Revista/Zeitschrift Economía Hispano-Alemana 02-2021 | Junio/Juni 2021

18 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2021 Jaume Gener, CEO von Linde Material Handling, bei seinem Vortrag im Rahmen des Webinars „Die Logistikbranche vor der Herausforderung der Nachhaltigkeit“ hin: Seiner Ansicht nach ist Automatisierung „ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, wenn es darum geht, Lagerbestände zu reduzieren, die damit verbundene Veralterung zu vermeiden und die von Menschen verursachten Unfälle und andere Auswirkungen zu verringern.“ Zu dieser Optimierung von Ressourcen tragen Technologien wie fahrerlose Transportfahrzeuge (AGV) bei, die eine automatisierte Warenbewegungermöglichen,sowiediegleichzeitigeNutzungvon robotisierten Picking - und automatisierten Lagerungssystemen, die schwere oder in großer Höhe gelagerte Waren schnell zugänglich machen. Überdies bieten Virtual & Augmented Reality -Geräte Anwendungen wie die interaktive Ausbildung von Bedienungspersonen für komplexe und risikoreiche Aufgaben, die Fernsteuerung operativer Prozesse und Problemlösung auf Distanz oder die virtuelle Planung und Verteilung vonWaren dank einer Nachbildung auf elektronischen Geräten. Im Informations- und 5G-Zeitalter besteht eine der wichtigsten Neuerungen für dieLogistikbranchedarin, aus IoT-Geräten, künstlicher Intelligenz und Machine Learning gewonnene Daten zu integrieren und zu nutzen, um so die gesamte Lieferkette in Echtzeit kontrollieren und alle Waren und Güter nachverfolgen zu können. Durch diese „Liveübertragung“ von Informationen können Firmen schnellere und bessere Entscheidungen treffen, besonders im Bereich der vorbeugenden Instandhaltung, Flottenverwaltung und -überwachung, Lagerbestandskontrolle und -überwachung, Verwaltung der Kühlkette und zur Reduzierung vonWarenverlustenundDiebstählen. Einer der am meisten nachgefragten und geschätzten Werte ist die Nachverfolgbarkeit der Ware. Deshalb verweisen Experten der Branche auch immer wieder auf das Potenzial von TechnologienwieBlockchain, umden Informationsaustauschso agil und sicher wie möglich zu machen und die Kommunikation unter den verschiedenen Akteuren der Lieferkette zu erleichtern, sodass Fehler weitgehend ausgeschlossen werden. Arbeit 4.0: KI als Teil der Belegschaft Wie auch in anderen Sektoren geht der digitale Wandel in der Logistikbranche über die Integration disruptiver Technologien hinaus: Er bringt tiefgreifende Veränderungen in der Unternehmensorganisation und -kultur mit sich. Der Durchbruch neuer disruptiver Technologien schafft neue Arbeitsräume, wo Angestellte gemeinsam mit Cobots arbeiten, kollaborativen Robotern also, die vor allem sich wiederholende Tätigkeiten von geringerem Wert ausführen. Diese voranschreitende Automatisierung zieht jedoch keineswegs einen Schwund an Arbeitsplätzen nach sich, sondern bedeutet, dass neue berufliche Profile erforderlich sind: Es werden Logistikfachkräfte benötigt, die eine spezifische technische Ausbildung durchlaufen haben und sich permanent weiterbilden. „Die Logistik- und Transportbranche wird enorm viele Arbeitsplätze zu bieten haben, da hier sowohl traditionelle Profile als auch digitale mit hohemMehrwert gebraucht werden“, bestätigt Francisco Aranda, Präsident von UNO Logística. Einer Umfrage der Unternehmensberatung PwC zufolge zeigen sich 55% aller Führungskräfte besorgt über den Mangel an TalentenunddessenAuswirkungenauf die Innovationsfähigkeit ihres Unternehmens. 53% glauben, dass er sie daran hindert, die Wachstumsziele zu erreichen, und 49% sehen sich in ihrer Möglichkeit, Marktchancen zu nutzen, gebremst. Aus der Studie über Tendenzen in Arbeit und Talent 2021 des Logistikforums geht hervor, dass die aktuell am stärksten nachgefragten Profile in dieser Branche imBereich der Entwicklung von IT-Systemen liegen; gesucht werden Experten in Big Data, Quelle: DBK Entwicklung des E-Commerce-Marktes in Spanien (Mio. € ) 2017 2018 2019 2020 2.500 2.000 1.500 1.000 500 0 1.300 1.550 1.850 2.300 Foto: DB Schenker

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