Revista / Zeitschrift Economía Hispano-Alemana 01-2022

72 economía HISPANO - ALEMANA Nº 1/2022 RückenwindkommtebenfallsvonderBeschäftigungssituation. Der Arbeitsmarkt zeigte sich in der Coronakrise äußerst resilient und sendet weiterhin robuste Signale: Die Arbeitslosenquote soll sich bis Ende 2023 innerhalb einer geringen Bandbreite von 6,4 bis 6,7 Prozent bewegen. Außenhandel: Noch stärkere Dynamik als imFrühjahr erwartet Portugal dürfte 2021 einen Teil des vorangegangenen Einbruchs im Außenhandel ausgleichen. Die Herbstprognose der Europäischen Kommission geht für Waren und Dienstleistungen von einer kräftigen Zunahme aus. Demnach sollen die Importe 2021 um 10,9 Prozent und 2022 um 6,2 Prozent anziehen. Für die Exporte lautet die Prognose auf plus 11,1 beziehungsweise plus 9,5 Prozent. Treffen diese Vorhersagen ein, würden die Importe schon 2022 das Vorkrisenniveau überschreiten. Hohe Energiepreise und Lieferkettenprobleme treffen auch Portugal. Für einen Teil der Zuwächse im Außenhandel dürften Preiseffekte verantwortlich sein. Einen Unsicherheitsfaktor für die Erholung des Außenhandels bilden die hohen Infektionszahlen in vielen europäischen Ländern im Herbst 2021. Strenge Mobilitätseinschränkungen beiwichtigenHandelspartnernundeinestarkeVerunsicherung könnten die optimistischen Erwartungen dämpfen. Deutschland bleibt zweitwichtigstes Lieferland Weiterhin als wichtigste Handelspartner Portugals gelten Spanien und Deutschland. Das Nachbarland Spanien behauptete sich durch Höhen und Tiefen hinweg als Bezugsland Nummer eins. Deutschland behielt in den vergangenen 20 Jahren seine Bedeutung als Lieferland Nummer zwei. Mit dem Aufschwung der portugiesischen Wirtschaft nahm auch der Importbedarf zu. Deutsche Lieferanten trafen mit ihren Waren den Bedarf der Kunden in Portugal. Es gelang ihnen, sowohl der Konkurrenz die Stirn zu bieten als auch die preissensible portugiesische Kundschaft zufriedenzustellen. Deutschen Lieferanten gelang es, von dem stark steigenden Bedarf Portugals an chemischen Erzeugnissen zu profitieren. Gegenüber dem Jahr 2000 fragten portugiesische Kunden 2020 mehr als dreimal so viele Chemieprodukte nach. Die Lieferungen aus Deutschland wuchsen nahezu proportional zum dynamischen Gesamtbedarf. Portugals Markt für Maschinen zählt nicht zu den größten in Europa. Dennoch bietet er gute Lieferchancen für deutsche Anbieter: Seit dem Jahr 2000 konnten sie den Wert ihrer Lieferungen mehr als verdoppeln. Damit nahm der Marktanteil in einem hochkompetitiven Umfeld um rund fünf Prozentpunkte zu. Digitalisierung und nachhaltigesWirtschaften Die wirtschaftliche Belebung Portugals soll mit einer Modernisierung des Landes und einem starken Fokus auf den Klimaschutz verbunden werden. Unterstützt durch die Mittel aus dem Programm Next Generation EU will die portugiesische Regierung in die Digitalisierung des Landes, die Infrastruktur und ein nachhaltigeres Wirtschaften investieren. Mitte Juni 2021 wurde der Aufbau- und Resilienzplan Portugals zur Mittelverwendung durch die EU bestätigt. Für das Land sind die Zuschüsse aus Brüssel ein Instrument, um zusätzliche Projekte umzusetzen. In den vergangenen Jahren stand der Schuldenabbau im Mittelpunkt, was die staatlichen Investitionsmöglichkeiten begrenzte. Als Reaktion auf steigende Energiepreise hat die Regierung seit Oktober2021mehrereHilfenaufdenWeggebracht.Dazugehören die Senkung der Mehrwertsteuer und weiterer Steuern auf Energieträger. Verbraucher und Personentransportunternehmen erhalten Subventionenwegen der hohen Kraftstoffpreise. Zudem sollen 2022 die Netzzugangstarife deutlich sinken. Investitionen: Neuer Schwung nach dem Einbruch Die Investitionen in Portugal stehen vor einer Belebung aus zwei Richtungen. Die öffentlichen Investitionen dürften durch die Mittel des nationalen Aufbau- und Resilienzplans mit Zuschüssen von 13,9 Milliarden Euro frischen Wind erhalten. Hinzu kommen weitere 2,7 Milliarden Euro an Krediten. Innerhalb der Bruttoanlageinvestitionen sollen die Ausrüs- tungsinvestitionen bis 2022 zulegen. Die Herbstprognose 2021 der Europäischen Kommission geht für das laufende Jahr von einem Wachstum von 7,7 Prozent aus. Im Folgejahr sollen die Investitionen mit plus 9,2 Prozent beschleunigen. Damit lägen sie Ende 2022 erheblich oberhalb des Vorkrisenniveaus. Konsum: Die Aufholjagd hat begonnen Mit dem stufenweisen Ende der Beschränkungen kann sich auch der private Verbrauch in Portugal wieder besser entfalten. Die Europäische Kommission rechnet 2021 mit 4,6 Prozent Zu- wachs und 2022 mit einer weiteren Zunahme um 4,2 Prozent. So- mit geht sie von einer noch höheren Belebung aus als im Frühjahr. Portugal im Blick Wirtschaftliche Entwicklung 2020 bis 2022 in Portugal (realeVeränderung gegenüber demVorjahr in Prozent) 2020 2021 1) 2022 1) BIP -8,4 4,5 5,3 Leistungsbilanzsaldo (in%des BIP) -0,1 0,3 1,0 Bruttoanlageinvestitionen -5,7 5,4 5,2 Privater Verbrauch -7,3 4,6 4,2 1) Prognose Quelle: Portugiesisches Statistikamt INE; Europäische Kommission (Herbstprognose 2021)

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