Revista / Zeitschrift Economía Hispano-Alemana 01-2022

22 economía HISPANO - ALEMANA Nº 1/2022 für Innovation, Lernen sowie berufliche und persönliche Weiterentwicklung sorgen. Traditionelle Büros und Archivräume weichen offenen, vielseitig nutzbaren Räumen, die verschiedene Formate und Dynamiken in Meetings, bei der Zusammenarbeit und abteilungsübergreifenden Projekten sowie bei der sozialen Interaktion mit Kunden und Partnern bieten. Für Alejandra Martínez, Managing Director von bicg, „muss das Büro eine Drehscheibe sein, die Menschen anzieht und miteinander verbindet.“ Vor diesem neuen Hintergrund gewinnen ihrer Ansicht nach Elemente wie die Synchronisierung von Arbeitsgruppen und die bewusste Nutzung von Zeit und Ressourcen an Bedeutung: „Es ergibt keinen Sinn, dass das Büro ein Raum ist, wo wir über MS Teams miteinander in Verbindung treten. Deshalb müssen sich die Arbeitsgruppen wieder mehr Mühe geben, ihre gemeinsame Arbeit imBüro so zu planen, dass dann auch alle da sind und das Büro wirklich einen Mehrwert bietet. Früher haben wir auf Autopilot geschaltet, ohne uns zu fragen, wo wir die Arbeit am besten erledigen können. Das hat sich heutzutage geändert“, schließt die Expertin. An diesen Zielen orientieren sich Umbaumaßnahmen wie diejenige, die der deutsche Pharmakonzern Bayer vor kurzem in seinem Hauptsitz in Sant Joan Despí (Barcelona) durchführen ließ: Aus den vormals sieben Etagen wurde ein dreistöckiger Raum für die Unternehmensaktivität geschaffen sowie eine weitere Etage für Coworking , wo Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz über eine App reservieren können. Durch den Umbau konnte das Unternehmen seinen Raum rationalisieren und einen Teil davon für die Vermietung an Dritte bereitstellen. Für Lisa Rottmann, Leiterin Kommunikation bei der Unter- nehmensberatung Buljan & Partners, steht fest, dass das physische Büro weiterhin eine wichtige Rolle spielen wird, „aber nicht auf die gleiche Art und Weise wie vorher und mit einer starken Orientierung hin zu Meetings. Büros werden als Treffpunkte weiterexistieren, die dazu dienen, die Arbeit im Team voranzutreiben, aber nicht, um dasselbe zu machen wie im Homeoffice.“ Dieser Meinung ist auch Susanne Ridder, Head of People & Organization bei Siemens España, wo die Büroräume gerade neu gestaltet wurden, „um die Zusammenarbeit zwischen den Teams zu fördern und die gemeinsame Zeit in der Geschäftsstelle für kreativere Tätigkeiten zu nutzen“. Ridder erklärt: „Das haben wir gemacht, weil uns bewusst Prozentualer Anteil der Beschäftigten, die in Spanien von zu Hause aus arbeiten (nach Geschlecht) Quelle: Arbeitskräfteerhebung des nationalen statistischen Amts (INE) T2 T3 2020 T4 T1 T2 2021 T3 16,2 10,3 9,9 11,2 9,4 8 14,1 9,5 9,3 10,4 8,9 7,7 18,7 11,3 10,8 12,1 10 8,3 Insgesamt Männer Frauen 20 15 10 5 0

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