacht und wir verfügen über die notwendigen Talente, um dies zu erreichen. Trotzdem müssen wir als Land noch eine ganze Reihe an Herausforderungen in Angriff nehmen, um in den internationalen Rankings auf den vordersten Plätzen aufzutauchen, zum Beispiel bei der Innovation. Was meinen eigenen Sektor angeht, so bin ich davon überzeugt, dass die Pharmaindustrie berufen ist, bei der wirtschaftlichen und sozialen Wiederbelebung Spaniens nach der Covid-19-Krise eine Hauptrolle zu spielen. Dazu ein paar Zahlen: Angaben des spanischen Fachverbands Farmaindustria zufolge übertrafen Fotos: Merck Standort Spanien

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