Revista / Zeitschrift Economía Hispano-Alemana 02-2022

21 Diese neuen Technologien basieren auf der Gegenüberstel- lung und dem Vergleich von Daten und tragen bereits jetzt dazu bei, dass Krankheiten früh erkannt oder eine Behand- lung in Echtzeit nachverfolgt werden kann. Für den Patienten bedeutet dieses neue Konzept einer personalisierten Medizin eine klare Verbesserung. Ein Beispiel dafür ist ein kürzlich vom Massachusetts General Hospital und MIT entwickeltes Deep-Learning-Modell, das anhand einer Mammografie voraussagen kann, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Pa- tientin innerhalb der nächsten fünf Jahre Brustkrebs bekom- men wird: Mithilfe von KI können im Brustgewebe Muster erkannt werden, die Vorläufer einer bösartigen Erkrankung sind. Allerdings: Auch wenn KI einen immer wichtigeren Bei- trag zur Arbeit des Gesundheitspersonals leistet, so wird ihre Weiterentwicklung durch die Datenschutzproblematik ge- bremst, die nach Ansicht der Experten das größte Hindernis für den Abgleich von Daten darstellt. Gleichwohl revolutioniert die Digitalisierung das Gesundheits- wesen in Form diverser Technologien. Dazu gehören beispielsweise digitale Zwillinge, also die Erschaffung virtueller Repliken für die Durchführung von Experimenten in einer Simulationsumgebung; Roboterchirurgie und per Streaming geleitete Operationen, an denen medizinisches Personal von jedemOrt der Welt aus live teilnehmen und sich so weiterbilden kann; oder Augmented Reality, die die Entwicklung von therapeutischen und Rehabilitationsprozessen sowie die Weiterbildung von Mitarbeitern im Gesundheitswesen erleichtert. „Mit Hilfe von neuen Technologien, künstlicher Intelligenz und digitaler Unterstützung wird es einen Trend zur differenzierten Diagnostik und individualisierter Medizin geben. Ob dies dann auch für die große Masse – sprich für die staatlichen Gesundheitssysteme – immer bezahlbar sein wird, bleibt abzuwarten“, überlegt Joachim Teubner, Geschäftsführer von Medinsa. Im Zuge dieses technologischen Booms wird auch die Entwicklung der 3D-Technologie immer wichtiger, die bereits ihre ersten Schritte vollzogen hat: Es können nunmehr künstliche Organe, die auf der Grundlage menschlicher Zellen im 3D-Drucker hergestellt wurden, verpflanzt werden, wie die Firma 3DBio Therapeutics vor kurzem bei der Verpflanzung eines Ohrs aus dem 3D-Drucker unter Beweis stellte. „Digitale Technologien eröffnen neue Möglichkeiten und verbessern Behandlungen, Prävention und die frühzeitige Erkennung von Krankheiten“, sagt Esther Donado, Medical Transformation Lead bei Boehringer Ingelheim. „Die Digitalisierung spielt eine entscheidende Rolle dabei, Innovation im Gesundheitswesen voranzutreiben und neue Arten der medizinischen Versorgung zu entwickeln und zu vertreiben.“ Im Rahmen seines Digitalisierungsvorhabens

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