Revista / Zeitschrift Economía Hispano-Alemana 02-2022

19 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2022 der Coronapandemie Anfang 2020 führte im medizinischen und pharmazeutischen Bereich zu einer noch nie dagewesenen Mobilisierung von Ressourcen: Alle notwendigen Werkzeuge wurden aufgebracht, um dem bis dahin unbekannten Virus, das die Gesundheitssysteme weltweit an den Rand des Kollapses brachte, die Stirn zu bieten. In einemWettlauf mit der Zeit wurden klinische Studien durchgeführt, Masken und Schutzkleidung hergestellt und Impfstoffe entwickelt, um dem Virus seine tödliche Wirkung zu nehmen. Wie auch in vielen anderen Bereichen trug die Pandemie in der Branche der Life Sciences erheblich zur Beschleunigung des Innovations- und Digitalisierungsprozesses bei und führte zur Umsetzung eines Modells, in dem es Telemedizin und Überwachung auf Distanz gerade in den schlimmsten Momenten der Krise möglich machten, dass Patienten im öffentlichen wie privaten Gesundheitssystemweiterhin Zugang zum ärztlichen Personal hatten. Was zu Beginn von vielen noch für eine temporäre Lösung gehalten wurde, um mögliche Ansteckungen in Arztpraxen zu verhindern, ist im Lauf von zwei Jahren fester Bestandteil der medizinischen Versorgung geworden. „Wir glauben zwar nicht, dass die Telemedizin kurzfristig dieMedizin in Präsenz komplett ersetzen wird, aber sie stellt für die Patienten eine wichtige Ergänzung dar“, meint Josep Santacreu, Geschäftsführer der DKV in Spanien. Besonders sinnvoll findet Santacreu dieses Modell, wenn bei Patienten im Zuge einer ärztlichen Untersuchung eine chronische Krankheit diagnostiziert wird, die regelmäßige Nachuntersuchungen erfordert: Diese könnten, so Santacreu, größtenteils virtuell durchgeführt werden. „Wie wir bei DKV gerade sehen, wird es bald zur Normalität werden, dass solche Patienten Kits für zu Hause bekommen, die die Kontrollparameter der betroffenen Person automatisch überwachen und Alarm schlagen, wenn etwas nicht stimmt – dann wird ein Hausbesuch gemacht.“ Zu dieser Fernüberwachung chronisch kranker Patienten wird laut Voraussage des Versicherungschefs auch die Entwicklung von Telepräsenzsystemen beitragen. Möglich wird diese fortgeschrittene Anwendung virtueller Telemedizin durch 5G-Technologie. Künstliche Intelligenz im Dienst personalisierter Medizin Die Digitalisierung des Life-Sciences-Sektors hat auf Big Data und künstlicher Intelligenz (KI) beruhenden Technologien zu einer tragenden Rolle verholfen, da sie die Daten von Patienten beschreiben und interpretieren können, daraus lernen und Algorithmen anwenden, die eine immer Der Ausbruch Foto: Medinsa

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