Revista / Zeitschrift Economía Hispano-Alemana 02-2022

22 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2022 hat das deutsche Unternehmen Spanien für die Niederlassung von zwei wichtigen Technologie-Hubs gewählt: Der eine ist ein Exzellenzzentrum für digitale Dienstleistungen auf weltweiter Ebene und bietet unter anderem Dienstleistungen im Bereich der Automatisierung und Messung von Kampagnen, Verwaltung von digitalen Gütern und Datenintegration; der andere ist ein globales IT-Servicezentrum – das größte von Boehringer Ingelheim betriebene – und beherbergt unter anderem das Zentrum für Cyberschutz und Sicherheitsmaßnahmen des Unternehmens. 2019 nahm die Firma in Sant Cugat del Vallès (Barcelona) die Respimat-Anlage in Betrieb, ein innovatives Zentrum, wo Patronen für das Respimat-Inhalationsgerät hergestellt werden, das Patienten mit Asthma und chronisch- obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) ihr Medikament zuführt. Bahn frei für einen Industrialisierungsplan Die Pandemie hat aufgezeigt, wie nötig es ist, weniger von ausländischen Märkten abzuhängen und statt dessen eine nationale, europäische Industrie aufzubauen, die die Versorgungskette von Medikamenten als Teil der Grundversorgung der Gesellschaft garantiert. In der Branche werden deshalb Stimmen wie die des spanischen Verbands von Unternehmen in der Medizintechnik (FENIN) laut, die eine Nutzung gebilligter finanzieller Mittel fordern, um die Auswirkungen der Pandemie zu dämpfen, indem ein Industrialisierungsplan in Angriff genommen wird, der auf nationale Produktion setzt, um die exzessive Abhängigkeit von Drittländern zu beenden und so die defizitäre Handelsbilanz auszugleichen, die 2020 bei etwas mehr als vier Milliarden Euro lag. Zu diesem Zweck schuf die spanische Regierung Ende 2021 das strategische Projekt zur wirtschaftlichen Erholung und Transformation (PERTE) für „Avantgarde im Gesundheitswesen“, das bis 2023 Investitionen in Höhe von knapp 1,5 Milliarden Euro vorsieht, wovon mehr als 982 Millionen Euro auf den öffentlichen Sektor entfallen und etwa 487 Millionen Euro privat investiert werden. Es wird geschätzt, dass das Projekt mehr als 4,3 Milliarden Euro zum BIP beitragen wird und dadurch etwa 12.700 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. „Es ist nicht damit getan, dass man F&E betreibt, sondern diese muss von den Unternehmen auch genutzt werden können. Das PERTE stellt also auch ein Mittel für die Transformation des produktiven Systems dar – es muss uns gelingen, die beiden Punkte miteinander zu verknüpfen“, unterstrich Cristóbal Belda, Geschäftsführer des Gesundheitsinstituts Carlos II, Anfang Juni bei der jährlichen Konferenz technologischer Plattformen Foto: Medinsa

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