Revista/Zeitschrift Economía Hispano-Alemana 02-2021 | Junio/Juni 2021

64 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2021 Portugal im Blick Laut einer Umfrage der AHK Spanien trägt jedes dritte deutsche Unternehmen in Spanien gleichzeitig die Verantwortung für die Aktivitäten der Unternehmensgruppe in Portugal. Der folgende Artikel informiert über die aktuelle Lage im Nachbarland. PortugalsWeg aus der Krise: Konjunktur und wichtigste Branchen Oliver Idem Germany Trade & Invest Portugal ist stärker als der Durchschnitt der Eurozone von den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie betroffen. Mit Ausnahme einer Infektionswelle im Herbst 2020 und einem dramatischen Anstieg der Erkrankungen um den Jahreswechsel verzeichnete Portugal jedoch überwiegend niedrige Fallzahlen. Auf den schwierigen wirtschaftlichen Verlauf des Jahres 2020 soll eine mehrjährige Erholungsphase folgen. Die Kommission der Europäischen Union (EU) geht in ihrer Frühjahrsprognose 2021 davon aus, dass das portugiesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2020 um real 7,6 Prozent geschrumpft ist. Das neue Jahr begann mit strikten Einschränkungen, um die Infektionswelle zu brechen. In diesem Umfeld fiel der Index der Industrieproduktion um 6,5 Prozent gegenüber Januar 2020. Die Verkäufe im heruntergefahrenen Einzelhandel brachen sogar um 11,1 Prozent ein. Die seit Mai einsetzenden Lockerungen dürften für eine Belebung sorgen. Die neuen Vorhersagen der Kommission lauten auf 3,9 Prozent reales Wachstum im laufenden Jahr und 5,1 Prozent Zunahme im Jahr 2022. Damit erwartet die EU einen schleppenderen Beginn der Erholung als im Herbst 2020. Dafür soll die Dynamik 2022 stärker ausfallen als bislang vermutet, so dass die portugiesische Wirtschaftsleistung Ende 2022 wieder auf Vorkrisenniveau sein könnte. Im Pandemiejahr 2020 brachen die Ausrüstungsinvestitionen um 12 Prozent ein. Hier soll zunächst mit plus 4,9 Prozent eine eher verhaltene Trendwende einsetzen. Laut der Kommission steht 2022 jedoch eine Zunahme um 15,4 Prozent bevor. Bereits im Jahresverlauf 2022 würde damit das Vorkrisenniveau deutlich überschritten. Der Privatkonsum soll laut Prognosen, nach einem Rückgang von 5,9 im Jahr 2020, im laufenden Jahr um 4 Prozent sowie 2022 um 3,8 Prozent steigen. Im Außenhandel fallen die Erwartungen für die Importe von Waren und Dienstleistungen wesentlich besser aus als für die Erholung der Ausfuhren. Die Einfuhren waren 2020 um 12 Prozent eingebrochen. Bereits 2021 wird mit einem kräftigen Zuwachs um 9,5 Prozent gerechnet. Auch 2022 steht mit plus 6 Prozent eine dynamische Zunahme an. PortugalsWirtschaftsleistung soll Ende 2022 dasVorkrisenniveau erreichen. Ziel der Regierung ist es, das Land imZuge der Erholung zumodernisieren.

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