Revista / Zeitschrift Economía Hispano-Alemana 01-2022
34 economía HISPANO - ALEMANA Nº 1/2022 2021 gab es dann auch wieder Lichtblicke, die auf eine schnelle Erholung der Situation hoffen lassen und auf die Sie flexibel mit Angebotserweiterungen reagiert haben. Was sind für Sie die größten Herausforderungen bei der Bewältigung der COVID-19-Pandemie und auf demWeg zur Normalität? Die größte Herausforderung ist die wechselhafte Nachfrage, da sich die Reisebeschränkungen immer wieder ändern. Bei einer Traditionsfluggesellschaft wie zum Beispiel der Lufthansa wardieFlugplanungfrühereineregelmäßigeAngelegenheitmitzwei Saisons (Wintersaison von November bis März und Sommersaison vonAprilbisOktober), indenenderFlugplanrechtstabilblieb.Dieses bisherige Modell war nicht mehr darstellbar, da Länder überall auf der Welt gleichzeitig ihre Grenzen für internationale Reisende öffneten oder schlossen, sodass wir einen viel flexibleren Ansatz wählen mussten. Der Flugplan ist jetzt wesentlich dynamischer, der sich viel besser an die sich ständig wechselnden Voraussetzungen und die sich immer wieder verändernden Reisebeschränkungen anpasst und dabei auch die Touristen in den Mittelpunkt stellt. Dadurch konnten wir unser Angebot zu beliebten Reisezielen wie Spanien schnell ausweiten, als die Beschränkungen nachließen. Im Sommer 2021 flogen wir sogar mit unseren größten Maschinen (Boeing 747-800 von Frankfurt und Airbus A350 von München) nach Mallorca und erweiterten das Angebot nach München für die berühmte „puente de diciembre“. Alle anderen Ziele in Spanien wuchsen ebenfalls. Dieser starke letzte Sommer wirkte sich sehr vertrauensstärkend auf uns aus. Aber wir mussten unser Angebot neu ausrichten, da unsere Flug- gäste viel kurzfristiger buchen und deutlich flexiblere Buchungs- bedingungen benötigen. Wir haben auch neue digitale Dienstleis- tungen entwickelt, umdas Reisen komfortabler zumachen, so zum Beispiel die digitale Dokumentenprüfung vor der Reise und eine hochmoderne Seite mit Informationen über Reisebeschränkungen. Darüber hinaus habenwir unsereTarife flexibler gemacht, damit die Passagiere falls nötig ihre Tickets ändern können. Bei der Lufthansa Group nehmen wir die Sicherheit unserer Fluggäste und Mitarbeiter sehr ernst und stellen sicher, dass alle Schutz- und Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Die vorliegende Zeitschrift beschäftigt sich mit neuen Arbeits- und Motivationsmodellen, deren Einführung sich als Folge dieser Krise immer mehr durchsetzt. Welche Erfahrungen haben Sie als Führungskraft in dieser Hinsicht bei der Krisenbewältigung gewonnen, die auch für die Zukunft relevant sind? Das Arbeiten im Homeoffice war für viele Firmen eine der größten Herausforderungen, die die Pandemiemit sich brachte, aber wir waren gut darauf vorbereitet, da unsere Mitarbeiter schon vorher auf freiwilliger Basis die Möglichkeit dazu hatten. Die Pandemie hat gezeigt, dass es zwar möglich ist, zu hundert Prozent virtuell zu führen und zu arbeiten – optimal ist es jedoch nicht, da viele Gelegenheiten für den persönlichen Austausch verloren gehen. Wir freuen uns darauf, ins Büro zurückzukehren, auch wenn es nur einige Tage in der Woche sind. Sobald es die sanitäre Lage zulässt, werden wir ein hybrides Arbeitsmodell einführen. Die Coronakrise war auch ein Katalysator für die Entwicklung neuerArbeitsmethoden, diesichalssehr effizientherausgestellt haben und die wir deshalb beibehalten werden. Zum Beispiel haben wir unsere hierarchischen Strukturen im gesamten Unternehmen flacher gemacht, wir arbeiten in über- greifenden agilen Projekten und haben abteilungsübergreifende Kompetenzzentren. „Individuellere Reise- erlebnisse und Technologie- führerschaft werden entscheidend für den Erfolg der Flug- gesellschaften sein.“ Standort Spanien
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