Revista / Zeitschrift Economía Hispano-Alemana 01-2022

20 economía HISPANO - ALEMANA Nº 1/2022 Ganz allgemein sind sich Unternehmen und Arbeitskräfte einig, dass die Produktivität bei der während der Pandemie durchgeführten Heimarbeit als erfolgreich zu bewerten ist. Wie das IESE hervorhebt, neigen Angestellte im Homeoffice dazu, sich selbst als produktiver wahrzunehmen, da weniger Multitasking notwendig ist, sie seltener aufgrund von Unterbrechungen zwischen Aufgaben hin- und herwechseln müssen und weniger Zeit für soziale Interaktionen aufgewendet wird – und diese Ersparnis fließt direkt zurück in die zu erledigenden Aufgaben. „Die Mitarbeiter empfinden sich selbst bei der Heimarbeit als effizienter, weil sie sich die Anfahrt und andere Zeitfresser sparen“, stimmt Alejandra Martínez von der Unternehmensberatung bicg zu. Eine Schlüsselrolle bei diesen Leistungsergebnissen spielt, so der IESE-Bericht, der Führungsstil des Teamleiters. Demnach nimmt die Produktivität eines Mitarbeiters, der von zu Hause arbeitet, im Durchschnitt um 19% zu, wenn er auf starken Rückhalt durch seinen Vorgesetzten zählen kann, und er oder sie hat 23% mehr Energie als jemand, der ohne jegliche Unterstützung im Büro arbeitet. Nach Meinung von Alejandra Martínez „hängt der Erfolg der Telearbeit davon ab, inwiefern Manager als Verbindungsglieder zwischen den Teams einen inspirierenden Führungsstil entwickeln, um das Beste aus den Talenten herauszuholen und dazu beizutragen, dass sich jeder Mitarbeiter seines Wertes für das Unternehmen bewusst ist.“ Experten im Talentmanagement sind der Ansicht, dass Unterstützung und die klare Kommunikation von Zielen seitens der Vorgesetzten bei den Mitarbeitern auf eine angemessene Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten, Verantwortungsbewusstsein und autonome Organisation stoßen müssen, um übertriebene Abhängigkeit und Betreuung zu vermeiden, die sich negativ auf die Produktivität auswirken würden. Darauf deutet auch eine Untersuchung der University of Chicago unter 10.000 Angestellten asiatischer Technologiefirmen hin, die bei den Teilnehmern der Studie eine Abnahme der Produktivität um 20% feststellte, wenn sie viel Zeit in Meetings mit ihren Vorgesetzten verbrachten, um ihre Aufgaben immer wieder neu zu definieren. Neben den genannten Fähigkeiten erfordert das fortschreitende Smart Working auch immer mehr Soft Skills wie Resilienz, Empathie, Kommunikationsfähigkeit und aktives Zuhören, sowie permanente Lernbereitschaft und Lernfähigkeit, die die Anpassung der Belegschaft an ein sich ständig veränderndes Arbeitsumfeld erleichtern.

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