Revista/Zeitschrift Economía Hispano-Alemana 02-2021 | Junio/Juni 2021

21 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2021 Wie sieht nachhaltiger Transport aus? Eine grüne Logistik erfordert auch neue Herangehensweisen für die Verteilung über große Entfernungen. Momentan werden 75% aller Waren in der EU über das Straßennetz transportiert. 7% erreichen ihr Ziel über das Meer und knapp über 18% auf der Schiene. „Die Eisenbahn ist das nachhaltigste Verkehrsmittel für den Gütertransport: Sie verbraucht im Vergleich zum Transport auf der Straße sechsmal weniger Energie und verursacht einen neunmal geringeren CO2-Ausstoß,” betont Bernd Hullerum, Geschäftsführer von Transfesa Logistics. Das Unternehmen ist Teil des Verbunds Rail Freight Forward, der sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2030 den Anteil der Schiene am Warentransport in Europa auf 30% zu erhöhen. Dadurch „könnte vermieden werden, dass 290 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangen“, schätzt Hullerum, der sich dafür einsetzt, die Intermodalität zu fördern: Das heißt, zwei oder mehr Verkehrsmittel werden miteinander kombiniert, um eine Ware von ihrem Herkunftsort an den Zielort zu befördern, wobei elektrische Lastwagen für Kurzstrecken und die Eisenbahn als „umweltfreundlichstes Verkehrsmittel“ auf Langstrecken genutzt werden. Entscheidend für den Warentransport auf der Schiene wird die Fertigstellung des Mittelmeerkorridors sein – das ist ein Schienennetz von 3.500 km Länge – das durch Spanien und fünf weitere europäische Länder führen wird und so die Häfen und Terminals des westlichen Mittelmeers und das Zentrum Europas multimodal miteinander verknüpft. Da der Korridor über Gleise von internationaler Spurweite verfügt, wird es nicht nötig sein, die Spurweite zu wechseln, sodass Lieferzeiten und -kosten reduziert werden können. Auch die Lagerhäuser sind auf dem Weg zur Nachhaltigkeit: Der WandelvollziehtsichinFormvonneuinstalliertenPhotovoltaikanlagen und Maschinen, die mithilfe von Automatisierungssystemen eine optimale Energieeinsparung ermöglichen. Eines der herausragendsten Projekte in dieser Hinsicht befindet sich in Illescas (Toledo), wo unter Regie der deutschen Firma Aquila Capital der erste „grüne“ Logistikpark Europas gebaut wird, in dem Unternehmen wie Amazon, SEUR, DIA oder Airbus beheimatet sein werden. Wenn der Illescas Green Logistics Park demnächst eingeweiht wird, wird er das erste Logistik-Industriegebiet mit Maßnahmen für den CO2-Ausgleich und Sonnenkollektoren auf den Dächern all seiner Gebäude sein. Es bleibt abzuwarten, ob sich diesesModell für die Logistik der Zukunft durchsetzen kann. w

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