Revista / Zeitschrift Economía Hispano-Alemana 01-2022

36 economía HISPANO - ALEMANA Nº 1/2022 Standort Spanien Das Thema der Entkarbonisierung wird für uns nicht an Bedeutung verlieren, ganz im Gegenteil, obwohl der Flugverkehr geschätzt nur mit 2,6% am weltweiten CO2- Ausstoß beteiligt ist. Im Vergleich dazu kommen der Straßenverkehr und die Schifffahrt auf 15% bzw. 4%. Wir haben uns selbst sehr ehrgeizige Ziele gesetzt: bis 2030 eine Reduzierung unserer Netto-CO2-Emissionen um 50% gegenüber 2019, und bis 2050 null Emissionen. Um dies zu erreichen, stützt sich unsere Strategie auf drei Grundpfeiler: CO2 vermeiden, reduzieren und kompensieren. Der erste Pfeiler lautet: CO2 vermeiden. Wir arbeiten mit intermodalen Lösungen und haben z.B. mit Zugbetreibern Verträge abgeschlossen, damit Reisende für kurze Strecken den Zug nutzen können. In Deutschland besteht eine langjährige Partnerschaft zwischen Lufthansa und der Deutschen Bahn, dank derer die Passagiere mit einem einzigen Ticket von 22 deutschen Städten aus den Frankfurter Flughafen erreichen können und dort eine problemlose Anbindung an ihren Lufthansa-Flug haben. Der zweite Pfeiler ist die Reduzierung von CO2. Technologie und Innovation treiben uns an und sind die effizienteste Art, unseren CO2-Fußabdruck zu verringern. Wir bringen immer wieder die neuesten und sparsamsten Flugzeuge in den Verkehr. So liegen zum Beispiel die Emissionen beim neuesten Airbus 350-900 und der Boeing 787-9 ca. 30% unter denen der meisten anderen aktuellen Twin-Aisle-Flugzeuge. Ein weiterer vielversprechender technologischer Durchbruch, in den Lufthansa stark investiert, ist Sustainable Aviation Fuel (SAF). Sustainable Aviation Fuel ist der Oberbegriff für alle Flugzeugtreibstoffe, die ohne fossile Energiequellen produziert werden. Im Vergleich zu fossilen Treibstoffen wird der CO2-Ausstoß dadurch um 80% reduziert. Wir haben bereits SAF im Wert von einer Viertelmilliarde US-Dollar gesichert, um der voraussichtlich steigenden Nachfrage der kommenden Jahre gerecht zu werden. Allerdings ist die Menge des gegenwärtig auf demWeltmarkt erhältlichen SAF noch nicht ausreichend, um große Mengen auf den Flügen einzusetzen, und sein Preis liegt deutlich über dem von fossilem Kerosin. Die Lufthansa Group ist daher in einer Vielzahl von Projekten aktiv, um den Markt anzukurbeln und damit auch die Erhältlichkeit von SAF. Ein weiteres Beispiel dafür, wie Technologie uns bei der Reduzierung von CO2 hilft, ist die von BASF und Lufthansa gemeinsam entwickelte AeroSHARK-Technologie. AeroSHARK ist ein haltbarer bionischer Film, der die Haut von Haien imitiert. Er optimiert den Luftstrom und führt dadurch zu erheblichen Einsparungen beim Treibstoff und bei den CO2-Emissionen. Der dritte Pfeiler unserer Strategie zur CO2-Reduzierung ist Kompensation. Wir sind Technologie-Pioniere und bieten unseren Kunden bereits seit 2019 die Möglichkeit, ihren CO2-Fußabdruck zu kompensieren, und zwar über unsere Compensaid-Plattform, die wir gemeinsam mit der Schweizer NGO myclimate entwickelt haben. Dort können Reisende ihr CO2 ausgleichen, indem sie entweder zertifizierte Klimaschutzprojekte mitfinanzieren oder SAF kaufen oder eine Kombination aus beidem. Kompensation wird unseren Miles and More-Mitgliedern außerdem auch als Möglichkeit angeboten, Meilen einzulö- sen, während Unternehmen unseres PartnersplusBenefit-An- reizprogramms damit Punkte einlösen können. Und schlussendlich kompensiert die Lufthansa Group seit zwei Jahren alle Dienstreisen ihrer Mitarbeiter. w Foto: Gregor Schlaeger - Lufthansa Group

RkJQdWJsaXNoZXIy NjIyODI=