Revista Economía Hispano-Alemana 03-2020
47 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2020 T-Systems, einer der weltweit führenden IT- und Digitalisie- rungsdienstleister, setzt auf technologische Innovation, um der wirtschaftlichen Entwick- lung neue Impulse zu geben. Die Tochterfirma der Deutschen Telekom mit Sitz in Bonn ist in mehr als 20 Ländern vertreten, beschäftigt etwa 38.000 Mitar- beiter und erreichte 2019 einen Umsatz von 6,8Milliarden Euro. Seit sich T-Systems 2002 in Spanien niedergelassen hat – und dank seines Teams von fast 2.400 Experten im Bereich der Techno- logie – ist das Unternehmen zu einer nationalen Referenzgröße geworden, was die Entwicklung von Technologieprojekten mit hohem Mehrwert in unterschiedlichen Industrien wie der Automobil- und Fertigungsindustrie sowie in für die spanische Wirtschaft wichtigen Branchen wie dem Energie- oder Gesundheitswesen angeht, und es hat auch die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung entscheidend vorangetrieben. Osmar Polo leitet seit 2017 als Managing Director die Geschäfte von T-Systems in Spanien und Portugal. Herr Polo, vermutlich haben auch Sie wie die meisten Vertreter deutscher Unternehmen in Spanien noch im Januar mit einer durchaus positiven gesamtwirtschaft- lichen Entwicklung im Land gerechnet. Die COVID-Pan- demie und die in Spanien ergriffenen Maßnahmen brachten das Wirtschaftsleben über Monate großteils zum Erliegen. Wie schätzen Sie aus heutiger Sicht die wirtschaftliche Situation und vor allem die Perspekti- ven des Standorts Spanien ein? Das Jahr 2020 hat sich auf der ganzen Welt völlig anders als erwartet entwickelt, und nachdem eigentlich ein Wachstum vorausgesagt war, sieht die Realität nun so aus, dass sich die OECD-Länder in einer Rezession befinden. Diesbezüglich liegt der Schlüssel meiner Meinung nach darin, unsere Sichtweise zu wechseln: Statt eine Krisensituation zu sehen, sollten wir erkennen, dass sich jetzt Gelegenheiten bieten, zu wachsen, neue wirtschaftliche und soziale Modelle zu erschaffen und unsere Geschäfte an eine neue Wirklichkeit anzupassen. Spanien steht als Land vor der Herausforderung, seine Industrie zu digitalisieren, das ist unerlässlich, um die aktuelle Situation zu überwinden und eine langfristige, nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Diese Gelegenheit, das Land zu transformieren, müssen wir mithilfe der Technologie als Zugmaschine nutzen. Man muss auch hervorheben, dass sich – ebenso wie wir – viele Firmen während der Gesundheitskrise und besonders während des Lockdowns in Spanien und anderen Ländern Europas an die Situation angepasst und weitergearbeitet ha- ben, wenn auch auf eine andere Art und Weise. Diese positive Einstellung hatte das Ziel des „Weitermachens“ fest im Blick und machte es möglich, dass ein Teil der Wirtschafts- und Handelsaktivität aufrechterhalten werden konnte – das war entscheidend für den Erhalt von Arbeitsplätzen, die jetzt bei der Reaktivierung der Wirtschaft unverzichtbar sind. Gibt es für Sie konkrete Lichtblicke, die Sie positiv in die Zukunft blicken lassen? Es ist zwar noch etwas früh, die wahren Konsequenzen der Krise zu verstehen, aber wir sehen bereits jetzt bei den Firmen eine Veränderung ihrer Prioritäten: Siekonzentrierensich jetzt verstärkt auf einige Technologieprojekte, die bisher nur eine Nebenrolle gespielt haben. In diesem Sinne haben wir bei allen möglichen Arten von Unternehmen und Branchen ein wachsendes Interesse an einer sicheren technologischen Infrastruktur festgestellt, unter der die Integrität der verarbeiteten Informationen gewährleistet ist und die zugleich die Anschlussmöglichkeiten und die Zusammenarbeit der Mitarbeiter – unabhängig von ihrem Aufenthaltsort – ermöglicht und stärkt. Letztendlich geben sich die Unternehmen jetzt nicht mehr der Sorge hin, sondern
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