Revista de la Cámara de Comercio Alemana para España / Zeitschrift der Deutschen Handelskammer für Spanien 03-2021

66 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2021 Portugal im Blick Das vergangene Jahr 2020 war schwierig. In ihrer Früh- jahrsprognose2021 geht dieKommissionder EUdavonaus, dassdas Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2020 um real 7,6 Prozent geschrumpft ist. Auch im bisherigen Jahresverlauf 2021 litt allen voran der Touris- mus unter den Folgen der Pandemie und der wechselnden Reisebe- schränkungen. Restriktionen für touristischeReisenausDeutschland und demVereinigten Königreich betrafen die beidenwichtigsten Her- kunftsländer ausländischer Gäste. Die Analysten von CaixaBank Re- search prognostizierten im Juni 2021, dass im laufenden Jahr knapp halb so viele Gäste nach Portugal reisen wie 2019. Verglichen mit 2020 beinhaltet diese Erwartung bereits ein Plus von 11 Indexpunk- ten. Für 2022 sind die Annahmen mit 87 Prozent des Vorkrisenni- veaus bereits wesentlich optimistischer. Mit 101,6 Prozent soll 2023 erstmals wieder das Resultat von 2019 überschrittenwerden. BessereWirtschaftsentwicklungerwartet Die jüngsten Prognosen der Europäischen Kommission lauten auf 3,9Prozent realesWachstumimlaufenden Jahr und5,1Prozent Zunah- me im Jahr 2022. Damit erwartet die EU einen schleppenderen Beginn der Erholung als imHerbst 2020. Dafür soll die Dynamik 2022 stärker ausfallen als bislang vermutet, sodass die portugiesischeWirtschafts- leistungEnde2022wieder aufVorkrisenniveauseinkönnte. Im Pandemiejahr 2020 brachen die Ausrüstungsinvestitionen um 12 Prozent ein. Hier wird zunächst mit einem erwarteten Anstieg von 4,9 Prozent im Jahr 2021 eine eher verhaltene Trendwende einsetzen. LautderKommissionsteht2022jedocheineZunahmeum15,4Prozent bevor. Bereits im Jahresverlauf 2022würde damit dasVorkrisenniveau deutlich überschritten. Der Privatkonsum dürfte Prognosen zufolge, nach einemRückgang von 5,9 Prozent im Jahr 2020, im laufenden Jahr um4,0Prozent sowie2022um3,8Prozent steigen. Im Außenhandel fallen die Erwartungen für Importe von Waren und Dienstleistungen wesentlich besser aus als für die Ausfuhren. Die Einfuhrenwaren2020um12Prozent eingebrochen. Bereits2021wird mit einemkräftigenZuwachsvon9,5Prozentgerechnet.Auch2022steht mit plus 6 Prozent eine dynamische Zunahme an. Die Exporte fielen 2020 um18,6 Prozent unddamit stärker als alle anderen Indikatoren. TrotzerwarteterZuwächseum10,3Prozent für2021beziehungsweise 8,9 Prozent für 2022würden sie auch Ende des nächsten Jahres noch unter demVorkrisenniveau liegen. EuropäischeUniongenehmigtWiederaufbauplan Portugal kann nach der Einigung der EU auf ein Hilfspaket zur wirtschaftlichen Erholung zählen. Im Juni 2021 wurde der Wiederaufbauplan des Landes genehmigt. Die Regierung erwartet zwischen 2021 und 2026 EU-Zuschüsse über 13,9 Milliarden Euro sowie Kredite in Höhe von 2,7 Milliarden Euro. Die Krisenbewältigung und eine Neuaufstellung des Landes sollen verzahnt werden. Bereits im Juli 2020 wurde ein wirtschaftlicher und sozialerWiederaufbauplan bis 2030 veröffentlicht. Zu den Maßnahmen gehört eine bessere Anbindung des Güter- und Personenverkehrs auf der Schiene an Spanien und weitere europäische Länder. Die Erholung der Industrie soll vorangetrieben und die Nutzung erneuerbarer Energiequellen massiv ausgebaut werden. Häfen, Logistik und das Gesundheitswesen bilden weitere Kernpunkte des Entwurfs. Am 14. Oktober 2020 präsentierte die Regierung ihre langfristigen wirtschaftlichen Pläne im Detail. Den Plänen zufolge fließen zusätzliche Gelder in die Industrie und in die Verkehrsinfrastruktur.AuchGebäudebestandundGesundheitswesen sind Gegenstand erhöhter Investitionen. Die erst im Mai 2020 verkündeteWasserstoffstrategie soll ebenfalls Impulse erhalten. Laut einer Umfrage der AHK Spanien trägt jedes dritte deutsche Unternehmen in Spanien gleichzeitig die Verantwortung für die Aktivitäten der Unternehmensgruppe in Portugal. Der folgende Artikel informiert über die aktuelle Lage im Nachbarland. Portugal: Wirtschaftliche Erholung hat viele Treiber Oliver Idem Germany Trade & Invest Die wirtschaftlichen Erwartungen für Portugal hellen sich 2021 wieder auf. Die Wirtschaft in Portugal soll sich 2021 vom Einbruch im Vorjahr erholen. Dazu tragen Investitionen, Exporte und Konsum bei. Zudem sorgen die Zuschüsse aus der Aufbau- und Resilienzfazilität der Europäischen Union (EU) für Entspannung. Das Land steht am Beginn einer mehrjährigen Erholungsphase, so die Erwartungen. Größter Unsicherheitsfaktor im Inland und für die Exporte bleibt der weitere Verlauf der Coronapandemie.

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