Revista/Zeitschrift Economía Hispano-Alemana 02-2021 | Junio/Juni 2021
65 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2021 werden. Insgesamt 949MillionenEuro sind für dasGesundheitssys- tem eingeplant. Konkret fallen darunter 196 Millionen Euro für die Ausrüstung von Krankenhäusern in Lissabon, Seixal und Sintra. Für erneuerbare Energien sind die Aussichten vielversprechend. Der nationale Energie- und Klimaplan PNEC gibt den Rahmen bis 2030 vor. Er sieht unter anderem eine Stärkung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz vor. Insgesamt sind 21,9 Milliarden Euro für 72 Projekte eingeplant, mit dem Schwerpunkt auf Transport undMobilität. Für denEnergiebereich sind 4,9 Milliarden Euro budgetiert. Erneuerbare Energien sollen 80 Prozent eines reduzierten Stromverbrauchs und 47 Prozent des Endenergieverbrauchs decken. Der Ausbau der Solarenergie wird seit 2019 vor allem über Ausschreibungen gesteuert. Diese hat die Regierung auf einem Internetportal dokumentiert, sie veröffentlicht auch Informationen über Tenderpläne. Die Sonderseite der AHK Portugal zum Coronavirus enthält allgemeine Informationen, Links und Antworten auf häufige Fragen deutscher Unternehmen. Konjunktur- und Hilfsprogramme Die portugiesische Regierung unterstützt in der Coronakrise Unter- nehmen vor allem durch Hilfen zum Erhalt der Beschäftigung und Sonderregeln bei Steuern und Abgaben. Hinzu kommen Kreditlinien. Kurzarbeit erwies sich 2020 ebenfalls als wichtiger Puffer, um die Schließung von Unternehmen und einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Insgesamt machten 110.000 Unternehmen mit nahezu 900.000 Mitarbeitern von den Regelungen Gebrauch. Die Europäische Kommission stellte Portugal 5,9 Milliarden Euro für die Finanzierung der Kurzarbeit zur Verfügung. Die Exporte fielen 2020 um 18,6 Prozent und damit stärker als alle anderen Indikatoren. Trotz erwarteter Zuwächse um 10,3 Prozent beziehungsweise 8,9 Prozent würden sie auch Ende 2022 noch unter dem Vorkrisenniveau liegen. Europäische Union unterstützt Portugal mit 13,9 Milliarden Euro Portugal kann nach der Einigung der EU auf ein Hilfspaket für die wirtschaftliche Erholung zählen. Im April 2021 reichte das Land als erstes Land in der EU seinen Verwendungsplan ein. Die Regierung erwartet zwischen 2021 und 2026 EU-Mittel über insgesamt 13,9 Milliarden Euro. Die Krisenbewältigung und eine NeuaufstellungdesLandessollenverzahntwerden.Bereits imJuli 2020 wurde ein wirtschaftlicher und sozialer Wiederaufbauplan bis 2030 veröffentlicht. Zu den Maßnahmen gehört eine bessere Anbindung des Güter- und Personenverkehrs auf der Schiene an Spanien und an weitere europäische Länder. Die Erholung der Industrie soll vorangetrieben und die Nutzung erneuerbarer Energiequellen massiv ausgebaut werden. Häfen, Logistik und das Gesundheitswesen bilden weitere Kernpunkte des Entwurfs. Am 14. Oktober 2020 präsentierte die Regierung ihre langfristigen wirtschaftlichen Pläne im Detail. Den Plänen zufolge fließen zusätzliche Gelder in die Industrie und in die Verkehrsinfrastruktur. Auch der Gebäudebestand und das Gesundheitswesen sind Gegenstand erhöhter Investitionen. Die erst im Mai 2020 verkündete Wasserstoffstrategie soll ebenfalls Impulse aus dem Finanzpaket mit den EU-Hilfen erhalten. Kfz-Produktion unter Vorjahresniveau Die wichtige Kfz-Industrie konnte sich im Jahresverlauf von ihrem Tief im Frühjahr 2020 etwas erholen. Mit rund 264.200 Fahrzeugen blieb die Fertigung jedoch um knapp 24 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Januar und Februar 2021 lagen die Produktion und der Export nur noch um rund 9 Prozent unter der Marke des Vorjahres. Fahrzeuge werden in Portugal nahezu vollständig für den Export hergestellt, deshalb hat die Nachfrage auf den großen europäischen Zielmärkten entscheidende Bedeutung. In der Politik herrscht Einigkeit, dass Investitionen in das staatliche Gesundheitswesen notwendig sind. In dem im Juli 2020 veröffent- lichten Plan für den wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufbau Portugals bis 2030 wird die Bedeutung des Gesundheitssektors unterstrichen. Investitionen in Ausrüstung und Personal des staatli- chen Gesundheitssystems sind geplant. Auch durch die Förderung von Wissenschaft und Forschung und insbesondere der medizini- schen Biotechnologie soll der Sektor gestärkt werden. Durch die Hilfsgelder der EU verbessern sich auch die Investitions- möglichkeiten für Portugal. Mit demaus EU- Mitteln finanzierten Er- holungsprogrammsoll auch dieGesundheitsversorgung verbessert Länderprognose Portugal Angaben in% 2020 2021 2022 BIP -7,6 3,9 5,1 Privatkonsum -5,9 4,0 3,8 Exporte inklusive Dienstleistungen -18,6 10,3 8,9 Importe inklusive Dienstleistungen -12,0 9,5 6,0 Arbeitslosenrate 6,9 6,8 6,5 Sparquote der Haushalte 12,8 9,3 7,7 BIP-Deflator 2,4 1,4 1,5 Warenhandelsbilanz (a) -6,2 -7,1 -7,2 Leistungsbilanz (a) -1,1 -0,8 -0,4 Konjunkturbereinigter Haushaltssaldo (b) -2,7 -2,9 -3,3 Bruttostaatsverschuldung(a) 133,6 127,2 122,3 (a) in % des BIP. (B) in % des potenziellen BIP Quelle: Frühjahrsprognose 2021 der Europäischen Kommission
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