Revista Economía Hispano-Alemana 03-2020
24 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2020 zusammenarbeiten – und das den Angestellten die Möglich- keit bietet, intellektuell fordernde Aufgaben zu übernehmen, bei denen von Maschinen schwer erlernbare Kompetenzen wie Empathie, Führungsqualitäten, Unternehmergeist, Kreativität oder emotionale Intelligenz von besonderem Wert sind. Auch die von der Unternehmensberatung IDC gesammelten Informationen weisen in diese Richtung: Demnach ist zu erwarten, dass 2024 50% aller repetitiven Tätigkeiten automatisiert sind und 20% der spezialisierten Arbeitskräfte zur Ausübung ihrer Arbeit einen digitalen Assistenten an ihrer Seite haben. Beispiele hierfür gibt es bereits in Unternehmen wie Siemens, wo der kollaborative virtuelle Assistent CARL den Angestellten bei der Informationssuche hilft und die Bedürfnisse an ihre Vorlieben und Interessen anpasst. Im Gegensatz zu dieser kooperativen Perspektive warnen manche KI-Experten aber auch vor den möglichen Auswirkungen, wenn durch die massive Umsetzung der Fortschritte in der Automatisierung Menschen aus der Arbeitswelt verdrängt werden. Einer dieser Experten ist der Computeringenieur und Futurist Martin Ford, Autor des Bestsellers Aufstieg der Roboter , der davon ausgeht, dass KI- Technologien „nicht so viele Arbeitsplätze schaffen werden, wie sie zerstören“ und dass 30 bis 40% der Arbeitsplätze verloren gehen könnten. Neben dem Mangel an digitalen Kompetenzen steht die Adoption der KI vor weiteren Herausforderungen, besonders, was Daten angeht. Diesbezüglich stellt IDC fest, dass Sicherheit, Ordnungspolitik und Datenqualität sowie die Leistungsfähigkeit der Plattformen und Latenz beim Zugang die größten Hindernisse darstellen, ebenso wie hohe Einführungskosten und ein immer noch fehlendes Vertrauen in diese Technologien. Der humanzentrische Ansatz auf dem Weg nach Europa Die letzte von Fecyt durchgeführte Umfrage zur sozialen Wahrnehmung von Wissenschaft und Technologie in Spanien hat ergeben, dass ein Drittel aller Spanier in der Anwendung von KI eher Risiken als Vorteile sehen. Dieser Widerstand lässt sich laut der Studie größtenteils auf Misstrauen gegenüber den kommerziellen Interessen der an diesen Technologien beteiligten Unternehmen und Sorge über den Schutz personenbezogener Daten zurückführen. Auf rechtlicher Ebene werden aufgrund der zunehmenden Präsenz künstlicher Intelligenz in allen Ländern rechtliche und ethische Überlegungen angestellt. Mit dem Ziel, ein Konzept fürVertrauenundExzellenz zu schaffen, stelltedieEuropäische Kommission im Februar das Weißbuch zur Künstlichen Intelligenz vor, in dem ein Fundament skizziert wird, um Haupthindernisse für die Einführung von Technologien der künstlichen Intelligenz Quelle: PwC 19,1% 16,4% 13,1% 12,3% 10,9% 10,3% 9,5% 9,3% 5,5% Mangel an qualifizierten Mitarbeitern Fehlender Anwendungsbereich/ ROI Schwierigkeiten bei der Bewältigung des kulturellen Wandels Fehlende Führung zur Förderung von Initiativen Implementierungszeit / langfristiger ROI Skepsis gegenüber technologischen Lösungen Mangelnde IT-Infrastruktur Rechtliche und regulatorische Aspekte Hohe Investitionen Foto: Siemens
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