Revista / Zeitschrift Economía Hispano-Alemana 01-2022
17 economía HISPANO - ALEMANA Nº 1/2022 2020. Der exponentielle Anstieg der Ansteckungen mit einem bis dahin unbekannten Virus und die Anordnung von Maßnahmen zu dessen Eindämmung gaben weltweit den Startschuss für ein breit angelegtes, ehrgeiziges Pilotprogramm für Telearbeit. Vom Ausbruch des Coronavirus angetrieben, machten Digitalisierung und Fortschritte in Technologie und Kommunikation möglich, was kurz zuvor noch utopisch erschien: Die Produktionskapazität der Firmen wurde dezentralisiert und der Prozess der Transformation und Digitalisierung in der Unternehmensverwaltung beschleunigte sich auf schwindelerregende Weise, statt sich wie erwartet über ein ganzes Jahrzehnt hinzuziehen. So begann offiziell das Zeitalter des Smart Working . „Jede Krise forciert bestimmte Verhaltensweisen und lässt sich auf zwei Arten deuten, nämlich als Risiko oder als Chance. Die Pandemie hat bestimmte Prämissen und Tendenzen, die schon vorher existierten, beschleunigt (Flexibilität, Standortverlagerung, ein kooperativerer Führungsstil), sodass wir bei der Arbeitsentwicklung einen Vorwärtssprung von etwa zehn Jahren gemacht haben“, erklärt Alejandra Martínez, Managing Director der Unternehmensberatung bicg, die sich auf kulturelle und digitale Transformation in Arbeitsumfeldern spezialisiert. Das Observatorio Nacional de Tecnología y Sociedad (ONTSI) berichtete im zweiten Trimester 2020 in „Telearbeit und Arbeit in Bewegung in Spanien und der EU“, dass 16,2% der spanischen Erwerbstätigen ihrer Aktivität gewohnheitsmäßig von zu Hause ausnachgingen;dieserAnteil schrumpfte imdrittenTrimester2021 auf die Hälfte (8%). Die Unternehmensberatung McKinsey sieht diesen geringen Anteil in Gesellschaften wie der spanischen laut ihrer Studie „The Future of Work After Covid-19“ darin begründet, dass es mehr Arbeitsplätze in den Bereichen der manuellen Arbeit (Mechaniker, Handwerker, Landwirte, Reinigungskräfte…) sowie Gesundheit und Körperpflege (Friseure, Masseure, Chirurgen, Zahnärzte, Pflegepersonal…) gibt, die durch Telearbeit an Wert verlieren würden. Dennoch könnten, schätzt McKinsey, 36% der aktiven Bevölkerung ihre Arbeit größtenteils im Homeoffice ausüben, ohne an Produktivität zu verlieren; dieser Anteil liegt geringfügig unter dem von Ländern wie Großbritannien (48%), Frankreich (40%) oder Deutschland (39%). Die massive Impfkampagne und die absehbare Abnahme der Ansteckungen und des Drucks auf die Krankenhäuser führten im letzten Sommer in vielen Firmen zu einer Debatte, ob man zu hundert Prozent ins Büro zurückkehren und stattdessen ein neues hybrides Arbeitsmodell einführen sollte, das die Best Practices aus der Pandemie übernimmt und die jeweiligen Stärken der Präsenz- und der Heimarbeit miteinander verbindet. „Während der sanitären Notlage haben wir erlebt, dass Telearbeit nicht so reibungslos läuft, wie wir immer dachten. Trotzdem konnten wir Lehren daraus ziehen, sodass wir März Foto: bicg
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