Revista/Zeitschrift Economía Hispano-Alemana 02-2021 | Junio/Juni 2021
17 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2021 den Ausbruch der Corona-Pandemie zu Beginn des Jahres 2020 trat weltweit eine tiefe sanitäre, wirtschaftliche und soziale Krise ein. Die Lockdown-Maßnahmen, die die Ausbreitung des Virus eindämmen und den Verlust menschlichen Lebens aufhalten sollten, lähmten im ersten Halbjahr größtenteils die internationale Wirtschaftstätigkeit und stellten einenWendepunkt in Bereichenwie der Logistik dar, die in Spanienmehr als 850.000Mitarbeiter beschäftigt und 6% zumBIP beiträgt. Während der schlimmsten Monate der Gesundheitskrise übte die Branche eine wesentliche Funktion aus, da durch sie die grundlegende Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden konnte, besonders, was die Versorgung der Supermärkte mit Grundnahrungsmitteln und anderen dringend benötigten Gütern sowie die Beschaffung von medizinischemMaterial für Krankenhäuser und Apothekenangeht. Zugleichwurden logistische Netzwerke, die von einem reibungslosen IneinandergreifenallerElementeder Lieferkette abhängen, durch die plötzliche Unterbrechung der Wirtschaftstätigkeit einiger Sektoren auf beispiellose Weise unter Druck gesetzt und viele Firmen standen vor erheblichen Schwierigkeiten imHinblick auf den Transport, die Verteilung und die Lagerung von Gütern. Gleichzeitig erlebte der E-Commerce aufgrund des Lockdowns und der Schließung physischer Ladengeschäfte einen Boom, der innerhalbdesSektors sowohl Chancenals auchHerausforderungen mit sich brachte, insbesondere bezüglich des Vertriebs auf der letzten Meile. Der Sektorbeobachtung „Observatorio Sectorial DBK“ von Informa zufolge betrugen die Einkünfte aus logistischen Dienstleistungen, die in Verbindung mit Internethandel standen, im Jahr 20202,3MilliardenEuro, das sind24%mehr als imVorjahr. Tendenz: Automatisierung Nicht nur die Notwendigkeit, die Lieferkette am Laufen zu halten, sondernauchdieTatsache,dassvieleUnternehmenaufdieNutzung aller verfügbaren Kanäle setzen, haben dazu geführt, dass sich viele Anbieter an neue Technologien heranwagen, wodurch sich der digitale Wandel in der Branche erheblich beschleunigt hat. „Durch die Coronakrise hat der Sektor im Hinblick auf Innovation und Digitalisierung einen Vorwärtssprung von etwa fünf Jahren gemacht. Effizienz ist jetzt unverzichtbar, um sicherzustellen, dass das Geschäft weiterlaufen kann. Vor diesem Hintergrund sind Innovation und Digitalisierung ein absolutes Muss“, urteilt Francisco Aranda, Präsident des spanischen Arbeitgeberverbands für Logistik- undTransportanbieter (UNO). Um den mit der Pandemie verbundenen Beschränkungen entgegenzuwirken, haben sich viele Logistikunternehmen für Lösungen mithilfe künstlicher Intelligenz entschieden, die eine Automatisierung von Arbeitsschritten möglich gemacht haben, die normalerweise eine physische Nähe der Arbeitskräfte untereinandererfordern–sozumBeispieldasBe-undEntladenvon Lastwagen. Fortgeschrittene Robotik hat auch dazu beigetragen, den Kontakt zwischen Zulieferern und Kunden so gering wie möglich zu halten. Dem im April veröffentlichten Vertrauensindex Logistik von CBRE und Logicor lässt sich entnehmen, dass 39% allerLogistik-undEinzelhandelsunternehmendieAutomatisierung ihres Betriebs vorantreiben wollen, um beispielsweise bei der Lieferung von bestelltenWaren eine größere Effizienz zu erzielen. Nachverfolgbarkeit in Echtzeit Eine Schlüsselrolle spielt Automatisierung in der Intralogistik, welche alle Abläufe und internen Bewegungen der Güter in sich vereint, vom Empfang der Rohstoffe und ihrer Zustellung an die Produktionslinie bis hin zur Lagerung und dem Versand von fertigen Produkten. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz können immer mehr Firmen die erheblichen Lagerungskosten reduzieren, die aufgrund des Wertverlusts der Ware an sich und aufgrund der benötigten Lagerfläche sowie der damit einhergehenden Verwaltungskosten von einem hohen Lagerbestand ausgehen. Darauf wies vor kurzem Foto: DHL Durch Foto: Verlauf des Mittelmeerkorridors in Spanien (Ziele für 2025)
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