Revista Economía Hispano-Alemana 03-2020
19 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2020 Innovationsprozesse zu beschleunigen, den Wettbewerb anzustoßen und das Kundenerlebnis zu optimieren, ist jedes Jahr für Tausende von Unternehmen eine Motivation, Technologien künstlicher Intelligenz in ihr Tages- geschäft einzubinden. Auch wenn die Umsetzung nicht überall in gleichem Maß erfolgt, verändert KI bereits die Strategien und Geschäftsmodelle vieler Firmen und führt dank der Konvergenz von Techno- logien wie Big Data, Cloud Computing, IoT und 5G zu einer erheblichen Steigerung der Produktivität in allen Abteilungen. Einer kürzlich von der Un- ternehmensberatung IPSOS für die Europäische Kommission durchgeführten Studie zufolge wird aktuell in 42% aller Unternehmen in Europa min- destens ein KI-Werkzeug eingesetzt, in Spanien beträgt dieser Anteil 40%. Die Anwendung dieser Technologien in deutsch-spanischen Firmen wird auch das Leitthema beim IV. Deutsch-spanischen Unternehmerforum sein, das die AHK Spanien am 12. November unter dem Titel „Künstliche Intelli- genz. Gesellschaft und Unternehmen“ organisiert. Laut einer noch vor der Covid-19-Pandemie ver- öffentlichten Studie der Unternehmensberatung PwC über KI und IoT könnte künstliche Intelligenz im Jahr 2030 infolge einer Zunahme an Produk- tivität und Konsum weltweit ein Wachstum von 14% zum BIP beitragen, was 15,7 Trillionen Dollar entspräche. Die Covid-19-Pandemie hat diese Entwicklung bei der Digitalisierung und Adoption von KI-Strategien in vielen Firmen nicht etwa ge- bremst, sondern im Gegenteil sogar beschleunigt, da sie in KI einen Verbündeten sehen, um sich den aktuellen Herausforderungen des Marktes zu stellen und die durch die Verbreitung des Virus ausgelöste Krise zu überwinden. „Künstliche Intelligenz ist eines der wichtigsten technologi- schen Assets, um die Wiederbelebung der Wirt- schaft zu beschleunigen, und Spanien hat hier noch einen weiten Weg vor sich”, so sieht es Osmar Polo, CEO von T-Systems Iberia. Seinem Urteil nach ist es „gut möglich, dass sich KI gerade dadurch, dass sie sich so gut dazu eignet, die derzeitige Krise zu überwinden, in den nächsten Jahren schneller verbreitet.“ Eine ähnliche Ansicht vertritt Stacey Soohoo, ResearchManagerfürCustomerInsights&Analysis bei der Unternehmensberatung IDC. Sie bewertet KI als „Schlüsseltechnologie für die wirtschaftliche Erholung”, deren Adoption in Zukunft dabei helfen wird, die Einnahmeströme und das Tagesgeschäft von Firmen wieder aufzubauen oder sogar auszubauen. Für viele Firmen, sodieExpertin, „stellt dieaktuelleSituationeineChancedar, langfristig widerstandsfähiger und agiler zuwerden.“ Bis zum Jahr 2024 sieht IDC eine nie dagewesene Steigerung der Ausgaben für KI-Technologien voraus – eine Verdopplung von 50,1 Milliarden Dollar jetzt auf 110 Milliarden am Ende dieses Zeitraums. Vorläufer machen sich bereits jetzt bei den Vertreibern dieser Technologien bemerkbar. „Wir sehen bei den Firmen eine Veränderung ihrer Prioritäten: Sie konzentrieren sich jetzt verstärkt auf Technologieprojekte, die bisher nur eine Nebenrolle gespielt haben. In diesem Sinne haben wir ein wachsendes Interesse an einer sicheren technologischen Infrastruktur festgestellt, unter der die Integrität der verarbeiteten Informationen gewährleistet ist und die zugleich die Verbindungsmöglichkeiten und die Zusammenarbeit der Mitarbeiter – unabhängig von ihrem Aufenthaltsort – ermöglicht und stärkt“, bestätigt Polo. Der Covid-19-Ausbruch hat außerdem zu einem Boom in der Verbreitung von sanitären und logistischen Lösungen auf KI-Basis geführt, die zum Kampf gegen das Virus eingesetzt werden. Ein Beispiel für die vielen neuen Entwicklungen der letzten Monate ist die Plattform der baskischen Firma Sherpa. ai, mit deren Hilfe sich die auf Intensivstationen benötigten Betten berechnen lassen und die dazu beigetragen hat, eine Überfüllung der Krankenhäuser zu vermeiden. Bei der jetzigen sanitären Situation spielen auch die sogenannten digitalenZwillingeeine fundamentaleRolle: virtuelleSimulationen auf Grundlage eines mathematischen Modells kombiniert mit einem Informatikprogramm, die voraussagen können, wann und wo es einen neuen Ausbruch des Virus geben kann, oder die ein GedrängevonPersonen inöffentlichenVerkehrsmittelnverhindern können. Einer Studie von Juniper Research zufolge werden Investitionen in diese Technologien 2021 um 17% zunehmen und 12,7 Billionen Dollar erreichen. Vom Datenfieber zur Business Intelligence Der Boom der IoT-Geräte, von denen es Statista zufolge 2025 weltweit 75 Billionen geben wird, hat zu einem exponentiellen Wachstum an Echtzeitdaten geführt. Dadurch erhalten Geschäfte wertvolle Informationen über den Kunden und können das Markenerlebnis des Kunden optimieren. Um diese gewaltige Menge an Daten, die von vernetzten Geräten übertragen werden, für das Unternehmen wertvoll zu machen, führt KI eine ausführliche Analyse durch. So werden Wissen und relevante Informationen gewonnen, mit deren Hilfe man wichti- ge Muster bei der Entscheidungsfindung voraussagen kann. Auf Grundlage dieser großen Datenmenge entwickeln die KI-Algo- rithmen ihren Lernprozess ( Machine Learning ) und gehen dabei ähnlich wie Menschen vor: Sie ziehen Wissen aus der Erfahrung. Foto: Schunk Die Notwendigkeit,
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